ZahnPflege

Wieviel Implantate braucht ein Patient?

Zahnärztliche Implantate und Lebensqualität

 

Prof. Dr. P. Rammelsberg

 

Heidelberg (3. Juli 2009) - Zahnärztliche Implantate haben die Möglichkeiten der Zahnärzte zur Versorgung von Patienten nach Zahnverlusten wesentlich erweitert und leisten einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der mundgesundheitsbezogenen und damit auch allgemeinen Lebensqualität der betroffenen Patienten. Sie werden heute mit Hilfe von wenig invasiven Methoden in Kombination mit standardisierten Instrumenten und OP-Verfahren in den ortständigen Kieferknochen eingebracht, und können als künstliche Zahnwurzeln verloren gegangene Zähne ersetzen. Das Einsatzspektrum ist weit gefächert und reicht von Einzelzahnimplantaten in isolierten Zahnlücken bis hin zum zahnlosen Kiefer, in dem meist 2 – 6 Implantate zur Stabilisierung einer Prothese wertvolle Dienste leisten.

Wenn Kauen zur Qual wird

 

Prof. Dr. M. Schmitter

 

Heidelberg (3. Juli 2009) - Funktionsstörungen im Kiefer-Gesichtsbereich gehen meist von der Kaumuskulatur und/oder den Kiefergelenken und/oder assoziierten Strukturen aus. Insbesondere Schmerzen, aber auch Limitationen der Unterkieferbeweglichkeit sind häufig Ausdruck einer bestehenden Funktionsstörung. Neuere Studien konnten zeigen, dass ca. 16 % der Bevölkerung behandlungsbedürftige Funktionsstörungen aufweisen.1 Somit liegt bei ca. jeder 6. erwachsenen Person eine Behandlungsbedürftigkeit vor- dies betont die Notwendigkeit, funktionsdiagnostische Untersuchungen in die tägliche Praxis zu integrieren. Viele Patienten sind sich jedoch nicht bewusst, dass ihre Beschwerden durch Funktionsstörungen bedingt sind, da z.B. auch Kopfschmerzen hierzu zählen können.2

Wie viel Lebensqualität schafft prothetischer Zahnersatz?

Prothetik und Lebensqualität

 

Dr. T. Stober

 

Heidelberg (3. Juli 2009) - Fehlende Zähne können durch festsitzenden oder abnehmbaren Zahnersatz ersetzt werden. Kronen und Brücken werden als festsitzender Zahnersatz bezeichnet. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie fest in der Mundhöhle, auf Zähnen oder Zahnimplantaten, verankert sind. Abnehmbarer Zahnersatz unterteilt sich in Teilprothesen und Totalprothesen für Menschen ohne Restzähne. Abnehmbarer Zahnersatz kann von den Patienten, beispielsweise zur Mundhygiene, aus dem Mund genommen werden. Für alle genannten Formen von Zahnersatz gibt es zahlreiche Varianten, die sich nach Funktion des Zahnersatzes, Materialien, Art der Herstellung, Präparation sowie Anzahl und Position der einbezogenen bzw. ersetzten Zähne unterscheiden.

 

Zahnarzt – ein Arzt nur für Zähne?

Psychosoziale Aspekte bei der Patientenbehandlung

 

Dr. M. Leckel

 

Heidelberg (3. Juli 2009) - Die Berücksichtigung psychosozialer Aspekte sowohl im Rahmen der Alterszahnheilkunde als auch chronisch schmerzhafter Funktionsstörungen wird schon seit längerem als wichtiger Bestandteil von Diagnostik und Therapie angesehen werden kann. Grundsätzlich sollte der Zahnarzt, so wie jeder andere ärztliche Spezialist, auch über den allgemeinen Gesundheitszustand seines Patienten umfassend informiert sein. Soweit dies körperliche Leiden wie z.B. kardiovaskuläre Erkrankungen oder Koagulopathien betrifft, ist die Erkundigung danach selbstverständlich. Selbst Erkrankungen wie Hepatitis oder die Tatsache einer HIV-Positivität, deren Preisgabe unmittelbar den psychischen Intimbereich des Patienten berührt, werden in aller Regel ohne Umschweife bereits in der Erstanamnese - zuweilen sogar per Fragebogen - erhoben.

Mundgesundheit und Lebensqualität

 

PD Dr. A. Hassel

 

IZZ-PresseforumHeidelberg (3. Juli 2009) - Die World Health Organisation (WHO) definierte Gesundheit als weit mehr als die reine Abwesenheit von Krankheit und Schmerz, vielmehr wird Gesundheit im Kontext der Lebensumstände eines Individuums als Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens gesehen (WHO, 1948). Dies trägt einer Entwicklung weg vom Materialismus, geprägt durch Konsum und Wirtschaftswachstum hin zu postmaterialistischen Werten wie Selbstbestimmtheit, Selbstverwirklichung und Streben nach individuellem Wohlempfinden und Zufriedenheit Rechnung. Der Grad dieses Wohlbefindens, die empfundene  Lebensqualität, war in der Vergangenheit bereits Teil der medizinischen oder zahnmedizinischen Arzt/Patientengespräche, wurde aber in der Medizin/Zahnmedizin nicht als eigenständige Diagnostik neben klinischen Morbiditätszeichen erhoben. Dabei können sich der Grad des Wohlbefindens und klinische Morbiditätszeichen decken, müssen dies aber nicht.

Haben Omas und Opas "Dritte" bald ausgedient?

Zahnimplantologie entwickelt sich rasant - neues Forschungsprojekt für Greifswalder Mediziner

 

Greifswald (17. September 2008) - Vor 25 Jahren wurden am Uniklinikum Greifswald die ersten drei Zahnimplantate eingesetzt. Inzwischen werden jährlich etwa 300 der künstlichen Zahnwurzeln aus Titan im Kiefer verschraubt. Damit gehört Greifswald zu den Spitzenreitern unter den Universitätskliniken in den neuen Bundesländern. Die Implantologie gilt allgemein als das Fachgebiet der Zahnheilkunde mit der rasantesten Entwicklung.

Bis zur Ablösung des guten alten Gebisses werden allerdings noch ein paar Jahre vergehen.

Greifswalder Zahnmediziner und Kieferchirurgen forschen jetzt zusammen mit dem Schweizer Marktführer für Zahnimplantate in Europa, der Firma Straumann, an innovativen Knochenersatz-materialien, da nicht jeder Kiefer für ein Zahnimplantat geeignet ist. Die Greifswalder Studie unter Leitung des Stellvertretenden Direktors der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Prof. Wolfgang Sümnig, wird von dem Schweizer Medizintechnikunternehmen in den nächsten zweieinhalb Jahren mit fast 100.000 Euro unterstützt.

Staatsanwalt ermittelt gegen McZahn wegen Betrugsverdachts

GZM-Gütesiegel – mehr Sicherheit durch definierte Standards 

Mannheim (28. August 2008) - Die Schlagzeilen um Zahnersatz aus dem Ausland reißen nicht ab. Erst kürzlich schockierte bleihaltiger Zahnersatz aus Fernost Patienten in den USA, nun hat die McZahn AG anscheinend Patienten und Kassen gefälschte Konformitätserklärungen untergejubelt und damit ausgerechnet die Zertifikate gefälscht, die eigentlich das Einhalten deutscher Normen belegen sollten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen Abrechnungsbetrugs an den Krankenkassen. Worauf sollen sich Patienten jetzt noch verlassen?

Parodontitis – Gefahr für Herz und Hirn

Neue Forschergruppe sucht unter anderem nach dem Link zwischen Parodontitis, Herzinfarkt und Schlaganfall

 

Bonn (11. August 2008) - Erkrankungen des Zahnhalteapparats wie die so genannte Parodontitis können auf Dauer lebensgefährliche Folgen haben: Die oft chronischen Entzündungen von Zahnfleisch und Kiefer erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall beträchtlich. Die Ursachen dafür sind noch weitgehend ungeklärt. Eine neue klinische Forschergruppe unter Federführung der Universität Bonn will diese Wissenslücke schließen. Die Wissenschaftler bearbeiten darin auch die Frage, wodurch parodontale Erkrankungen entstehen und wie sie bekämpft werden können. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Universität Bonn fördern das Projekt zunächst für drei Jahre mit rund 3 Millionen Euro. Es ist deutschlandweit die erste und einzige Klinische Forschergruppe in der Zahnmedizin.

Das Pflegebett als Zahnarztstuhl:

Land unterstützt Modellprojekt in Schweriner Pflegeheimen

 

Schwerin  (10. Juli 2008) -  Ein neues Modellprojekt in Schwerin macht es künftig möglich, dass Zahnärzte Pflegebedürftige regelmäßig direkt im Alten- oder Pflegeheim behandeln. Mit mobilen Behandlungsplätzen ausgerüstet werden sieben Zahnärzte die Patienten in den Schweriner Einrichtungen der Sozius Pflege- und Betreuungsdienste gGmbH betreuen. „Für pflegebedürftige Menschen ist ein Zahnarztbesuch oft mit einem enormen Aufwand verbunden – wir schaffen mit dem mobilen Zahnarzt Abhilfe“, sagte Sozialminister Erwin Sellering am Donnerstag in Schwerin bei der Übergabe des Förderbescheides. „Die Menschen in Alten- und Pflegeheimen werden damit besser zahnärztlich betreut. Das gilt für die Behandlung und gerade auch für die Vorsorge.“

Die zahnärztliche Selbstverwaltung – heute und morgen

 

Dr. Ute Maier, Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und IZZ-Verwaltungsratsvorsitzende

 

Strasbourg, Frankreich (4. Juli 2008) - Bevor ich mich aktiv mit berufspolitischen Themen beschäftigt habe, war ich mir gar nicht im Klaren darüber, welches Privileg die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen eigentlich darstellt. Ich nahm sie zur Kenntnis wie die anderen Varianten der Selbstverwaltung, die im deutschen Sozial- und Rechtsstaat verankert sind und die man allgemein kennt: die kommunale Selbstverwaltung oder die der Hochschulen und Universitäten.

IQWiG: Bedeutung der Gegenbezahnung für die Wahl des Zahnersatzes: Vorbericht erschienen

Mangels Studien keine belastbaren Aussagen möglich - IQWiG bittet um Stellungnahmen

 

Berlin (30. Juni 2008) - Zahnlücken sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Sie können sich auch ungünstig auf die benachbarten Zähne und die Zähne des Gegenkiefers auswirken: Probleme beim Kauen, Karies, nächtliches Zähneknirschen und migräneartige Kopfschmerzen sind nur einige der möglichen Folgeschäden. Schließen lassen sich die Lücken durch festsitzenden Zahnersatz in Form von Brücken oder durch herausnehmbare Teilprothesen. Beides lässt sich auch auf Implantate aufbauen. Seit Anfang 2005 zahlen die Krankenkassen ihren Versicherten einen festen Betrag, unabhängig davon, für welche dieser Varianten sich die Patienten entscheiden.