Versorgung chronischer Wunden

Neue Metaanalyse belegt bessere Heilungschancen durch hydroaktive Wundauflagen

 

Dresden (7. Mai 2013) –  "Die Abheilungschance bei feuchten Wundauflagen ist im Schnitt 52 Prozent besser als beim Einsatz konventioneller Verbandmittel!" Das ist das Fazit einer neuen Studie, die Prof. Dr. Matthias Augustin, Direktor des Instituts für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, auf der Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Anfang Mai 2013 in Dresden vorstellte. Augustin und Kristina Heyer, wissenschaftliche Projektleiterin am Institut, präsentierten die Ergebnisse einer Metaanalyse, die die Vorteile moderner Wundauflagen gegenüber konventionellen Therapien in der Wundversorgung dokumentiert.

 

Die Metaanalyse umfasst 170 publizierte Studien zu Patienten mit chronischen Wunden jeder Art, bei denen eine moderne Wundbehandlung angewendet wurde. Neben kontrollierten klinischen Studien fanden auch kontrollierte und weitere Beobachtungsstudien wie Fallberichte Berücksichtigung. Mithilfe gängiger metaanalytischer Methoden bestimmten Augustin und Heyer unter Mitarbeit von Kerstin Protz, Dr. Katharina Herberger, Christina Spehr und Dr. Stephan J. Rustenbach eine um 52 Prozent höhere Effektivität der modernen Wundauflagen gegenüber konventionellen Wundauflagen.

"Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass hydroaktive Wundauflagen als Produktklasse in der Therapie chronischer Wunden den konventionellen Wundauflagen hinsichtlich Abheilungschance überlegen sind", so Augustin. "Im Gegensatz zu den bisherigen Übersichtsarbeiten zur Effektivität moderner Wundbehandlung wurde in dieser Metaanalyse ein wesentlich umfangreicherer Studienpool berücksichtigt. Somit konnte erstmals näherungsweise auf die gesamte publizierte Evidenz zur Effektivität der modernen Wundtherapie ungefiltert zurückgegriffen werden", ergänzt Heyer.

Für Daniela Piossek, Leiterin des Referats Krankenversicherung beim BVMed, sind die Ergebnisse ein Durchbruch in der Bewertung von Wundversorgungsprodukten. "Das eindeutige Ergebnis der Studie, die klare Überlegenheit moderner Wundversorgungsprodukte gegenüber konventionellen Wundauflagen, wird die Barrieren, die einer besseren Versorgung chronischer Wunden teilweise noch im Wege standen, weiter ausräumen", so Piossek. "Weniger Verbandswechsel durch verbessertes Exsudatmanagement, schnellere Wundheilung, weniger Schmerzen beim Verbandswechsel – mit modernen Wundversorgungsprodukten kann die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessert werden."

Die Behandlung chronischer Wunden ist ein wichtiges gesundheitspolitisches und volkswirtschaftliches Thema: Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Wunden. Die Behandlungskosten belaufen sich pro Jahr auf insgesamt 4 bis 5 Milliarden Euro. Ein gezielter Einsatz moderner Wundauflagen könnte nicht nur die Therapiekosten senken, sondern auch die Lebensqualität der Patienten verbessern: Feuchte Wundauflagen bereiten weniger Schmerzen, sind effektiver in der Geruchsabsorption und verbessern die Mobilität. Doch die Studienlage zur Evidenz der Wirksamkeit moderner Wundauflagen wurde bisher teilweise problematisch gesehen. Hier schafft die neue Metaanalyse Abhilfe und Klarheit.

Mehr zum Thema Wundversorgung unter www.bvmed.de (Themen / Wundversorgung).

 


 

Quelle: Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), 07.05.2013 (tB).

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