Weltgipfeltreffen der Nationalen Ethikräte in Berlin

 

Berlin (18. März 2016) Am 17. und 18. März 2016 war der Deutsche Ethikrat Gastgeber des 11. Global Summit der Nationalen Ethik-/Bioethik-Kommissionen. Bundespräsident Joachim Gauck hielt die Eröffnungsansprache.  Unter dem Motto „Globale Gesundheit – Globale Ethik – Globale Gerechtigkeit“ kamen rund 200 Vertreter Nationaler Ethik/Bioethik-Kommissionen aus ca. 100 Ländern, Mitglieder internationaler Organisationen wie WHO, UNESCO und CIOMS sowie Regierungsvertreter zusammen.


Bundespräsident Joachim Gauck hob in seiner Eröffnungsansprache hervor, wie wichtig es sei, „die internationale Debatte darüber zu verstärken, wie die ethische Fundierung mit der Globalisierung Schritt halten kann“. Denn „es geht um Chancen und Risiken moderner Forschung, die zunehmend nach internationalen Antworten verlangen – auch weil sich Wissenschaft und Forschung grenzüberschreitend schnell weiter verflechten“.

 

Christiane Woopen, die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates und Präsidentin des 11. Global Summit, zeigte sich in ihrer Einführungsrede davon überzeugt, dass erstens Nationale Ethik-/Bioethik-Gremien ein auch für andere soziale Fragen beispielhafter Raum „für eine unabhängige interdisziplinäre Debatte sind, die sich an moralischen Werten und ethischen Prinzipien orientiert“. Zweitens berücksichtigten Nationale Ethik-/Bioethik-Gremien „einen moralischen Pluralismus im Rahmen der universellen Geltung ethischer Prinzipien“. So könne der Global Summit einen Beitrag dazu leisten, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

 

Auch die stellvertretende Generaldirektorin der WHO, Marie-Paule Kieny, würdigte den interdisziplinären Austausch des Global Summit, denn „die drängendsten Fragen unserer Zeit von Epidemien bis hin zur Umweltverschmutzung, vom Klimawandel bis hin zu Möglichkeiten neuer Technologien erfordern eine ethische Reflexion und ethisch fundierte Antworten von uns allen“.

 

Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), betonte in seinem Grußwort, dass „immer seltener nationale Antworten auf solche globalen Herausforderungen“ zu finden seien. Das BMBF wolle mit seiner Forschungsförderung aktiv zu globalen Antworten beitragen. Durch die internationale Zusammenarbeit würden die weltweit besten Köpfe zusammengeführt. Die Bundesrepublik Deutschland könne „auf eine solide, langjährige Tradition der bioethischen Debatte“ zurückblicken, die der Deutsche Ethikrat „klarer, transparenter, kriterienorientierter nach vorne gebracht“ habe.

 

Auf dem Programm der Tagung standen die Themen neue Technologien (Big Data und Genome-Editing), Epidemien und globale Solidarität, ethischer Pluralismus, Biopolitik und Biorecht sowie die Verbesserung gesellschaftlicher Bewusstseinsbildung in bioethischen Fragestellungen. Grundlage dieser Diskussionen waren Hintergrundpapiere, die im Vorfeld der Konferenz von Experten erarbeitet worden waren.

 

Der Global Summit ist das für den Dialog und Austausch zu bioethischen und lebenswissenschaftlichen Fragen einzige internationale Treffen Nationaler Ethik- und Bioethik-Gremien. Das Ziel des Global Summit besteht darin, ethische Probleme globaler Dimension aufzuzeigen, ein Forum für den Meinungsaustausch zu schaffen sowie die Diskussion über Fragen des Gesundheitswesens und Forschungsaktivitäten auf internationaler und regionaler Ebene zu ermöglichen.

 

Der Global Summit 2016 wurde gemeinsam vom Deutschen Ethikrat und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in enger Zusammenarbeit mit der UNESCO vorbereitet. Bei der Vorbereitung des Treffens wurden sie unterstützt von einem Lenkungsausschuss, dem Vertreter Nationaler Ethikräte aus den sechs WHO-Regionen angehören. Der 11. Global Summit wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell gefördert.

 

Gastgeber des 12. Global Summits 2018 wird Senegal sein.

 

Die Eröffnungszeremonie sowie alle Plenarsitzungen wurden live im Webstream übertragen. Die Videos sowie die Expertenpapiere sind unter https://www.globalsummit-berlin2016.de/ abrufbar.

 

 

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Quelle: Deutscher Ethikrat, 18.03.2016 (tB).

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