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Viszeralmedizin 2009:

Reizdarm und Reizmagen erfolgreich therapieren

 

Hamburg 30.10 – 3.11.2009

 

Hamburg (3. September 2009) – Schmerzen und Beschwerden im Bauchraum sind häufig Anlass, eine Arztpraxis aufzusuchen. Bei jedem zweiten Patienten bleiben die Ursachen bisher jedoch ungeklärt. Sie leiden unter einer sogenannten funktionellen Störung – meistens Reizdarm oder Reizmagen. Neue Erkenntnisse zeigen, wie Ärzte auch diese Patienten erfolgreich behandeln können. Experten der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) informieren auf der Fachtagung Viszeralmedizin 2009 vom 30. September bis 3. Oktober 2009 in Hamburg über aktuelle Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.

 

Bei jedem zweiten Patienten finden Ärzte mit den Standarduntersuchungen Magen- oder Darmspiegelung, Ultraschall und Blutuntersuchung keine Ursache für Beschwerden ihrer Patienten. Die Diagnose lautet dann häufig funktionelle Störung. Heute können Gastroenterologen auch solche Störungen behandeln. Entscheidend ist die richtige Diagnose-Maßnahme. "Menschen mit Reizmagen- und Reizdarmsyndrom sind keine eingebildeten Kranken", sagt Professor Dr. med. Dipl.-Psych Hubert Mönnikes vom Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin. "Die Patienten leiden unter Funktionsstörungen, die durch eine Reihe von Funktionsuntersuchungen aufgedeckt werden können." Dabei finden die Experten Störungen der Magenmotorik, Darmempfindlichkeit, Transport oder Entleerung. Auch Veränderungen der bakteriellen Besiedlung der Darmflora können für die Beschwerden verantwortlich sein.

"Sinnvoll sind Funktionsuntersuchungen bei Schluckstörungen, Aufstoßen und Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall", meint Professor Mönnikes. Zur Behandlung der einzelnen Funktionsstörungen gebe es gezielte Behandlungsoptionen, unter anderem Medikamente. Beim Reizmagen sind es beispielsweise Wirkstoffe, die die Magensaftproduktion herabsetzen oder die Magenmotorik verbessern. Beim Reizdarm werden Mittel eingesetzt, die Verstopfungen oder Durchfällen entgegenwirken oder die Darmflora normalisieren.

Ein wichtiger Therapie-Baustein kann die psychische Behandlung sein: Stress, Angst oder Depressionen beeinflussen die Gesundheit. Zwischen Gehirn und Verdauungstrakt gibt es enge Verbindungen, die sogenannte Brain-Gut – Achse. Neue Erkenntnisse zeigen, dass einige Botenstoffe, die im Gehirn das psychische Befinden beeinflussen, auch im Darm aktiv sind. Mit speziellen Psychopharmaka oder pflanzlichen Mittel können in solchen Fällen Beschwerden beim Reizmagen- und Reizdarmsyndrom gezielt behandelt werden.

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) vom 03.09.2009.

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