Am 21. März ist Welt-Down-Syndrom-Tag

Lebenshilfe beklagt Abtreibungsautomatismus

Marburg (14. März 2008) – Zum bevorstehenden Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März beklagt die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung den Abtreibungsautomatismus in Deutschland: Wird durch vorgeburtliche Untersuchungen das Down-Syndrom festgestellt, ist fast immer ein Schwangerschaftsabbruch die Folge. Lebenshilfe-Bundesvorsitzender Robert Antretter fordert daher umfassende Beratung für Eltern, die vor eine solch schwierige Entscheidung über Leben und Tod gestellt werden.


Was hierzulande kaum bekannt ist: Die derzeitige Gesetzeslage erlaubt im Fall des Down-Syndroms eine Abtreibung zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft, auch die Tötung von lebensfähigen Föten. Die Eltern sind nicht verpflichtet, sich über die Entwicklungschancen ihres Kindes beraten zu lassen. In aller Regel wird ihnen nicht mal ein solches Angebot gemacht. 

Dabei steht hier die Lebenshilfe mit ihrem bundesweiten Netz von mehr als 525 örtlichen Vereinigungen gerne zur Verfügung.

Weltweit wird jedes 800. Kind mit dem Down-Syndrom geboren, früher diskriminierend Mongolismus genannt. Beim Down-Syndrom ist das 21. Chromosom dreimal statt zweimal vorhanden, daher auch die ebenso gebräuchliche Bezeichnung Trisomie 21. Zum Welt-Down-Syndrom-Tag, der dieses Jahr auf Karfreitag fällt und zum dritten Mal begangen wird, macht die Lebenshilfe darauf aufmerksam, dass Familien mit einem behinderten Kind nicht allein dastehen. Sie erhalten umfangreiche Unterstützung durch den Staat und Organisationen wie die Lebenshilfe. Viele Eltern berichten immer wieder davon, dass sie nach einer ersten Zeit der Niedergeschlagenheit und des Haderns ihr behindertes Kind als Bereicherung und ihr Leben als glücklich empfänden. 

Die Lebenshilfe Berlin hatte zum Down-Syndrom-Tag einen Plakatwettbewerb initiiert, an dem sich junge Künstler und Designstudenten aus ganz Europa beteiligten. Die Entwürfe werben für eine Welt, in der Menschen nicht perfekt sein müssen. Eine Auswahl wird unter dem Titel "Anders in Gesellschaft" vom 21. März bis 4. April in der Berliner Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, gezeigt.

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