Vegetarierbund

Forderungen nach mehr vegetarisch-veganem Angebot in der Gesundheitsversorgung 

 

Berlin (18. Juni 2015) – In mehreren Umfragen hat der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) die Veggie-Freundlichkeit der deutschen Gesundheitsversorgung analysiert. Die Kunden von Krankenkassen wurden zu ihrer Zufriedenheit mit der Förderung der vegetarisch-veganen Lebensweise befragt. Darüber hinaus wurde die Zufriedenheit zur Informationsversorgung durch die Kassen abgefragt. Von Krankenhäusern und deren Cateringunternehmen wollte der VEBU wissen, wie das Angebot bei der Krankenhauskost aussieht. Beide Umfragen ergaben: Die Befragten wünschen sich ein umfangreicheres und besseres Veggie-Angebot.


In einer aktuellen Umfrage des VEBU wurden ausgewählte Krankenhäuser und deren Cateringunternehmen befragt. Die teilnehmenden Unternehmen versorgen nach eigenen Angaben täglich über 42.000 Menschen, was mehr als 10 Prozent der deutschlandweit insgesamt versorgten Patienten ausmacht. 


Hohe Nachfrage nach vegetarisch-veganen Menüs in Krankenhäusern 

Dreiviertel aller Befragten gaben an, dass die Nachfrage nach einer vegetarisch-veganen Verpflegung "stark angestiegen" oder "angestiegen" sei. Aktuell sind rund 25 Prozent aller ausgegebenen Menüs vegetarisch und rund 10 Prozent vegan. In 86 Prozent aller Fälle ist es möglich, auf Wunsch eine vegane Verpflegung zu erhalten.  71 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, ein Ausbau des vegetarischen Angebots sei in Planung.


Veggies wünschen sich mehr Unterstützung durch ihre Krankenkassen 

In einer weiteren Umfrage befragte der VEBU 3.400 Personen zu ihrer Zufriedenheit mit ihren Krankenkassen. 96 Prozent der Teilnehmer ernähren sich vegetarisch-vegan. Nur rund 22 Prozent gaben an, durch ihre Krankenkassen über gesunde Ernährung informiert zu werden. Dem entgegenstehend stuften 85 Prozent es als "eher wichtig" oder "sehr wichtig" ein, dass ihre Krankenkasse den vegetarisch-veganen Lebensstil als gesundheitsförderlich empfiehlt. 80 Prozent wünschen sich eine Honorierung der überwiegend pflanzlichen Ernährung. 55 Prozent der Befragten können sich sogar vorstellen, die Krankenkasse zu wechseln, wenn eine andere Kasse mehr Vorteile für vegetarisch-vegan lebende Menschen bieten würde. 


Anzahl von gesundheitsbewussten Kunden wächst 

"Bereits heute leben rund zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland vegetarisch und etwa 900.000 Menschen unter ihnen vegan. Nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg ernährten sich 1983 nur etwa 0,6 Prozent der Bevölkerung vegetarisch. Die Zahl der vegetarisch lebenden Menschen hat sich also in etwa 30 Jahren weit mehr als verzehnfacht. Diese Entwicklung sollten Krankenkassen, Caterer der Gesundheitsversorgung und Krankenhäuser ernst nehmen und die Kundenwünsche berücksichtigen. In der vegetarisch-veganen Lebensweise steckt zudem ein großes Potential zur Prävention von Krankheiten", kommentiert VEBU-Geschäftsführer Sebastian Zösch. "Allein in Deutschland sind 30 Prozent der Krankheitskosten auf ernährungsmitbedingte Krankheiten zurückzuführen, das entspricht jährlichen Ausgaben von etwa 70 Milliarden Euro", so Zösch weiter.


Angebote von Unternehmen und Krankenkassen gefordert 

"Die Ergebnisse der VEBU-Untersuchungen zeigen klar: Der Veggie-Boom ist auch in der Gesundheitsversorgung angekommen. Es liegt nun an den Krankenhäusern und Krankenkassen, ein entsprechendes Angebot aufzustellen", so Zösch abschließend. Der VEBU berät Unternehmen zu Themen rund um die vegetarisch-vegane Lebensweise. Er führt gemeinsam mit der Charité jährlich VegMed durch. VegMed ist ein in Europa einzigartiger Fachkongress zu Medizin und vegetarischer Ernährung. Ziel von VegMed ist die wissenschaftliche Etablierung pflanzenbetonter Ernährung in Medizin und Gesellschaft.





VegMed – Medizin und vegetarische Ernährung 

VegMed ist ein gemeinsames Projekt des VEBU (Vegetarierbund Deutschland) und der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde. VegMed ist ein in Europa einzigartiger Fachkongress zu Medizin und vegetarischer Ernährung. Ziel der VegMed ist die wissenschaftliche Etablierung pflanzenbetonter Ernährung in Medizin und Gesellschaft. Neben wissenschaftlichen Vorträgen und Podium bietet der Kongress ein Rahmenprogramm aus praxisorientierten Workshops und eine Plattform für berufliche Netzwerke. Das Publikum des Kongresses besteht aus Medizinern verschiedener Fachbereiche, Studierenden der Fachrichtung Medizin und Ernährungswissenschaften sowie medizinischem Fachpersonal. 

www.vegmed.de
23.- 24. April 2016, Berlin

 

 

 

Der VEBU ist die größte Interessenvertretung vegetarisch und vegan lebender Menschen in Deutschland. Seit 1892 setzt sich die Organisation mit positiver Öffentlichkeitsarbeit dafür ein, den Fleischkonsum dauerhaft zu senken und eine pflanzenbetonte Lebensweise als attraktive und gesunde Alternative allen Menschen zugänglich zu machen. Der VEBU unterstützt beim Start in eine genussvolle Ernährung mit zahlreichen Angeboten und zeichnet sich durch originelle Kampagnen, vielfältige Veranstaltungen und die zielgerichtete Arbeit mit Multiplikatoren aus. Für Experten wie Verbraucher hat sich die Organisation als führende Anlaufstelle in allen Fragen des vegetarisch-veganen Lebens etabliert. www.VEBU.de

 

 


Quelle: VEBU – Vegetarierbund Deutschland, 18.06.2015 (tB).

MEDICAL NEWS

Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…
Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…
Suliqua®: In komplexem Umfeld – einfach besser eingestellt
Suliqua®: Überlegene HbA1c-Senkung  im Vergleich zu Mischinsulinanalogon
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…
Mehr Lebensqualität für onkologische Patient:innen durch bessere Versorgung: Supportivtherapie, Präzisionsonkologie,…
WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver

MULTIPLE SKLEROSE

Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…