Wärme für Wunden

Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) fördert die Wundheilung

Düsseldorf (30. Juni 2016) – Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) ist eine spezielle Form der Wärmestrahlung mit hohem Eindringvermögen in das Gewebe und geringer thermischer Belastung der Hautoberfläche (Abb. 1). wIRA fördert die Heilung akuter und chronischer Wunden sowohl über thermische (auf Wärmeenergieübertragung bezogene) und temperaturabhängige als auch über nicht-thermische und temperaturunabhängige zelluläre Effekte. wIRA entspricht dem Großteil der die Erdoberfläche in gemäßigten Klimazonen durch Wasser und Wasserdampf der Atmosphäre gefiltert erreichenden Sonnenwärmestrahlung.

Die Ergebnisse von 7 klinischen Studien (die größte mit 400 Patienten) über wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) für die Wundheilung sind am 29.06.2016 in Form einer großen Übersichtsarbeit in der interdisziplinären elektronischen Fachzeitschrift "GMS German Medical Science" der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erschienen [1].

Die sechs darin enthaltenen randomisierten kontrollierten klinischen Studien vergleichen eine Kombination aus Therapie auf hohem Niveau plus wIRA-Therapie mit einer Therapie auf hohem Niveau allein.

wIRA steigert die Temperatur (+2,7°C in 2 cm Gewebetiefe) und den Sauerstoffteildruck im Gewebe (+32% in 2 cm Gewebetiefe) und die Gewebedurchblutung.

wIRA fördert sowohl die normale als auch die gestörte Wundheilung: wIRA mindert Entzündung und Sekretion, wIRA fördert Infektionsabwehr und Regeneration und wIRA lindert Schmerzen. Während 230 Bestrahlungen wurde ausnahmslos eine Schmerzlinderung beobachtet mit bemerkenswert weniger Schmerzmittelbedarf (52–69% weniger in den drei Gruppen mit wIRA verglichen mit den drei Kontrollgruppen ohne wIRA nach großen Bauchoperationen; fast 60% weniger Schmerzmittelbedarf bei chronischen venösen Unterschenkelgeschwüren).


Weitere Effekte sind:

  • Schnellere Wundflächenabnahme (bei schwerbrandverletzten Kindern 90% Wundflächenabnahme nach 9 anstelle nach 13 Tagen, nach 9 Tagen ca. 89% anstelle ca. 49% Wundflächenabnahme; kompletter Wundschluss bei chronischen venösen Unterschenkelgeschwüren nach bereits im Median 14 anstelle nach 42 Tagen).
  • Bessere Gesamteinschätzung der Wundheilung.
  • Bessere Gesamteinschätzung des Effekts der Bestrahlung.
  • Besseres kosmetisches Ergebnis.
  • Niedrigere Wundinfektionsrate (nach einer einzelnen Bestrahlung vor der Operation: 5% anstelle 12% Wundinfektionen insgesamt, von diesen: späte Wundinfektionen (an den postoperativen Tagen 9 bis 30) 1,7% anstelle 7,7%).
  • Kürzerer Krankenhausaufenthalt (Entlassung 9 anstelle 11 Tage nach der Operation).

Die Effekte sind mit umfangreichem Zahlenmaterial in einer mehrseitigen Tabelle in der Übersichtsarbeit zusammengestellt und mit Abbildungen verdeutlicht.
wIRA ist eine nützliche Ergänzung für die Behandlung von akuten und chronischen Wunden.

 

Abb.: Spektren der Sonne und von zwei Halogenstrahlern ohne Wasserfilter: Die verschiedenen Strahler bewirken mit ihren dargestellten spektralen Bestrahlungsstärken die gleiche Hautoberflächentemperatur. Photo: G. Hoffmann

Abb.: Spektren der Sonne und von zwei Halogenstrahlern ohne Wasserfilter: Die verschiedenen Strahler bewirken mit ihren dargestellten spektralen Bestrahlungsstärken die gleiche Hautoberflächentemperatur. Photo: G. Hoffmann

Veröffentlichung (frei zugänglich)

  • [1] Hoffmann G, Hartel M, Mercer JB. Heat for wounds – water-filtered infrared-A (wIRA) for wound healing – a review. GMS Ger Med Sci. 2016;14:Doc08.
    DOI: 10.3205/000235, URN: urn:nbn:de:0183-0002352
    Artikel online als PDF und shtml frei zugänglich unter:
    http://www.egms.de/en/journals/gms/2016-14/000235.shtml
  • Ausführliche frei zugängliche Darstellung zahlreicher Anwendungsmöglichkeiten von wassergefiltertem Infrarot A (auch außerhalb von Wunden) (in Deutsch):
    http://www.waerme-therapie.com/fachartikel.html


Weitere Informationen


Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften , 30.06.2016 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung