Welt-Nichtrauchertag: Rauchen beeinträchtigt auch die Mundgesundheit

 

Raucher verlieren binnen fünf Jahren nach einer Implantatbehandlung doppelt so viele Implantate wie Nichtraucher

 

Hannover (30. Mai 2011) – Rauchen schädigt nicht nur Lunge, Herz und Blutgefäße, sondern auch Zähne und Zahnfleisch. »Dies macht Rauchen zu einem Risikofaktor nicht nur für frühen Zahnverlust, sondern kann auch den Erfolg einer Versorgung mit Zahnimplantaten beeinträchtigen«, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Implantologie anlässlich des Welt-Nichtrauchertages am morgigen 31. Mai.

 

Eine Fülle wissenschaftlicher Studien belegt, dass Rauchen den Erfolg einer Implantatbehandlung beeinträchtigen kann. So berichtete jetzt beispielsweise eine Forschergruppe um Professor Marco Esposito von der Universität Manchester (UK), dass Raucher binnen fünf Jahren nach einer Implantatbehandlung doppelt so viele Implantate verlieren wie Nichtraucher. Die Wissenschaftler hatten dazu über 1.500 Implantat- Patienten, 1.100 Nichtraucher und 549 Raucher, untersucht. Wie sie in der aktuellen Ausgabe des European Journal of Oral Implantology schreiben, betrug die Verlustquote nach fünf Jahren bei Nichtrauchern 2,9 Prozent und bei Rauchern 5,5 Prozent. Andere Studien zeigen eine Verlustrate bei Rauchern von zehn Prozent binnen zehn Jahren.

 

»Rauchen fördert Entzündungsprozesse im Mund und erschwert die Wundheilung«, erklärt Prof. Dr. Hendrik Terheyden, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie und Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer- Gesichtschirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel. Die Schadstoffe im Tabakrauch steigern das Risiko von Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) um das zwei bis sechsfache und können Komplikationen bei der Einheilung eines Implantats verursachen. »Nikotin verengt die Blutgefäße und verschlechtert so die Blutversorgung im Zahnfleisch«, sagt Terheyden. »Dies beeinträchtigt die Wundheilung nach einer Implantation und die Einheilung von Knochengewebe, wenn ein geschrumpfter Kieferknochen vor einer Implantation zunächst aufgebaut werden muss.«

 

 

Auch wenn das Implantat einheilt, bleiben Raucher Risikopatienten

 

Bei ihnen diagnostizieren die Ärzte häufiger eine so genannte Periimplantitis, eine Entzündung des Gewebes um das Implantat herum. Kann diese nicht gestoppt werden, ist der Verlust der künstlichen Zahnwurzel unausweichlich. „Bei Rauchern ist die Implantatbehandlung zwar grundsätzlich möglich, wir müssen die Patienten jedoch stets auf das erhöhte Verlustrisiko aufmerksam machen“, betont Terheyden.

 

 

Tipps für Patienten

 

Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie hat jedoch auch eine gute Nachricht für Raucher: Wer eine Woche vor einer Implantatbehandlung mit dem Rauchen aufhört und nach der Operation acht Wochen lang auf den Glimmstengel verzichtet, kann sich über Einheilraten freuen, die mit jenen von Nichtrauchern vergleichbar sind. »Nach dieser Zeit sind Patienten auch auf einem guten Weg zum Nichtraucher«, sagt Professor Terheyden. Wer dennoch wieder rückfällig wird, sollte seinen Tabakkonsum unbedingt auf fünf Zigaretten pro Tag beschränken. Hinzu kommen muss eine engmaschige Überwachung der Mundgesundheit im Drei-Monats-Rhythmus, damit Komplikationen frühzeitig erkannt und behandelt werden können.

 

 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Implantologie e.V., 30.05.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung