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Zu oft verkannt: Schmerzen sind körperliches Leitsymptom der Depression

Das dual wirksame Antidepressivum Cymbalta® wirkt effektiv auch gegen körperlich-schmerzhafte Symptome

 

Berlin (24. November 2005) – Depressionen gehen häufig mit körperlichen Begleitsymptomen einher, insbesondere mit schmerzhaften Beschwerden. Die psychischen und somatischen Symptome verstärken sich gegenseitig und verschlechtern die Prognose des Patienten. Eine antidepressive Therapie mit dem selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Cymbalta® (Duloxetin 1 x 60 mg/Tag) lindert nicht nur die psychischen, sondern gleichzeitig auch die körperlich-schmerzhaften Symptome der Depression und erzielt hohe Remissionsraten.

 

»Depression und Schmerz liegt eine gemeinsame neurochemische Dysregulation zugrunde«, so Prof. Dr. Göran Hajak von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg. Mehr als 75 % der Patienten mit einer Major Depression und 95 % der therapieresistenten Depressiven weisen gleichzeitig körperliche Beschwerden auf. »Schmerzen sind das somatische Leitsymptom der Depression«, so Hajak, »insbesondere Rückenschmerzen, muskuloskeletale Beschwerden oder Brustschmerzen«. Depressive Patienten mit körperlichen Symptomen sind schwerer krank und zeigen einen ungünstigen Krankheitsverlauf, betonte er. Erklären lässt sich der Zusammenhang zwischen Depression und Schmerz über die Wirkung der beiden Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin im Gehirn und auf der Ebene des Rückenmarks. Bei Depressionen ist eine Störung beider Transmittersysteme für die psychische Symptomatik verantwortlich. Ebenso beeinflussen beide Botenstoffe über absteigende inhibitorische Bahnen auch das Schmerzempfinden. Ausgehend von opioidergen Regionen im Mittelhirn werden die spinalen Hinterhornneurone über Zwischenneurone mittels der serotonergen und noradrenergen Neurotranmission gehemmt. Dabei weisen die beiden Botenstoffe ein antinozizeptives Synergiepotenzial an der Hinterhornzelle auf, erläuterte Hajak die neurobiologischen Zusammenhänge. Antidepressiva wirken auf der serotonergen und/oder noradrenergen Ebene. Das höchste antinozizeptive Potential und die besten Chancen für eine Linderung der schmerzhaften Begleitsymptomatik bieten dabei dual wirksame Antidepressiva mit einer gleichmäßigen, balancierten Wirkung auf das serotonerge und noradrenerge System, hob Hajak hervor. Von Duloxetin als selektivem Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI) sei daher eine bessere schmerzlindernde Wirkung zu erwarten als von Substanzen, die selektiv nur die Wiederaufnahme eines Neurotransmitters hemmen. »Die alleinige Noradrenalin-Wiederaufnah-mehemmung vermindert wahrscheinlich die antinozizeptive Potenz von Serotonin und umgekehrt«, erklärte der Wissenschaftler. In klinischen Studien und in der Praxis bewahrheitet sich, was die Theorie verspricht, so Hajak: Die balancierte Neurotransmitter-Wirkung von Duloxetin geht mit einem deutlichen Effekt gegen Schmerzen im Rahmen von affektiven Zuständen einher, wie auch kontrollierte Studien gezeigt haben. Duloxetin reduziert in der Dosierung 60 mg einmal täglich binnen einer Woche signifikant die depressive Stimmung (Hirschfeld et al., Depression and Anxiety; 21:170-177, 2005) und bessert gleichzeitig die schmerzhaften Begleitsymptome im Rahmen der Depression. Das Gesamt-Schmerzempfinden auf der visuellen Analogskala (VAS) war bereits in der zweiten Behandlungswoche signifikant im Vergleich zu Plazebo vermindert (Detke et al., J Clin Psychiatry 63:308-315, 2002). Die analgetische Wirkung ist dabei weitgehend unabhängig vom Rückgang der psychischen Symptome (Fava et al., J Clin Psychiatry 65:521-530, 2004). Die gleichzeitige effektive Behandlung der psychischen Symptome und der körperlichen Beschwerden trägt zu den hohen Remissionsraten unter der Therapie mit Cymbalta® bei (Nemeroff et al, Psychopharmacol Bulletin 36 (4):106-132, 2002; Thase, et al., Biol Psychiatry, 55(suppl.8):37, 2004).

 

 

Analgetische Wirkung bei diabetischer Polyneuropathie

 

Die gute analgetische Potenz von Cymbalta®, die sich auch unabhängig von seiner antidepressiven Wirksamkeit entfaltet, wird auch in der Behandlung der diabetischen Polyneuropathie bei nicht-depressiven Patienten deutlich. Für diese Indikation hat der selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer kürzlich die europaweite Zulassung erhalten. Wie Professor Dan Ziegler vom Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf berichtet hat, reduziert Duloxetin in der Dosierung 60 mg ein bis zweimal täglich im Vergleich zu Plazebo signifikant die Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie bereits ab der ersten Behandlungswoche. Besonders vorteilhaft für Diabetespatienten: Duloxetin führt nicht zu einer klinisch relevanten Gewichtszunahme.

 

 

Körperliche Beschwerden verkomplizieren die Diagnose

 

Kaum 10 % der rund vier Millionen Patienten mit behandlungsbedürftiger Depression werden hierzulande suffizient therapiert, bedauerte Professor Gerd Laux vom Bezirksklinikum Gabersee in Wasserburg am Inn. Eine adäquate Depressionstherapie wäre jedoch volkswirtschaftlich betrachtet am kostengünstigsten, denn unter den Gesamtkosten pro Patient schlage die antidepressive Pharmakotherapie lediglich mit 9 %, die indirekten Kosten durch Produktionsausfall dagegen mit 82 % zu Buche (Gandjour et al., Clin Pharmacol 19(4):201-208, 2004). Durchschnittlich gehen der Diagnose und Behandlung einer Depression acht Arztbesuche voraus. Ein wesentlicher Grund für die verspätete Diagnose in der Hausarztpraxis ist, dass schmerzhafte körperliche Symptome als Hinweis auf eine depressive Störung noch immer unterschätzt werden. Für über 70 % der depressiven Patienten sind körperliche Beschwerden jedoch der primäre Grund für den Arztbesuch. Dabei erkennt nur einer von vier Patienten einen Zusammenhang zur Depression, so Laux. Eine effektive Behandlung der psychischen und körperlich-schmerzhaften Symptomatik der Depression sei für das Erreichen einer Remission überaus wichtig, so Laux, denn Patienten mit körperlichen Restsymptomen haben verschiedenen Untersuchungen zufolge ein dreifach erhöhtes Rückfallrisiko (Cornwall et al., Acta Psychiatr‚ Scand 95(4):265-271, 1997; Paykel et al., Psychol Med 25:1171-1180, 1995). Zudem neigen depressive Patienten mit körperlichen Symptomen dazu, ihre antidepressive Therapie aufgrund von Nebenwirkungen abzusetzen (Agosti et al., Int Clin Psychopharmacol 17:311-314, 2002).


Quelle: Pressemitteilung der Firmen Boehringer Ingelheim und Eli Lilly vom 24.11.2005 (Fuhrmann und Schütz) (tB).

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