Wenn der Rücken die Last nicht mehr tragen mag

Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg bietet europaweit einmaliges Rückenkolleg an

 

Kathrin Qumarin beim Rückentraining mit ihrer Sportlehrerin Birgit Ehnert.Hamburg (9. September 2008) – Kathrin Oumarin (37) ist mit Leib und Seele Gesundheitspflegerin. Als Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege arbeitet sie seit neun Jahren auf der Brandverletztenintensivstation des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg (BUKH). Ein Job, der nicht nur physisch an die Substanz geht. „Die Arbeit ist sehr schwer, wurde aber von mir selber ausgesucht. Vor allem, weil hier alles im Team geschieht, kein Platz für Selbstdarsteller ist“, gibt es für sie keinen schöneren Beruf.

Doch seit dem zarten Alter von 21 Jahren meldet sich immer wieder schmerzhaft der Rücken. Schuld ist einerseits zweifellos die Veranlagung – „meine Wirbelsäule ist eben einfach nicht die beste“, räumt sie ein. Andererseits aber sind die Probleme auch berufsbedingt, da sie sich auf Station immer wieder bücken muss. Zwar ist sie seither Stammgast in Fitnessstudios, macht Wirbelsäulengymnastik und Stabilisationstraining, doch die Beschwerden kommen immer wieder. Seit zwei Jahren hat sie das Problem aber deutlich besser im Griff – dank des Rückenkollegs der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), den das Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus Hamburg (BUKH) anbietet.

 

 

 

Kathrin Qumarin beim Umbetten einer Patientin.

 

 Abb. 2: Kathrin Qumarin beim Umbetten einer Patientin.

 

 

Diese europaweit einmalige Einrichtung ist ein multimodulares stationäres Programm, „bei dem sich insbesondere Kranken- und AltenpflegerInnen drei Wochen am Stück nur um sich kümmern können“, führt die verantwortliche Sportlehrerin Birgit Ehnert (46) aus. 30 Therapeuten, jeweils zwei Psychologen und Ärzte sowie eine Ernährungswissenschaftlerin kümmern sich um durchschnittlich 14 Patienten pro Kurs, „wobei das berufsspezifische Training eindeutig das Herzstück bildet.“ Das ist aber nur ein Aspekt, denn „wir versuchen die Problematik von allen Seiten zu beleuchten, und zwar bei jedem einzelnen Teilnehmer. Die Wissenschaft hat nämlich längst nachgewiesen, dass eine einseitige Ausrichtung – etwa einzig Physiotherapie, und sei sie noch so gut – bestenfalls kurzfristig funktioniert. Nachhaltliche Erfolge lassen sich nur bei einem ganzheitlichen Ansatz wie bei uns erzielen.“

 

Zu Beginn der drei Wochen wird jeder Patient computertechnisch vermessen. So erhalten die Betreuer genauen Aufschluss etwa über die Effizienz einzelner Muskelgruppen und erstellen für jeden Teilnehmer auf dieser Basis einen individuellen Trainingsplan. „Ich konnte gezielt an meinen persönlichen Defiziten arbeiten“, erinnert sich Kathrin Oumarin. „Wir hatten in diesen drei Wochen einen strammen Stundenplan. Spezifisches Training und individuelle Beratungsgespräche wechselten sich dabei mit Gruppensitzungen ab.“ Fester Bestandteil für die Krankenschwestern aus dem ganzen Bundesgebiet waren die Übungen direkt am Patientenbett – um zu lernen, wie sie tägliche Handgriffe und Arbeiten möglichst rückenschonend erledigen können. „Inzwischen sind die Bewegungsabläufe für mich in Fleisch und Blut übergegangen, so dass ich gar nicht mehr darüber nachdenken muss. Da geht es wirklich um jede Kleinigkeit: Wie muss die Bein- und Beckenstellung sein, wie die Hüftneigung? Sogar die Kopfhaltung spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle.“

 

 

Kathrin Oumarin beim speziellen Rückentraining.

 

 Abb. 3: Kathrin Oumarin beim speziellen Rückentraining.

 

 

In den zwei Jahren seit der Teilnahme am Kolleg hat Kathrin Oumarin praktisch kaum noch Rückenschmerzen gehabt. „Es kann zwar immer passieren, dass mal kurz ein Wirbel blockiert. Aber einen Bandscheibenvorfall hatte ich nicht mehr. Grundsätzlich kann ich sagen, dass sich meine Beschwerden deutlich gebessert haben.“ Um den Erfolg zu überprüfen und zu vertiefen, nimmt sie demnächst an einem einwöchigen so genannten Refresher-Kurs teil. „Dort werden die Patienten dann nicht mehr therapiert. Es ist eher ein Abgleich des Erlernten mit dem Ist-Zustand. Diese Form der Nachsorge bietet sich vor allem für Patienten mit einem hohen Maß an Eigeninitiative an“, betont Birgit Ehnert.

 

Daran mangelt es Kathrin Oumarin wahrlich nicht. Seit gut zwei Jahren ist sie als Mentorin auf ihrer Station als Mittlerin zwischen Leitung und Team tätig. Dabei wirkt sie auch als Aushängeschild nach draußen, unterrichtet an Weiterbildungsstätten und zunehmend an Krankenpflegeschulen. Eine zusätzliche Belastung, die sie dank des Rückenkollegs im wahrsten Sinne des Wortes problemlos schultern kann.

 


 

Quelle: Presseinformation des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg vom 09.09.2008.

 

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