Zahngesunde Ernährung in jedem Lebensalter

Gesunde Zähne bis ins hohe Alter – Feste Kost macht feste Zähne

 

Eine ausgewogene, kauaktive Nahrung trägt dazu bei, die Zahn- und Mundgesundheit sowie die allgemeine Gesundheit langfristig zu erhalten. Photo: PhotoDiscMarburg (31. Mai 2006) – „Good Aging“ – dieses Schlagwort drückt gut aus, worum es beim Älterwerden geht: Die Erhaltung von Gesundheit und Fitness trotz steigender Lebensjahre. Eine gute Zahn- und Mundgesundheit trägt Wesentliches dazu bei. Mit konsequenter Zahn- und Mundhygiene und zahngesunder Ernährung kann jeder Mensch dafür selbst eine gute Grundlage schaffen. Der Lohn: Wohlbefinden und hohe Lebensqualität im Alter. Denn nicht das höhere Lebensalter an sich, sondern bestimmte Lebensumstände und Einflüsse schaden der Zahn- und Mundgesundheit. Dazu gehört zum Beispiel eine verminderte Speichelproduktion. Denn der Speichel ist außerordentlich wichtig für die Zähne, er übt verschiedene Schutzfunktionen aus: Er neutralisiert zahnschädigende Säuren, regeneriert die Zahnsubstanz mit Mineralien, transportiert Abwehrstoffe und trägt zur Selbstreinigung des Mundes bei. Im Alter geht die Speichelbildung häufig zurück, ausgelöst zum Beispiel durch Krankheiten wie Diabetes mellitus, Depressionen oder Autoimmun-Erkrankungen. Auch viele Arzneimittel verringern als Nebenwirkung die Produktion des Speichels, beispielsweise Herz-Kreislauf-Medikamente, Abführmittel, Antidepressiva oder entwässernde Mittel. Außerdem lässt oft das Durstempfinden nach, so dass viele ältere Menschen zu wenig trinken – dann steht zu wenig Flüssigkeit für die Speichelproduktion zur Verfügung.

Zunächst ist es wichtig, dieses Symptom ernst zu nehmen: Betroffene sollten ihren Arzt fragen, ob ihre Medikamente damit zu tun haben und durch andere ersetzt werden können. Die tägliche Trinkmenge sollte überprüft werden: Zu jedem Essen gehören ein bis zwei Gläser Flüssigkeit und auch zwischen den Mahlzeiten sollte man regelmäßig trinken. Am besten gelingt das, wenn man morgens eine Flasche Mineralwasser bereit stellt oder eine Kanne Tee kocht und diese über den Tag austrinkt. So gelangt man leicht auf die empfohlenen 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit täglich. Besonders geeignete Getränke sind kohlensäurefreies Mineralwasser oder ungesüßte Kräutertees. Ebenso können wasserreiche Obstsorten, Gemüsebrühen oder Suppen einen Beitrag zur Flüssigkeitsversorgung leisten. Auch zuckerfreie Bonbons mit Anis, Fenchel oder Salbei regen den Speichelfluss an; besonders empfehlenswert sind spezielle Zahnpflegebonbons.

Nach wie vor stellen Zucker und zuckerhaltige Speisen eine große Gefahr für die Zähne dar. Deshalb sollte Süßes den Hauptmahlzeiten vorbehalten bleiben; zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten können durch zahnschonende Snacks ersetzt werden, beispielsweise durch Obststücke, Käsewürfel oder Milchmix-Getränke. Kaffee oder Tee kann mit Süßstoff gesüßt werden. Wer nicht auf ein süßes „Betthupferl“ verzichten will, darf hinterher auf keinen Fall das Zähne putzen vergessen.

Probleme mit dem Zahnersatz, Druckstellen oder Verletzungen im Mund lassen viele Senioren vermehrt zu weichen Speisen wie Püree, Brei, zu weich gekochtes Gemüse, Weißbrot, Kuchen und ähnlichen Nahrungsmitteln greifen.

Besser ist es aber, das Übel an der Wurzel zu packen, das heißt die Beschwerden mit dem Zahnarzt zu besprechen und für Abhilfe zu sorgen. Denn wer vorwiegend weiche oder breiige Speisen isst, dessen Ernährung wird unausgewogen und einseitig. Die Gefahr ist hoch, dass es zu einer Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen kommt, beispielsweise zu Vitaminmangel. Auch fehlen dann meistens ausreichend Ballaststoffe. Das Kautraining fördert außerdem die Speichelbildung und hält den Zahnhalteapparat funktionsfähig. Fehlt dem Kiefer die dauernde Beanspruchung durch das Kauen, bilden sich mit der Zeit Kieferknochen und -muskulatur zurück. Dadurch entsteht der typisch „greisenhafte“ Gesichtsausdruck.

Deshalb sollten auch ältere Menschen Nahrung bevorzugen, die gut gekaut werden muss, beispielsweise Salat, knackiges Gemüse oder dunkles Brot. Falls dennoch über einen be-stimmten Zeitraum Kauprobleme überbrückt werden müssen, sollten die verzehrten Speisen zumindest einen leichten Kauanreiz bieten, wie zum Beispiel Salzkartoffeln, zarte Gemüsesorten, weiches Obst oder Hackfleisch. Außerdem erleichtern dann mundgerechte Stücke die Nahrungsaufnahme und mit reichlich Flüssigkeit in Form von Soßen, Suppen oder Getränken „rutscht“ das Essen besser.

Mit steigenden Lebensjahren ändert sich meistens auch das Körpergewicht. „Junge alte Menschen“, das heißt Personen zwischen 60 und 70 Jahren, sind häufig übergewichtig, weil sie nach wie vor die selbe Menge Nahrung zu sich nehmen, aber eigentlich weniger Energie benötigen. Je älter ein Mensch jedoch wird, desto häufiger treten Mangel- und Unterernährung auf. Die Ursachen dafür sind vielfältig, hängen aber oft auch mit der Zahn- und Mundgesundheit zusammen, zum Beispiel mit Kauproblemen oder dem Rückgang der Speichelbildung. Andere Faktoren sind Veränderungen im Geschmacks- und Geruchssinn oder Appetitlosigkeit.

Ein guter Gesundheitszustand – und damit auch eine gute Zahn- und Mundgesundheit – können aber langfristig nur mit einer vielseitigen, mineralstoff- und vitaminreichen Kost erhalten werden! Der Speiseplan sollte deshalb abwechslungsreich sein und neben viel Obst und Gemüse Getreideprodukte, Milchprodukte, Fleisch und Fisch beinhalten. Bei mangelndem Appetit hilft regelmäßige Bewegung wie Spaziergänge oder Gymnastik. Auch eine gemütliche Atmosphäre und Gesellschaft beim Essen fördern den Appetit. Kommt es dennoch zu Untergewicht, sollte der Hausarzt binnen kurzem aufgesucht und in Rücksprache mit ihm frühzeitig Zusatznahrung oder Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden.


Quelle: Rundum-Zahngesund im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (tB).
 

Abb.:Eine ausgewogene, kauaktive Nahrung trägt dazu bei, die Zahn- und Mundgesundheit sowie die allgemeine Gesundheit langfristig zu erhalten. Photo: PhotoDisc

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung