Von Servicerobotern pflegen lassen?

 

Duisburg/Essen (8. November 2011) – Medikamente transportieren oder Essen und Trinken anbieten: Serviceroboter für die Pflege sind technisch relativ weit fortgeschritten, aber werden sie auch von Pflegekräften und Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen akzeptiert? Dieser Fragestellung ging das Forschungsprojekt WiMi-Care an der Universität Duisburg-Essen (UDE) nach, dessen Ergebnisse am 10. November in Tokio vorgestellt werden.

 

Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Situation in Pflegeeinrichtungen tatsächlich verbessert werden kann, wenn einfache logistische Routinetätigkeiten von Servicerobotern übernommen werden. UDE-Projektkoordinatorin Soziologieprof. Karen Shire (Ph.D.): „Fahrerlose Transportfahrzeuge sind nicht nur technisch ausgereift, sondern werden auch von den Nutzern weitestgehend akzeptiert und vom Management begrüßt.“ Noch nicht alltagstauglich ist die Technik allerdings bei komplexeren Anwendungen, also zum Beispiel für das Anbieten von Getränken. Projektmitarbeiter Diego Compagna: „Aber die Pflegekräfte und auch die meisten Bewohner würden sich mit dieser Dienstleistung eines Serviceroboters anfreunden.“

Untersuchungsgegenstand war die Frage, ob und wie sich die Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen mit geeigneten technischen Anwendungen verbessern lässt. Werden Senioren mit angepasster und akzeptierter Servicetechnik vielleicht sogar selbständiger?“ Die Tagung bringt deutsche und japanische Experten zur alternden Gesellschaft und Pflegerobotik zusammen. In diesen beiden Gesellschaften und Kulturkreisen stellt sich die Akzeptanzfrage auf eine besondere Weise. „Wir haben untersucht,

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen zwei Pflegerobotermodelle, die in einer Pflegeeinrichtung für Senioren weiterentwickelt und getestet wurden. Bereits jetzt können Pflegeroboter zum Beispiel Transporaufgaben übernehmen oder Getränke holen und verteilen. Ob sich die Roboter tatsächlich für den Pflege-Einsatz eignen, wurde in Praxistests ermittelt. Projektmitarbeiter Diego Compagna: „Wir wollten herausfinden, wie technische Innovationen in der Pflegedienstleistung gefördert werden können. Welche Rolle spielen dabei optimierter Wissenstransfer und verbesserte Kommunikation zwischen den Dienstleistungsanbietern und den Pflegebedürftigen einerseits und den Herstellern neuer Techniken andererseits?“

Diese Erkenntnisse fließen wieder zurück in die gezielte Entwicklung von Servicerobotern. Mittelfristig könnten sie dann Pflegekräfte bei Routinetätigkeiten entlasten, ohne sie wahrscheinlich jemals ganz ersetzen zu können. Außerdem sollen pflegebedürftige Menschen mit dieser Pflegetechnik länger selbständig in ihrer gewohnten Umgebung leben können.

Weitere Informationen: forum@dijtokyo.org

 


 

Quelle: Universität Duisburg-Essen, 08.11.2011 (tB).

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