AOK Baden-Württemberg läutet neue Arznei-Rabattrunde über 87 Wirkstoffe ein

Vierte Ausschreibung jetzt veröffentlicht

 

Stuttgart (24. August 2009) – Das AOK-System hat jetzt in einer weiteren bundesweiten Rabattrunde insgesamt 87 Wirkstoffe mit einem jährlichen Umsatzvolumen von rund 1,4 Milliarden Euro ausgeschrieben. Zuletzt waren 63 Wirkstoffe am 1. Juni 2009 rabattiert an den Start gegangen. Nach AOK-Angaben sollen die neuen Verträge zum 1. Januar 2010 in Kraft treten und zwei Jahre laufen. Die Ausschreibung wurde am Samstag (22.08.2009) im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union (http://ted.europa.eu) veröffentlicht. Bis zum Ende der Angebotsfrist am 12. Oktober 2009 um 12 Uhr können europaweit interessierte Pharmaunternehmen ihre Angebote bei der federführenden AOK Baden-Württemberg einreichen.

Mit den nunmehr ausgeschriebenen 87 Wirkstoffen werden weitere wichtige Substanzen in das Rabattgeschehen einbezogen. „Von diesen Rabattverträgen erhoffen wir uns ein weiteres Einsparpotenzial von mehreren 100 Millionen Euro in den nächsten beiden Jahren“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvize der AOK Baden-Württemberg und Chefunterhändler der Rabattverträge für das gesamte AOK-System. Zu den bedeutsamsten Wirkstoffen der aktuellen Ausschreibung zählen „Pantoprazol“, das die Magensäure senkt und „Venlafaxin“, das zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird.

Die Modalitäten der letzten Ausschreibungsrunde der AOK haben sich nach Ansicht Hermanns bestens bewährt. Hermann: „Wir haben uns damit in über 30 gegen uns angestrengten Verfahren vor Gerichten und Vergabekammern gegen mehr als 20 Pharmaunternehmen behauptet und für unsere Versicherten und Beitragszahler damit erhebliche Einsparpotenziale erschlossen. Daher setzen wir wieder auf die in allen gerichtlichen Verfahren bewährte Ausschreibung, optimieren aber die Abläufe durch den vermehrten Einsatz elektronischer Medien. Das verringert den Verwaltungsaufwand bei Anbietern und AOK.“ Zudem habe die AOK erstmals die Ausschreibung vorzeitig europaweit angekündigt. Das sei ein zusätzlicher Service für die an einer Angebotsabgabe interessierten Arzneimittelhersteller.

Im August 2008 hatte die AOK Rabattverträge erstmals europaweit ausgeschrieben. Dazu wurde Deutschland in fünf hinsichtlich der AOK-Versichertenzahl annähernd gleich große Gebietslose gegliedert. Innerhalb eines Gebietsloses erhält für einen Wirkstoff ein Unternehmen den Zuschlag. Auch bei der neuen Ausschreibung geht die AOK so vor. Im Juni 2009 sind die jüngsten AOK-Arznei-Rabattverträge über insgesamt 63 Wirkstoffe und einem jährlichen Umsatzvolumen von 2,2 Milliarden Euro in Kraft getreten. Das dadurch mögliche maximale Einsparpotenzial beziffert die AOK auf rund 500 Millionen Euro pro Jahr.

 


 

Quelle: Presseinformation der AOK Baden-Württemberg vom 24.08.2009.

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