Abb.: Das Team des Forschungsprojekts „Umgang mit Krankheit in der Familie“. Photo: AppelhansWelche Aufgaben übernehmen Kinder in der Familie, wenn jemand chronisch krank wird?

Repräsentative Umfrage: Forschungsprojekt „Umgang mit Krankheit in der Familie“

Witten / Herdecke (5. April 2016) – Pflegewissenschaftler der Universität Witten/Herdecke wollen im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erforschen, wie Familien ihren Alltag regeln, wenn jemand in der Familie krank wird. Krebs, Multiple Sklerose, Rheuma, Depression – wenn Eltern chronisch krank sind, können sie oft nicht mehr einkaufen, kochen oder putzen. Da springen dann die Kinder ein und übernehmen manchmal auch Teile der Pflege. „Wir wissen weder für Nordrhein-Westfalen noch für ganz Deutschland, wie viele Familien von Krankheit betroffen sind und ebenso wenig, welche Unterstützung sie benötigen“, beklagt Jun.-Prof. Dr. Sabine Metzing die Ausgangslage. „Aus Österreich ist bekannt, dass in der Gruppe der fünf- bis 18jährigen 3,5 Prozent bei Krankheit zuhause mithelfen, wenn wir das auf Deutschland übertragen, wären hier rund 270.000 Minderjährige regelmäßig zuhause eingespannt. Aber wie gesagt: Wir können nur schätzen!“

Das soll nun anders werden: Die Wittener Forscher wollen mehr als 16.000 Schülerinnen und Schüler ab der Sekundarstufe II in NRW befragen. Die Schulen werden dabei in einem statistischen Verfahren per Zufall ausgewählt, wobei Faktoren wie Schulform, Klassenstärke, Alter, Geschlecht und Herkunftsland berücksichtigt werden. „Dazu brauchen wir die Unterstützung der Schulleitungen, der Lehrerinnen und Lehrer, die wir vorab alle anschreiben werden. Pro Klasse wird die Befragung zirka eine halbe Stunde dauern, unsere Mitarbeiter werden vor Ort selbst dabei sein“, erklärt Prof. Metzing den Aufwand, der für diese erstmals dann repräsentativen Daten zur Situation von Schülerinnen und Schülern aus N ordrhein-Westfalen nötig ist.

Die Forscher möchten aus den Ergebnissen der Studie ableiten, wie Familien ihren Alltag gestalten und welche Unterstützungsbedarfe sie haben, wenn sie von chronischer Krankheit eines Mitglieds betroffen sind. „Daraus lassen sich auch Vorhersagen über Risikofaktoren und Ressourcen ableiten, die uns helfen werden, passende Angebote zur Vorbeugung und Unterstützung von betroffenen Familien zu erarbeiten.“ Die Befragung erfolgt übrigens absolut anonym auf Tablets, und die Tablets werden nach Abschluss der Studie unter den Schü lerinnen und Schülern verlost.

Die Studie geht zurück auf Vorarbeiten der Wittener Forscher zur Situation von Kindern mit chronisch kranken Eltern, über die sc hon vielfach berichtet wurde.


Über uns

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.300 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Abb. oben: Das Team des Forschungsprojekts „Umgang mit Krankheit in der Familie“. Photo: Appelhans


Quelle: Universität Witten/Herdecke , 05.04.2016 (tB).

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Wie ein Schmerz den anderen unterdrückt
Opioidtherapien im palliativen Praxisalltag: Retardierte Analgetika zeigen Vorteile
Krankenhäuser und Praxen müssen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen…
Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle

DIABETES

DDG und Verbände definieren erstmals einen Handlungsrahmen für nicht-ärztliche Assistenzberufe…
Typ-2-Diabetes: Neue Hinweise bestärken die Bedeutung von Übergewicht für Spätfolgen
Suliqua®: Eine sinnvolle Option, wenn die BOT zur Blutzuckerkontrolle nicht…
„Körperstolz“: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Anzeige: Aktuelle Daten zu Apalutamid und Abirateron in der Therapie…
Aktuelle Daten zu Apalutamid und Abirateron in der Therapie des…
Bestmögliche Versorgungssicherheit bei der Krebstherapie mit CAR-T-Zellen
Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei aktiver…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…