EASL-News zu chronischer Hepatitis B

Viread®: Effektive Therapie für viele unterschiedliche Patientengruppen

 

Berlin (3. April 2011) – Die effektive und anhaltende Wirksamkeit sowie die gute Verträglichkeit von Nukleos(t)idanaloga der dritten Generation wie Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF, Viread®) bei chronischer Hepatitis B standen im Fokus eines Symposiums1, das im Rahmen des Europäischen Leberkongresses (EASL, European Association for the Study of the Liver) am 3. April 2011 in Berlin stattfand. „Besonders erfreulich ist, dass unter TDF bisher keine Resistenzmutationen aufgetreten sind. Außerdem erreichen unter Viread® elf Prozent der Patienten das Idealziel der Therapie – einen HBs-Antigen-Verlust, der die Chance auf eine Beendigung der Therapie eröffnet“, so Professor Dr. Thomas Berg, Leipzig, auf der anschließenden Pressekonferenz.2

 

Ziel aller therapeutischen Interventionen bei Patienten mit chronischer Hepatitis B ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu Zirrhose, dekompensierter Lebererkrankung oder hepatozellulärem Karzinom (HCC) zu verhindern und so den Patienten eine bessere Lebensqualität und ein langfristiges Überleben zu ermöglichen.

 

 

Effektive Wirkung von Viread® bei verschiedenen Patientengruppen

 

Berg unterstrich: „Um diese HBV-assoziierten Komplikationen zu vermeiden, ist eine dauerhafte Suppression der HBV-DNA unter die Nachweisgrenze und bei HBeAg-positiven Patienten eine dauerhafte HBeAg-Serokonversion nötig. Idealer Endpunkt der Behandlung ist ein HBs-Antigen-Verlust bzw. die Serokonversion.“ Aktuelle Auswertungen der Viread-Zulassungsstudien bestätigen, dass die Forderung nach dauerhafter Virussuppression durch die hohe antivirale Wirksamkeit von TDF bei fast allen Patienten erreicht werden kann: Nach insgesamt vier Behandlungsjahren waren immer noch 68 Prozent der HBeAg-positiven3 und 84 Prozent der HBeAg-negativen4 Patienten virussupprimiert. Eine von Professor Dr. Graham Foster, London, United Kingdom, im Symposium präsentierte Studie bestätigt,dass Viread® auch unter Alltagsbedingungen eine signifikante und anhaltende Wirkung zeigt – sowohl bei therapienaiven Patienten, als auch chronisch HBV-Infizierten, die auf eine Vorbehandlung ungenügend angesprochen haben.5,6

 

 

Auch nach vier Jahren: Keine Resistenzmutationen

 

„Von besonderer Bedeutung für eine anhaltende Virussuppression ist auch die Vermeidung von Resistenzen“, so Berg und betonte, dass unter TDF bisher keine einzige Resistenzmutation nachgewiesen werden konnte – unabhängig von Patientenpopulation und Vorbehandlung. 3,4,7,8 Grundlage für diese Einschätzung ist ein aufwendiges Resistenzmonitoring, das Gilead in seinen Zulassungsstudien verankert hat.

 

 

Steigender Anteil an Patienten mit HBs-Antigen-Verlust

 

Besonders erfreulich ist der steigende Anteil an Patienten, die unter Viread® das Idealziel der Therapie erreichen: Nach vier Jahren lag die kumulative Wahrscheinlichkeit für einen HBsAg-Verlust bei elf Prozent.3 „Ein HBsAg-Verlust ist ein möglicher Hinweis darauf, dass die HBV-Infektion bei diesem Patienten komplett abgeklungen ist und eröffnet die Chance auf ein Therapieende“, erklärte Berg. Trotzdem müssen Patienten danach konsequent überwacht werden, da – wenn auch nur in sehr geringem Ausmaß – das Risiko für ein HCC bestehen bleibt. Ein höheres Risiko haben dabei Patienten mit einem HBsAg-Verlust im Alter von über 50 Jahren, Alkoholkonsum und Zirrhose.11

 

Berg rief deshalb dazu auf, möglichst früh mit einer antiviralen Therapie zu beginnen. Dies entspricht auch der für Sommer 2011 vorgesehenen Aktualisierung der DGVS-Leitlinien, die eine Therapieindikation bereits bei einer Virämie (>104 Kopien/ml) und erhöhten Leberwerten oder einer beginnenden Fibrose (>A1/F1) vorsehen.

 

Foster unterstrich die langfristige gute Verträglichkeit von Viread® und machte deutlich, dass sich insbesondere keine Hinweise auf eine Nephrotoxizität 9 oder einen negativen Einfluss auf die Knochendichte ergeben haben.10 Die Sicherheit von Viread ist sehr gut dokumentiert, denn die Substanz wird bereits seit zehn Jahren in der HIV-Therapie und seit vier Jahren auch in der HBV-Therapie eingesetzt.

 

 

Quellen 

  1. Satellitensymposium „Masterminds in CHB: debating practical solutions to everyday challenges“, im Rahmen der 46. Jahrestagung der EASL (European Association for the Study of the Liver), 3. April 2011,Berlin
  2. Pressekonferenz EASL „Therapie der chronischen Hepatitis B: Kongress-News & aktuelle Daten zu Viread®“, 3. April 2011, Berlin; Veranstalter: Gilead Sciences GmbH, Martinsried bei München
  3. Heathcote EJ,et al., AASLD 2010, Poster #477
  4. Marcellin P et al., AASLD 2010, Poster #476
  5. Lampertico P et al., EASL 2011, Poster #731
  6. Levrero M et al. EASL 2011, Poster #732
  7. Fachinformation Viread®, Stand September 2010
  8. Snow-Lampert A et al. Poster #1365, AASLD 2010
  9. Marcellin P et al. EASL 2011, Poster #739
  10. Gill US et al. EASL 2011, Poster #713
  11. Simonetti J et al. Hepatology 2010;51:1531-1537

 


 

Quelle: Satellitensymposium der Firma Gilead Sciences zum Thema „Masterminds in CHB: debating practical solutions to everyday challenges“, im Rahmen der 46. Jahrestagung der EASL (European Association for the Study of the Liver), 3. April 2011, Berlin (3K-Agentur für Kommunikation) (tB).

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