Ärzte wollen den Tod nicht zuteilen

 

Berlin (29. Februar 2012) – „Wir wollen den Tod zulassen, wenn die Zeit da ist, wir wollen ihn aber nicht zuteilen“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (29.02.2012). Er bezog sich auf Pläne der Niederländischen Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende. Die Sterbehilfeorganisation plant, dass in den Niederlanden sechs Teams Patienten zu Hause aufsuchen, um ihnen auf Wunsch beim Sterben zu helfen.

 

In Deutschland ist es Ärzten straf- und berufsrechtlich verboten, Patienten auf ihren Wunsch hin zu töten. Mit Blick auf die ärztliche Berufsordnung sagte Montgomery, Aufgabe des Arztes sei es, Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen sowie Leiden zu lindern und Sterbenden bis zu ihrem Tod beizustehen. Der BÄK-Präsident betonte jedoch, dass die ärztliche Verpflichtung zur Erhaltung des Lebens nicht unter allen Umständen bestehe. Das gelte insbesondere dann, wenn sonst angemessene Diagnostik und Therapie nicht mehr angezeigt und Begrenzungen geboten seien. Die Palliativmedizin könne dazu beitragen, das Vertrauen der Menschen in eine fürsorgliche Medizin am Lebensende zu stärken. Daher müsse die Zahl der Palliativstationen und Hospize in Deutschland dringend weiter erhöht werden. „Eine gute und flächendeckende Palliativmedizin wird den Ruf nach aktiver Sterbehilfe sicher verhallen lassen“, sagte der Ärztepräsident.

 


 

Quelle: Bundesärztekammer, 29.02.2012 (tB).

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