Temperaturmessung: Messung und Überwachung der Körpertemperatur. Photo: VDEVDE-Studie: Thermo-Management senkt Kosten in der Medizin

 

VDE-Positionspapier „Temperaturmessung“ zeigt ungenutzte Potenziale für medizinische Behandlungserfolge, Patientenkomfort und Kostensenkung

Standardisierung und Meta-Analysen sollen Thermomanagement optimieren

 

Frankfurt am Main (13. Dezember 2011) – Obwohl Temperaturänderungen (z.B. Fieber) wichtige Hinweise auf Krankheitszustände und die Wirkung von Therapien geben können, wird im klinischen Alltag die Bedeutung eines kontinuierlichen Körpertemperaturmanagements häufig noch unterschätzt – sowohl im Hinblick auf Hypothermie (Unterkühlung) als auch im Hinblick auf Hyperthermie (Überwärmung). Ein Beispiel dafür ist die häufig auftretende Unterkühlung von Patienten während chirurgischer Eingriffe.

 

Sie kann mit Komplikationsrisiken wie Wundinfektionen oder Gerinnungsproblemen verbunden sein und zu einer längeren Krankenhausverweildauer führen. Ähnliche Problematiken treten auch bei Drogen- und Medikamentenintoxikationen, extremen Umweltexpositionen (z.B. Kaltwasserexposition, Schneelawinen) und bei älteren Patientengruppen auf. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Temperaturmessung zu schärfen. Denn ein kontinuierliches, konsistentes und standardisiertes Temperaturmonitoring und Thermomanagement in der Patientenversorgung kann dazu beitragen, Behandlungsergebnisse zu verbessern, den Patientenkomfort zu erhöhen und Kosten zu reduzieren. Zu diesem Schluss kommt das neue VDEPositionspapier „Temperaturmessung: Messung und Überwachung der Körpertemperatur“ auf der Grundlage einer Analyse der vielfältigen Aspekte der Körpertemperaturmessung.

 

Näher untersucht wurden insbesondere der spezifische Bedarf an Temperaturmessung und –überwachung, mögliche Messorte (Pulmonalarterien, das Trommelfell, die Speiseröhre, die Harnblase, der Enddarm, der Oro- und Nasopharynx sowie die Schläfenarterie), klinische Anforderungen und Spezifikationen sowie technische Systeme und Methoden zur Messung der Körperkerntemperatur wie z.B. Messfühler zur instantanen (augenblicklichen) Temperaturmessung, telemetrische Kapseln und Speiseröhrensonden. Ein wichtiges Mittel zur Optimierung des Thermomanagements ist der VDE-Studie zufolge die Einführung und kontinuierliche Anwendung konsistenter Standards in der klinischen Praxis. Darüber hinaus richten sich VDE-Empfehlungen insbesondere auf die künftige Forschung. Sie sollte eine Meta-Analyse bzw. ein systematisches Review aller bewährten Methoden und Messorte der Temperaturmessung einschließen – von der exakten Analyse der Funktion des Hypothalamus über eine epidemiologische Studie der Inzidenz von Hypothermie bis zu dem möglicherweise verbesserten Outcome (Behandlungsergebnis) und reduzierten Kosten aufgrund von aktivem Thermomanagement.

 

Die Studie ist im Fachausschuss „Methodik der Patientenüberwachung“ der DGBMT – Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE entstanden und im InfoCenter unter www.vde.com erhältlich.

 

 

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Quelle: Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE), 13.12.2011 (tB).

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