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Influenza – Wenn jede Minute zählt

Zulassungserweiterung für Zanamivir bietet neue antivirale Therapie- und Prophylaxe-Möglichkeiten

München (16. Januar 2007) – Nach der Genehmigung durch die US-Gesund­heitsbehörde FDA liegt die erweiterte Zulassung für Zanamivir nun auch vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für Deutschland vor. Der zur Therapie der Virusgrippe indizierte Neuraminidasehemmer (RelenzaTM) wurde kürzlich zur Prophylaxe der Influenza A und B bei Erwachsenen und Kindern ab 5 Jahren sowie zur Therapie der Influenza A und B bei Kindern ab 5 Jahren zugelassen.

Als „eine der unberechenbarsten Erkrankungen überhaupt“ bezeichnet Professor Klaus-Dieter Kossow, Achim, die Influenza aus Sicht der hausärztlichen Versorgung. Jährlich sterben etwa 20.000 Bundesbürger während einer Influenza-Epidemie an der Infektion selbst oder an den Folgeerkrankungen, so Kossow auf einer Pressekonferenz von GlaxoSmithKline in München. Obwohl die Influenza bei einigen Menschen einen harmlosen Verlauf nehmen kann, kommt es gerade bei Risikogruppen – zum Beispiel älteren Menschen oder Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Atem-, Herz- und Niereninsuffizienz – oft zu ernsten und lebens­gefährlichen Komplikationen, die bis zum Tod führen können. Die Influenza-Symptome dürfen laut Professor Albert Osterhaus keineswegs unterschätzt oder mit einer allgemeinen Erkältung verwechselt werden. „Kommt es durch einen so genannten Antigen-Shift zu großen strukturellen Veränderungen der Viren mit neuen Sub-Typen, die eine globale Influenzawelle nach sich ziehen können, sind in kürzester Zeit Morbidität und Mortalität sogar um ein Vielfaches erhöht“, betont Osterhaus.

Mit der Zulassungserweiterung für Zanamivir (RelenzaTM) durch das deutsche BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) steht ab sofort ein weiteres Medikament sowohl zur Therapie als auch zur Prophylaxe der Influenza in Deutschland zur Verfügung. Zanamivir, ein Neuraminidasehemmer, ist jetzt auch zur Prophylaxe der Influenza A und B bei Erwachsenen und Kindern ab 5 Jahren sowie zur Therapie der Influenza A und B bei Kindern ab 5 Jahren zugelassen.

Der Wirkstoff blockiert die Neuraminidase der Grippeviren A und B und verhindert so die Freisetzung neu gebildeter Viren. „Da Zanamivir inhaliert wird, gelangt der Wirkstoff schnell auf die Oberfläche des Respirationstrakts, wo er innerhalb von Sekunden die Virusreplikation unterbindet“, so Professor Peter Wutzler, Jena.

Zanamivir ist gegen alle Varianten und Subtypen der Influenza-A- und -B-Viren wirksam.

Im Rahmen der klinischen Prüfungen wurden laut Wutzler keine Resistenzen gegenüber Influenza-A- und -B-Viren beobachtet. Aufgrund der lokalen Wirksamkeit von Zanamivir sind bei Nieren- und Lebererkrankungen Dosisreduzierungen nicht erforderlich. Die typischen Grippesymptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Myalgien und Husten treten in abgeschwächter Form auf, Komplikationen kommen seltener vor und die Dauer der Influenzaerkrankung wird um ein bis drei Tage verkürzt.

In Pandemiezeiten kann Zanamivir zudem – über einen Zeitraum von 10 bis 28 Tagen angewendet – als saisonale Prophylaxe Schutz vor Ansteckung bieten. Da zu Beginn einer Pandemie noch kein Impfstoff zur Verfügung steht, bevorraten die Länder für den Pandemiefall antivirale Arzneimittel. Während GlaxoSmithKline die vorhandene Produktion von Relenza(TM) im vergangenen Jahr wegen der sprunghaft erhöhten Nachfrage weltweit ausschließlich den Gesundheitsbehörden der Länder zur Pandemievorsorge zur Verfügung stellen konnte, wurde die Produktionsmenge nun soweit gesteigert, dass auch für Großhandel und Apotheken rechtzeitig zu Beginn einer Grippewelle wieder Ware zur Verfügung steht.


Quelle: Pressegespräch der Firma GlaxoSmithKline zum Thema „Influenza – Wenn jede Minute zählt. Neues zu Prophylaxe und Therapie“ am 16. Januar 2007 in München (Adlexis).

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