Zulassung für JANUMET® (Sitagliptin/Metformin) zur Behandlung des Typ-2-Diabetes in der Europäischen Union

 

Haar (23. Juli 2008) – JANUMET® (Sitagliptin/Metformin, MSD) hat von der Europäischen Kommission die Zulassung zur Behandlung des Typ-2-Diabetes erhalten. Durch die starke Wirksamkeit von Sitagliptin, einem DPP-4 (Dipeptidyl-Peptidase-4)- Inhibitor, und Metformin hilft JANUMET® vielen Patienten, ihren Blutzuckerspiegel bis zum Zielwert zu senken. Ebenso wie unter einer alleinigen Metformintherapie kam es auch unter einer Behandlung mit JANUMET® nicht zu einer Gewichtszunahme oder einem erhöhten Hypoglykämierisiko. Das neue orale Antidiabetikum zielt auf alle drei Hauptdefekte des Diabetes: Betazelldysfunktion, Insulinresistenz und Überproduktion von Blutzucker durch die Leber.

 

JANUMET® ist von den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Norwegen und Island zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle für Patienten mit Typ-2-Diabetes zugelassen worden, bei denen zusätzlich zu Diät und Bewegung eine Monotherapie mit Metformin in der höchsten vertragenen Dosis den Blutzucker nicht ausreichend senkt oder die bereits mit der Kombination von Sitagliptin und Metformin behandelt werden. JANUMET® ist auch in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (z.B. als Dreifachtherapie) zusätzlich zu Diät und Bewegung bei Patienten indiziert, bei denen eine Kombination aus der jeweils höchsten vertragenen Dosis von Metformin und eines Sulfonylharnstoffs nicht ausreicht, um den Blutzucker zu senken. JANUMET® wurde weltweit bereits in mehr als 20 Ländern zugelassen und über 700.000 Mal verschrieben. Die Zulassung von JANUMET® folgt der kürzlich von der EMEA (European Medicines Agency) vorgenommenen Listung von DPP-4-Inhibitoren einschließlich Sitagliptin als Arzneimittel von hohem Interesse für das Gesundheitswesen.

 

"Wir freuen uns sehr über die europäische Zulassung für JANUMET® und die kürzlich durch die EMEA erfolgte Anerkennung der wichtigen Rolle, die DPP-4- Hemmer im Management des Typ-2-Diabetes spielen können. Bei 53 Millionen Menschen, die in Europa mit Typ-2-Diabetes leben und von denen ein beträchtlicher Teil die Blutzucker- Zielwerte nicht erreicht, bietet JANUMET® Ärzten eine wirksame neue Option, um den Patienten zu helfen, ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren", sagte Dr. Stefan Oschmann, Präsident für Europa, den Nahen Osten, Afrika und Kanada bei MSD.

 

JANUMET® wirkt gegen drei physiologische Defekte bei Typ-2-Diabetes

Der Wirkmechanismus von JANUMET® zeichnet sich dadurch aus, dass es an allen drei Hauptdefekten bei Typ-2-Diabetes angreift: Betazelldysfunktion, Insulinresistenz und der Überproduktion von Glukose durch die Leber. Die Sitagliptin-Komponente in JANUMET® erhöht den Spiegel aktiver Inkretinhormone und verstärkt damit einen natürlichen, körpereigenen Prozess, der die Insulinsynthese und -freisetzung aus Betazellen der Bauchspeicheldrüse steigert. Außerdem mindert es die Glukagonsekretion durch pankreatische Alphazellen, wodurch die hepatische Glukoseproduktion abnimmt. Metformin, eine Säule der Diabetestherapie, zielt auf die Insulinresistenz, indem es Aufnahme und Verwertung der Glukose erhöht. Auch Metformin senkt die Glukoseproduktion der Leber – auf eine zu Sitagliptin ergänzende Art und Weise.

 

JANUMET® sorgt für eine wirksame Blutzuckersenkung

In einer 24-wöchigen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie bei 701 Patienten mit leicht bis moderat erhöhten HbA1c-Werten (mittlerer Ausgangswert: 8,0 %), die mit Metformin nicht ausreichend kontrolliert waren, erzielten Patienten durch Einnahme von Sitagliptin (n=453) placebokorrigiert signifikante zusätzliche mittlere HbA1c-Verminderungen von 0,7% im Vergleich zu Patienten, die weiterhin nur Metformin erhielten (n=224) (p<0,001). In einer weiteren, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, faktoriellen Studie bei 1.091 Patienten mit Typ-2-Diabetes, die mit Diät und Bewegung eine ungenügende Blutzuckerkontrolle erzielten, führte JANUMET® zu starken HbA1c- Senkungen. In dieser Studie betrug die mittlere HbA1c-Abnahme gegenüber Placebo nach 24 Wochen 2,1 Prozent (p<0,0001) – bei einer initialen Kombinationstherapie aus täglich 100 mg Sitagliptin (50 mg zweimal täglich) und 2.000 mg Metformin (1000 mg zweimal täglich) (n=178, mittlerer HbA1c zu Studienbeginn: 8,8%). Die placebokorrigierte HbA1c-Senkung betrug mit der Kombination aus täglich 100 mg Sitagliptin (50 mg zweimal am Tag) und einer niedrigeren Metformindosis von täglich 1.000 mg (500 mg zweimal am Tag; n=183) im Mittel 1,6%.

 

In dieser 24-Wochen-Studie betrug die Gesamtinzidenz unerwünschter Nebenwirkungen, die als arzneimittelbezogen betrachtet wurden, bei Patienten unter der Kombinationstherapie aus Sitagliptin/Metformin im Vergleich zu Patienten, die mit Placebo behandelt wurden, 14% bzw. 9,7%. Die Gesamtinzidenz unerwünschter, als arzneimittelbezogen betrachteter Reaktionen war bei Patienten unter der Kombinationstherapie aus Sitagliptin/Metformin vergleichbar mit der bei Patienten unter alleiniger Metforminbehandlung (je 14%) und höher als unter Sitagliptin alleine (6,7%). Die Unterschiede zu Sitagliptin in Monotherapie beruhten in erster Linie auf gastrointestinalen Nebenwirkungen.

 

Sitagliptin in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff

Die Europäische Kommission berücksichtigte auch die Ergebnisse einer Phase-III- Studie, die die Verträglichkeit und Wirksamkeit von täglich 100 mg Sitagliptin in Kombination mit dem Sulfonyharnstoff Glimepirid allein oder mit Glimepirid plus Metformin zeigte. Insgesamt zeigten die Studiendaten, dass die Zugabe von Sitagliptin die Werte von HbA1c und Nüchternblutzucker signifikant reduzierte und im Allgemeinen gut vertragen wurde (1).

 

In der klinischen Studie führte Sitagliptin in Kombination dem Sulfonylharnstoff Glimepirid und Metformin zu einer höheren Gesamtinzidenz unerwünschter Reaktionen, als unter Placebo plus Glimepirid und Metformin beobachtet wurde, zum Teil zurückzuführen auf eine höhere Hypoglykämieinzidenz im Vergleich zu Placebo (16,4% vs. 0,9%). Eine erhöhte Hypoglykämierate ist häufig zu beobachten, wenn antihyperglykämische Wirkstoffe mit einem Sulfonylharnstoff kombiniert werden. Falls Sitagliptin mit einem Sulfonylharnstoff kombiniert wird, kann eine niedrigere Sulfonylharnstoff- Dosierung erforderlich sein, um das Risiko für Hypoglykämien zu senken.

 

JANUMET® sollte nicht bei Patienten mit mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min) oder mit Leberfunktionsstörung eingesetzt werden. JANUMET® ist kontraindiziert bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile, diabetischer Ketoazidose, diabetischem Präkoma; akuten Erkrankungen, welche die Nierenfunktion beeinflussen können, akuten oder chronischen Erkrankungen, die eine Gewebehypoxie verursachen können, akuter Alkoholvergiftung; Alkoholismus und bei stillenden Frauen.

 

 

1. Hermansen K et al., Diabetes, Obesity and Metabolism 2007 9 (5): 733-745.


Quelle: Pressemitteilung der Firma MSD SHARP & DOHME GMBH vom 23.07.2008 (tB).

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