Vitamin-K-Antagonisten und Gerinnungs-Selbstmanagement

Monitoring gibt Sicherheit bei oraler Antikoagulation

 

Wiesbaden (26. April 2014) – Das Spektrum der Therapiemöglichkeiten bei oraler Antikoagulation wurde in den letzten Jahren durch die neuen oralen Antikoagulantien (NOAK) erweitert. Nach wie vor stehen zudem die bewährten Vitamin-K-Antagonisten (VKA) für bestimmte Patientengruppen und Indikationen zur Verfügung: Der Einsatz nach mechanischen Herzklappen und bei valvulärem Vorhofflimmern bleibt beispielsweise dieser Wirkstoffklasse vorbehalten. Das regelmäßige Monitoring der INR-Werte ist ein fester Bestandteil der VKA-Therapie, der Sicherheit in der Behandlung geben kann. Gerinnungs-Selbstmanagement durch den Patienten mit Geräten wie dem CoaguChek® XS System kann Therapieoutcome und Adhärenz zudem optimieren. Über die patientengerechte Therapiewahl bei notwendiger oraler Antikoagulation diskutierten Experten auf einem Symposium von Roche Diagnostics im Rahmen des 120. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden.(1)


„Die neuen oralen Antikoagulantien sind aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften gute Alternativen bei oraler Antikoagulation“, so Dr. Jens Kreuz, Bonn. „VKA bleiben aber weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Therapie.“ Bei mechanischem Herzklappenersatz und valvulärem Vorhofflimmern etwa seien nur VKA zugelassen. Zudem, so Kreuz, seien VKA beispielsweise eine Option bei Kontraindikationen der NOAK wie schwerer Niereninsuffizienz, bei mangelnder Adhärenz oder wegen fehlender Antidots bei besonders blutungsgefährdeten Patienten. Ebenso sei es nicht notwendig, stabil eingestellte VKA-Patienten umzustellen, da bei guter INR-Wert-Einstellung von einer Gleichwertigkeit des Wirkstoffes im Vergleich zu Dabigatran und Apixaban bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit ausgegangen werden kann.(2,3) Auch der Therapieoutcome ist bei gut eingestellten Patienten bei beiden Substanzen ausgeglichen.(4) „Für uns bedeutet dies, dass wir bei der Therapiewahl den Patienten immer individuell betrachten müssen.“ Der Schlüssel für ein erfolgreiches Management von Patienten mit VKA-Indikation, betonte der Referent, sei eine stabile Einstellung des individuellen INR-Bereiches, um das Risiko von Komplikationen wie beispielsweise Blutungen soweit wie möglich zu reduzieren. „Ungeachtet der Frage, welcher Wirkstoff eingesetzt werden soll“, resümierte Kreuz, „zeigt die aktuelle Datenlage, dass die orale Antikoagulation insgesamt noch zu selten eingesetzt wird.“

 

 

Sichere Verlaufskontrolle durch INR-Wert-Messung

 

Die Therapie mit VKA sieht zur Therapieüberwachung immer ein regelmäßiges Monitoring des INR-Wertes durch den betreuenden Hausarzt vor. Für Arzt und Patient bedeutet dieser Vorgang einen großen Zeitaufwand, da sowohl die venöse Blutentnahme als auch der Versand der Probe an das Labor sowie die nachgelagerte Wertebesprechung sehr zeitintensiv sind. „Seit über 20 Jahren besteht durch das Gerinnungs-Selbstmanagement jedoch die Möglichkeit, den Patienten aktiv in die Therapie einzubinden und selbstständig agieren zu lassen“, erläuterte Dr. Kathrin Heidinger, Gießen. „Sogar die Anpassung der individuellen Dosis kann nach Generierung der Werte durch den Patienten vorgenommen werden – eine enorme Entlastung für uns.“ Patienten im Gerinnungs-Selbstmanagement handelten dadurch eigenverantwortlicher und würden zu „Experten in eigener Sache“, wodurch wiederum die Compliance erhöht werde. Die engmaschige Therapiekontrolle fördert die Adhärenz und gibt Sicherheit in der Behandlung durch die gute Übersicht der Einstellung. Zur Unterstützung des Messvorgangs stehen Geräte wie das CoaguChek® XS System zur Verfügung, die einfach handhabbar sind und sichere Ergebnisse liefern.

 

 

GSM optimiert VKA-Therapie

 

„Die leitliniengesicherte Kombination von VKA-Therapie und Gerinnungs-Selbstmanagement kann die Behandlungsqualität nachweislich optimieren“, ergänzte Heidinger. Die positiven Effekte des GSM lassen sich anhand vieler Punkte zeigen: Bei diesen Anwendern liegen deutlich mehr INR-Werte im therapeutischen Bereich. Sie weisen eine erhöhte TTR (time in therapeutic range) von 78 Prozent gegenüber konventionell betreuten Patienten auf (61 Prozent).(5) Zudem zahle das GSM auch auf Komplikationen wie Blutungen positiv ein, die im Praxisalltag regelmäßig auftreten: Durch GSM werden schwerwiegende thromboembolische Komplikationen gegenüber der Routinekontrolle in der Arztpraxis signifikant gesenkt (58 Prozent).(6) Zudem erfolgt eine Senkung von Mortalität und schwerwiegenden Blutungen.(6) Bei jeder VKA-Anwendung sollte aus diesen Gründen – wann immer möglich – die Option des GSM zur Optimierung der Therapie ausgeschöpft werden.

 

Voraussetzung für die Durchführung des Gerinnungs-Selbstmanagements ist die Schulung der Patienten durch qualifiziertes Fachpersonal: Jeder Patient, der physisch und kognitiv dazu in der Lage ist, kann geschult werden.(7) Sollten körperliche oder geistige Beeinträchtigungen vorliegen, können Betreuer, Angehörige oder Pflegepersonal ganz einfach mitgeschult werden.(8)

 

 

Über das Gerinnungs-Selbstmanagement mit dem CoaguChek® XS System

 

Das CoaguChek® XS System bietet seit 20 Jahren eine flexible Selbstkontrolle des INR-Wertes bei der oralen Antikoagulationstherapie mit Vitamin-K-Antagonisten. Eine hohe Sensitivität und einfache Handhabung des Gerätes ermöglichen eine schnelle, schmerzarme und zuverlässige Messung. Die Messung erfolgt innerhalb einer Minute und benötigt nur eine geringe Menge Blut aus der Fingerbeere (8 μl). Auch zur Sicherung der Compliance mit einem regelmäßigen Monitoring sollte der kombinierte Einsatz eines Vitamin-K-Antagonisten mit Gerinnungs-Selbstmanagement in Betracht gezogen werden. Derzeit praktizieren in Deutschland bereits rund 200.000 Menschen das Gerinnungs-Selbstmanagement.

 

Bei Fragen steht das CoaguChek Kunden Service Center unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/08 00 855 (bei Anrufen aus Deutschland) zur Verfügung.

 

Weitere Informationen und Services finden Ärzte und Patienten auch unter www.coaguchek.de

 

 

Über Roche

 

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist eines der führenden Unternehmen im forschungsorientierten Gesundheitswesen. Es vereint die Stärken der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics und entwickelt als weltweit größtes Biotech-Unternehmen differenzierte Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Neurowissenschaften. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind Ziel der Personalisierten Medizin, einem zentralen strategischen Ansatz von Roche. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 hat Roche über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren wichtige Beiträge zur Gesundheit in der Welt geleistet. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen 24 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Chemotherapeutika.

 

Die Roche-Gruppe beschäftigte 2013 weltweit über 85.000 Mitarbeitende, investierte 8,7 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 46,8 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland über 14.000 Mitarbeitende.

 

 

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

 

 

Anmerkungen 

  1. Industrie-Symposium „Orale Antikoagulation – Patientengerechte Therapiewahl“, 26.04.2014, DGIM-Kongress, Wiesbaden.
  2. Leitfaden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) 2012; Version 1.0.
  3. Wallentin L et al. Circulation 2013; 127:2166-76.
  4. Wallentin L et al. Lancet 2010; 376(9745):975-83.
  5. Koertke H, Koerfer R. Ann Thorac Surg 2001; 72:44-8.
  6. [eneghan C et al. Lancet 2012; 379:322-34.
  7. Camm A et al. Eur Heart J 2010; 31:2389-2429.
  8. Braun S et al. DMW 2009; 134(14):695-700.

 


 

Quelle: Roche Diagnostics, 26.04.2014 (tB).

 

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