„Beratung vor und nach pränataler Diagnostik verstärken“

EKD-Bevollmächtigter fordert konkretere Regeln zur Vermeidung von Spätabbrüchen

 

Berlin / Hannover (12. Dezember 2008) – Eine deutliche Ausweitung der Beratung von Schwangeren vor und nach pränataler Diagnostik fordert der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Stephan Reimers. „Unabhängig von der medizinischen Beratung sollte es vor jeder pränataldiagnostischen Untersuchung ein psychosoziales Beratungsangebot geben, das Frauen freiwillig annehmen können“, sagte Reimers am Freitag in Berlin. Für den Fall, dass die Untersuchung einen auffälligen Befund ergebe, müsse eine begleitende psychosoziale Beratung gesetzlich verankert werden, betonte er im Blick auf die in der kommenden Woche im Deutschen Bundestag anstehenden Beratungen zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftsspätabbrüchen.

 

Durch die Fortentwicklung der pränatalen Diagnostik sei eine Konkretisierung der Vorschriften in diesem Bereich nötig geworden, sagte der Prälat. Um dem uneingeschränkten Lebensrecht ungeborener Kinder Rechnung zu tragen, dürfe auch eine Änderung der derzeitigen gesetzlichen Regelung nicht tabuisiert werden. Das Beratungsangebot vor pränataler Diagnostik muss nach Ansicht des Bevollmächtigten ergebnisoffen sein. „Es gilt, die Betroffenen über alle Handlungsmöglichkeiten und Hilfsangebote zu informieren. Dazu gehört auch der Hinweis auf das Recht auf Nichtwissen, also auf den bewussten Verzicht auf pränataldiagnostische Untersuchungen.“ Im Falle eines auffälligen Befundes müsse der Frau und ihrem Partner jede mögliche Unterstützung zur Seite gestellt werden, die helfe, sich trotz einer möglichen Behinderung oder Krankheit ihres Kindes für das Leben zu entscheiden. In diesem Zusammenhang müsse der behandelnde Arzt gesetzlich verpflichtet werden, die Betroffenen auf psychosoziale Beratungsmöglichkeiten hinzuweisen und an einer Vermittlung zu geeigneten und unabhängigen Beratungsstellen mitzuwirken.

 

Des Weiteren hält Reimers eine dreitägige Bedenkzeit für die Schwangere zwischen der ärztlichen Diagnose und einer möglichen Abtreibung für unabdingbar: „Sofern nicht das Leben der betroffenen Frau akut gefährdet ist, sollte eine solche Bedenkzeit bei allen Fällen der medizinischen Indikation verpflichtend sein.“


 Quelle: Presseinformation der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 12.12.2008.

HERRNHUTER LOSUNGEN

  • Die heutige Losung

    Sie gieren alle, Klein und Groß, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: »Friede! Friede!«, und ist doch nicht Friede.

    Jeremia 6,13-14

    Ein jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn man pflückt nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den Hecken. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens.

    Lukas 6,44-45

    © Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
    Weitere Informationen finden Sie hier

  • MEDICAL NEWS

    Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
    A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
    81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
    Front-line physicians stressed and anxious at work and home
    EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

    SCHMERZ PAINCARE

    Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
    Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
    Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
    Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…
    DBfK: Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in…

    DIABETES

    “Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
    Der richtige Sensor – von Anfang an
    Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
    Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
    Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

    ERNÄHRUNG

    Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
    Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
    Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
    Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
    Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

    ONKOLOGIE

    Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
    Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
    Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
    Finanzierung der ambulanten Krebsberatung weiterhin nicht gesichert
    Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT

    MULTIPLE SKLEROSE

    Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
    Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
    Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
    Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
    Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

    PARKINSON

    Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
    Putzfimmel im Gehirn
    Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
    Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
    Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…