Versorgungssituation für Rheumapatienten verbessert

4. BDRh-Kongress mit ermutigenden Ergebnissen

 

Frankfurt am Main (3. Juni 2009) – Die Fortschritte in der Therapie der Rheumatoiden Arthritis (RA) haben in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Verbesserung in der Patientenversorgung geführt. Das war eines der Ergebnisse, die beim diesjährigen 4. Kongress des Bundesverbandes Deutscher Rheumatologen (BDRh) vorgestellt wurden.


 

Die Zahl der internistischen Rheumatologen in Deutschland steigt stetig an. Jährlich kommen nach Aussage von Dr. Edmund Edelmann, erster Vorsitzender des BDRh, rund 50 neue Fachärzte hinzu. Das bedeute für Deutschland eine aktuelle Anzahl von zirka 850 internistischen Rheumatologen. Damit ist die als ideal angesehene Versorgungsdichte von einem Rheumatologen pro 50.000 Einwohnern zwar noch lange nicht erreicht, jedoch ist ein positiver Trend zu verzeichnen.

 

Bessere Versorgung trotz langer Wartezeiten

Ein immenser Fortschritt in der Versorgung von RA-Patienten wird an folgenden Zahlen eines Bevölkerungssurveys des Deutschen Rheumaforschungszentrums von 2007 bzw. einer Untersuchung von Mau et al.1 deutlich, die Edelmann beim BDRh-Kongress vorstellte: Während im Jahr 1989 nur 33 Prozent der Patienten mit RA in fachärztlicher Behandlung waren, ist dieser Anteil im Jahr 2007 auf 93 Prozent gestiegen, davon sind 66 Prozent ständig fachärztlich versorgt.

 

Allerdings gibt es nach wie vor Defizite in der zügigen Überweisung zum Facharzt. Umfragen bei Rheumatologen zufolge dauert es im Schnitt zwischen 4 Wochen und 3 Monaten bis der Patient einen Termin zur Erstvorstellung erhält. „Nur 30 Prozent der Patienten haben die Chance, innerhalb von 2 bis 4 Wochen einen Termin zu bekommen. Das muss ganz klar besser werden“, so Edelmann.

 

Weniger Krankenhausaufenthalte von RA-Patienten Durch den Einsatz moderner Therapien ging die durchschnittliche Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage in den letzten Jahren von 66 im Jahr 2001 auf 45 im Jahr 2007 zurück. Und auch die Häufigkeit der Krankenhausaufenthalte bei ambulant betreuten Patienten ist von 27 Prozent im Jahr 1994 auf 13 Prozent im Jahr 2007 gesunken. Die Aufenthaltsdauer verkürzte sich im Durchschnitt ebenfalls: von 3,7 (1994) auf 2 Wochen (2007).

 

Optimistischer Ausblick hinsichtlich der Vergütung trotz Honorarreform 2009

Eine zunehmende Pauschalierung der Leistungen sowie die Entwicklung eines bundeseinheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) in Euro führen zu einem, nach Dr. Ulrich von Hinüber, Hildesheim, extrem leistungsfeindlichen System in Deutschland. Dennoch gäbe es Grund zu Optimismus, so Dr. Thomas Mittendorf, Gesundheitsökonom aus Hannover. Durch neue Therapiemöglichkeiten könnten zukünftig erhebliche Ressourcen eingespart werden.

 

Effiziente Therapie mit Biologika

Eine moderne Therapieoption in der Behandlung der RA ist der Einsatz von Biologika. Nach einer Erhebung des BDRh von Ende 2007 bis Anfang 2008 wurden in internistisch-rheumatologischen Ambulanzen 16,4 Prozent der Patienten mit Biologika behandelt. Studien belegen die hohe Wirksamkeit wie beispielsweise die des Interleukin-6-Inhibitors Tocilizumab. Nachweislich erreicht schon nach 24 Wochen ein Drittel der RA-Patienten unter Gabe von 8 mg/kg KG Tocilizumab eine Remission nach DAS28. Nach einem Jahr sind es über 45 Prozent der Patienten, sowohl in Monotherapie mit Tocilizumab als in Kombination mit Methotrexat (MTX), bei denen keine Krankheitsaktivität mehr zu verzeichnen ist. 2

 

Laut der RADIATE-Studie konnten bereits nach 4 Wochen signifikante Verbesserungen der Lebensqualität beobachtet werden. Der HAQ-DI-Score besserte sich bei 66 Prozent der Patienten unter 8 mg/kg KG Tocilizumab signifikant gegenüber nur 32 Prozent der Patienten in einer Vergleichsgruppe, die ausschließlich eine Basistherapie mit MTX bekam.3

 

 

Quellen

  1. Mau et. al.: Die bevölkerungsepidemiologische Evaluation der Mobilen Rheumahilfe Hannover. Zeitschrift für Rheumatologie 1992, vol. 51,81-86
  2. Data on file, Roche
  3. Kremer J, Albany/USA, ACR 2008, Poster 991


Quelle: Pressemitteilung der Firmen Roche Pharma und Chugai Pharma vom 03.06.2009 (medical relations).

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Krankenhäuser und Praxen müssen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen…
Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…

DIABETES

„Körperstolz“: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Bestmögliche Versorgungssicherheit bei der Krebstherapie mit CAR-T-Zellen
Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Neue Darreichungsform zur Antiemese bei Chemotherapie: Akynzeo® ist ab sofort…

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…