Wechseljahre dürfen nicht länger ein Tabu sein

 

Köln (11. Mai 2010) – Lieber Schwitzen als Hormone nehmen?  Vaginal-Straffung für besseren Sex? Doris Dörries‘ “Klimawechsel“ brachte die Wechseljahre provokant und mit bitterbösem Humor ins Gespräch – und erntete dafür zwiespältige Reaktionen. Die Frauenärzte der Ärztlichen Genossenschaft GenoGyn begrüßen das große Medienecho auf Dörries‘ TV-Serie, denn es breche längst überfällige Tabus. Noch immer fehle es an Aufklärung über Wechseljahresbeschwerden und nach wie vor würden zu viele betroffene Frauen aus Scham schweigen, statt sich helfen zu lassen.

 

„Heute muss keine Frau unnötig stark unter Wechseljahresbeschwerden leiden“, appelliert Dr. Jürgen Klinghammer aus dem Vorstand der GenoGyn. Doch der Mythos lebt: Diffuse  Ängste vor dem Klimakterium und vermeintliche Hilflosigkeit beunruhigen schon 40-Jährige. Fakt ist, die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein natürlicher Prozess. Im Durchschnitt verändert sich der Hormonhaushalt etwa ab dem 50. Lebensjahr spürbar. Vor allem sinkt der Östrogenspiegel, die Menstruationsabstände werden kleiner oder größer, bis die Blutung ganz ausbleibt und die Fruchtbarkeit der Frau beendet ist. Nur jede Dritte hat dabei erhebliche seelische oder körperliche Probleme. Abhängig ist dies oft von der persönlichen Lebenssituation und der psychischen Verfassung.  Zu den häufigsten Beschwerden zählen Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Angstzustände, depressive Verstimmungen, Libidomangel und Trockenheit der Scheide. In Folge des veränderten Hormonhaushalts können Osteoporose, Herz-, Kreislauferkrankungen und Harninkontinenz auftreten.

 

„Der beste Weg, um gut durch die Wechseljahre zu kommen, ist das rechtzeitige und offene Gespräch mit dem Gynäkologen“, sagt Dr. Klinghammer. „Dabei können wir unnötige Ängste nehmen und aus einem großen Therapiespektrum gemeinsam mit der Patientin individuell geeignete, begleitende Maßnahmen auswählen.“ Das sind zum Beispiel präventive Maßnahmen wie Osteoporose-Prophylaxe mit Vitamin-D, Ernährungsberatung oder körperliche Bewegung. Pflanzliche Präparate können ebenso angezeigt sein wie eine Hormonersatztherapie. Letztere wird kontrovers diskutiert, viele Frauen fürchten sie. „Dafür gibt es keinen Anlass“, so Dr. Klinghammer. Es gehe immer um eine individualisierte Aufklärung und  Therapieentscheidung unter Abwägung von persönlichem Nutzen und Risiko.


Die Botschaft der Frauenärzte der GenoGyn ist klar: „Ob Schweißausbrüche, Probleme beim Geschlechtsverkehr oder Inkontinenz, es gibt keine Tabus, und keine Frau muss sich mit diesen Beschwerden abfinden“. Kompetente medizinische Hilfe steht ihnen, anders als Doris Dörries‘ geplagten TV-Protagonistinnen, in der Realität zur Verfügung.

 

 


Quelle: GenoGyn e.V., 11.05.2010 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung