vdek fordert

Medizinprodukte dürfen nicht zum Risiko der Patienten werden

 

Berlin (26. Juni 2012) – Anlässlich der Anhörung zur Novelle des Medizinproduktegesetzes am 27. Juni 2012 fordern die Ersatzkassen durchgreifende Reformen im undurchsichtigen Markt der Medizinprodukte. Ulrike Elsner, Vertreterin des Vorstandes des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), erklärte hierzu: "Bei Medizinprodukten hapert es an vielen Stellen: Es fehlt an Qualitäts- und Sicherheitskontrollen, es gibt keine Bewertung des Patientennutzens, und es mangelt an Transparenz über fehlerhafte Produkte."

Insbesondere Medizinprodukte, die wie Herzklappen oder Kniegelenke in den Körper eingesetzt werden (Risikoklasse III), müssen auf "Herz und Nieren" von einer unabhängigen Zulassungsbehörde getestet werden, bevor sie in den Verkehr kommen, fordert der vdek. Das heutige Verfahren, nach dem Medizinprodukte lediglich ihre technische Funktion belegen müssen (CE-Kennzeichnung), reicht nicht aus. Elsner: "Die Skandale der Vergangenheit haben uns gelehrt, das höchste Augenmerk auf die medizinische Verträglichkeit bei den Patienten zu legen." Zudem fehlen im Medizinproduktebereich vergleichende Bewertungen über Nutzen und Notwendigkeit eines neuen Produktes für Patienten. Jüngstes Beispiel ist der 2008 auf den deutschen Markt gebrachte "Wingspan-Stent", der bei gefäßbedingten Verengungen im Gehirn die Durchblutung verbessern soll. Es zeigte sich bei einer amerikanischen Untersuchung, dass bei diesen Stents 2,5 mal so häufig Komplikationen auftraten als bei der medikamentösen Standardtherapie. In Deutschland wurden allein 3.500 Patienten mit den "Wingspan-Stents" versorgt. Bei neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden sollte deshalb nach Auffassung des vdek eine frühe Nutzenbewertung bei implantierbaren Medizinprodukten greifen. Vorbild könnte hier der Arzneimittelbereich sein.

Elsner forderte zudem die verpflichtende Einführung von Melderegistern für langlebige Medizinprodukte, damit Qualitäts- und Sicherheitsprobleme rechtzeitig erkannt werden. Vorbildlich seien hier das auch vom vdek geförderte Endoprothesenregister (EPRD) und das Aortenklappen-Register.

Weitere Informationen zum Thema Medizinprodukte finden Sie unter: http://www.vdek.com/politik/medizinprodukte/index.htm?pk_campaign=pm_medizinprodukte


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Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen aller sechs Ersatzkassen, die zusammen mehr als 25 Millionen Menschen in Deutschland versichern:

– BARMER GEK
– Techniker Krankenkasse
– DAK-Gesundheit
– KKH-Allianz
– HEK – Hanseatische Krankenkasse
– hkk

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist die Nachfolgeorganisation des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen e. V. (VdAK), der am 20. Mai 1912 unter dem Namen "Verband kaufmännischer eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen)" in Eisenach gegründet wurde. In der vdek-Zentrale in Berlin sind rund 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

In den einzelnen Bundesländern sorgen 15 Landesvertretungen und eine Geschäftsstelle in Westfalen-Lippe mit insgesamt weiteren rund 340 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die regionale Präsenz der Ersatzkassen.




Quelle: Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), 26.06.2012 (tB).

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