Photo: BVMedWie kann gute Pflege auch in Zukunft gesichert werden?

Stabilität und Variation des Care-Mix in Pflegeheimen unter Berücksichtigung von Case-Mix und Outcome

 

Bremen (4. März 2013) – Die Zunahme der hochaltrigen, schwerstpflegebedürftigen und an Demenz erkrankten Bewohner, die Arbeitsverdichtung sowie der Personalmangel an qualifizierten MitarbeiterInnen stellen derzeit hohe Anforderungen an die oft knappen Ressourcen von Pflegeeinrichtungen. Dabei ist das Ineinandergreifen der beiden entscheidenden „Stellschrauben“ – Case-Mix (Zusammensetzung der Heimbewohner) und Care-Mix (Zusammensetzung des Personals) – für zukünftige Versorgungssituationen in der Langzeitpflege zentral, wenn es um die Frage geht, wie Pflegeheime die steigenden Anforderungen auch in Zukunft verlässlich bewältigen können. Gleichzeitig kann hinsichtlich der Ergebnisqualität (Outcome) ein deutlicher Zusammenhang zwischen den beiden Parametern Case- und Care-Mix vermutet werden und ist mit der Frage verbunden, ob und wie bei gegebenem Case-Mix und einem ebenso gegebenen Care-Mix die Ergebnisqualität pflegerischer Versorgung in der stationären Langzeitpflege beeinflusst wird.

 

Dieser Thematik widmet sich ein neues Projekt, das am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) an der Universität Bremen unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Görres, Leiter der Abteilung „Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung“, durchgeführt wird. Mittels Erhebungs- und Fragebögen in vier Bremer Pflegeheimen werden Daten zu ausgewählten, quantifizierbaren Variablen des Care-, Case-Mix und der Ergebnisqualität erhoben. Ein daraufhin zu entwickelndes, statistisches Modell soll die Zusammenhänge zwischen den Variablen erstmalig abbilden. Damit liefert die Pilotstudie Rückschlüsse auf die Frage, wie die Herausforderungen in der stationären Versorgungssituation in Zukunft bewältigt werden können. Daneben wird durch die Auswahl und Überprüfung von quantifizierbaren Variablen die gesundheitspolitische Forderung nach sensitiven und validen Qualitätsindikatoren aufgegriffen, die das Abbilden der Qualität der pflegerischen Versorgung gegenüber den bisherigen Prüfinstrumenten weiterentwickeln können.

 

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Klinische Studien in Bremen (KKSB) und der Hochschule für Gesundheit in Bochum durchgeführt. Förderer ist der GKV-Spitzenverband, Projektstart ist der 1.4.2013.

 

 


 

Quelle: Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), 04.03.2013 (tB).

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