Entwicklungspipeline von Bayer bietet Vielzahl neuer Behandlungsoptionen für Patienten

 

  • 2012: Ausbietung von Xarelto in zwei neuen Indikationen sowie Markteinführung von VEGF Trap‑Eye
  • Antrag auf Marktzulassung für zwei neue Onkologie‑Präparate (Alpharadin und Regorafenib) ebenfalls für 2012 geplant

 

Wuppertal (30. November 2011) ‑ Bayer treibt die Entwicklung vielversprechender Präparate, von denen einige sich bereits in der letzten Phase der klinischen Entwicklung befinden, voran. Das Unternehmen präsentierte heute aktuelle Informationen zu seinem Entwicklungsportfolio und kündigte weitere Zulassungsanträge an.

"Wir haben in mehreren Studien, die sich in der letzten Phase der klinischen Entwicklung befinden, gute Ergebnisse erzielen können. Diese stellen die Basis für die Beantragung der Marktzulassung einer Reihe neuer Produkte in den nächsten drei Jahren dar und könnten vielen Patienten neue Therapieoptionen bieten", sagte Dr. Kemal Malik, Leiter Entwicklung und Mitglied des Executive Committees von Bayer HealthCare. "Durch die Verschlankung unseres Entwicklungsportfolios sowie die Konzentration auf Kerngebiete wie die Kardiologie und die Onkologie sind wir für die Zukunft gut aufgestellt."

 

Im September 2011 erhielt der orale Gerinnungshemmer Xarelto® (rivaroxaban) die Zulassungsempfehlung des europäischen Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP, Committee for Medicinal Products for Human Use), und zwar in zwei Indikationen: erstens die Prävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei Erwachsenen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und zweitens für die Behandlung tiefer Venenthrombosen sowie die Prävention rezidivierender tiefer Venenthrombosen und Lungenembolien als Folge einer akuten tiefen Venenthrombose bei Erwachsenen. Bayer rechnet mit einer Entscheidung der Europäischen Kommission bezüglich dieser beiden wichtigen chronischen Indikationen bis zum Ende dieses Jahres. In den USA, wo Bayers Partner Janssen Pharmaceuticals, eine Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson, die Vermarktungsrechte besitzt, hat Xarelto® bereits im November 2011 die FDA-Zulassung zur Prävention von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern erhalten. Ferner wurden kürzlich positive Ergebnisse der Phase-III-Studie ATLAS ACS-TIMT 51 auf dem wissenschaftlichen Kongreß der "American Heart Association" vorgestellt. In diesen konnte bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) hinsichtlich der allgemeinen Todesrate ein signifikanter Vorteil der kombinierten Therapie mit 2,5 mg rivaroxaban im Vergleich zur Standardtherapie gezeigt werden. Bayer plant, die Zulassung von Xarelto® zur Sekundärprävention des akuten Koronarsyndroms noch in diesem Jahr zu beantragen.

 

 

Augenheilkunde

 

Auch auf dem Gebiet der Augenheilkunde hat Bayer einen vielversprechenden Entwicklungskandidaten: VEGF Trap-Eye. Die Substanz wird zur Behandlung verschiedener Augenerkrankungen untersucht, darunter die feuchte altersbedingte Makuladegeneration (AMD), der Zentralvenenverschluss der Netzhaut (central retinal vein occlusion oder CRVO), das diabetische Makulaödem (DME) und die myopiebedingte choroidale Neovaskularisierung (myopische CNV).

 

Im Laufe dieses Jahres wurden die positiven Ergebnisse von zwei Phase-III-Studien bei feuchter AMD auf wissenschaftlichen Kongressen vorgestellt. VEGF Trap-Eye erwies sich dabei als genauso wirksam wie der aktuelle Therapiestandard, musste aber seltener verabreicht werden. In den USA wurde VEGF Trap-Eye kürzlich unter dem Handelsnamen EyleaTM in dieser Indikation zugelassen. Die exklusiven Vertriebsrechte für die USA besitzt Bayers Partner Regeneron. In den anderen Märkten weltweit darunter Europa und Japan ‑ hält Bayer die Vertriebsrechte und bereitet die Markteinführung in der Indikation feuchte AMD im Laufe des Jahres 2012 vor. Um auch in China den Weg für eine Einführung von VEGF Trap-Eye bei feuchter AMD zu ebnen, haben Bayer und Regeneron dort kürzlich eine Phase-III-Studie begonnen. In der Indikation CRVO plant Bayer die Zulassungsanträge außerhalb der USA in 2012 einzureichen. Die Phase-III-Studien in den Indikationen DME und myopische CNV wurden Anfang 2011 begonnen und verlaufen nach Plan.

 

 

Onkologie

 

Im Bereich Onkologie hat Bayer ebenfalls wichtige Fortschritte mit den Präparaten Alpharadin und Regorafenib erzielt. Alpharadin ‑ eine neuartige Substanz zur Bekämpfung von Krebsmetastasen im Knochen ‑ konnte einen signifikant verbesserten Behandlungsvorteil beim Gesamtüberleben zeigen. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ALSYMPCA wurde die Wirksamkeit bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom und symptomatischen Knochenmetastasen untersucht. Von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) erhielt Alpharadin den sogenannten "Fast Track"-Status zur Zulassung. Bayer plant die Einreichung der Zulassungsunterlagen für Alpharadin in den USA und Europa Mitte 2012.

 

Ein weiteres Onkologie-Produkt mit fortgeschrittenem Entwicklungsstatus ist Regorafenib. Der neuartige oral wirksame Multi-Kinase-Inhibitor befindet sich derzeit in Phase III der Entwicklung zur Behandlung von metastasierten kolorektalen Karzinomen (mCRC) und gastrointestinalen Stroma-Tumoren (GIST). Die Phase-III-Studie CORRECT untersuchte Regorafenib bei der Behandlung von Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom, deren Erkrankung unter Behandlung mit Standardmedikamenten weiter fortgeschritten war. Diese Studie wurde nach dem positiven Ergebnis einer bereits vorher geplanten Interimsanalyse vorzeitig beendet, denn schon bei der Zwischenauswertung hatte die Studie ihren primären Endpunkt erreicht: die statistisch signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens unter Regorafenib. Bayer plant die Einreichung der Zulassungsunterlagen von Regorafenib in der Indikation "mCRC" für das Jahr 2012. Die Ergebnisse einer weiteren, noch laufenden Phase-III-Studie in der Indikation GIST werden Anfang 2012 erwartet. Die FDA hat für Regorafenib in beiden Indikationen einen sogenannten "Fast Track"‑Status erteilt, in der Indikation GIST hat das Präparat außerdem den "Orphan Drug"-Status erhalten.

 

 

Kardiologie

 

Auch das Entwicklungsportfolio im Bereich "Herz‑Kreislauf’ ist bei Bayer gut gefüllt. Hierzu zählt Riociguat zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie (PH), auch Lungenhochdruck genannt. Riociguat ist ein oral wirksames Präparat mit neuartigem Wirkprinzip und der erste Vertreter einer neuen Substanzklasse: ein Stimulator der löslichen Guanylatcyclase. Der Lungenhochdruck tritt in fünf verschiedenen Formen auf, je nach der zugrundeliegenden Ursache der Erkrankung. Bisher existieren jedoch nur für eine der fünf Formen Behandlungsoptionen, nämlich für die pulmonale arterielle Hypertonie (PAH). Es besteht daher auf diesem Gebiet ein bedeutender und bisher nicht gedeckter medizinischer Bedarf. Bayer erwartet den Abschluss der laufenden Phase-III-Studie in der Indikation PAH im Jahr 2012. Zusätzlich untersucht das Unternehmen die Substanz Riociguat auch bei anderen Formen des Lungenhochdrucks. Eine laufende Phase-III-Studie bei Patienten mit chronisch-thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH) soll ebenfalls 2012 abgeschlossen sein. In den USA, in Japan und den fünf größten europäischen Ländern leben rund 700.000 Patienten, die an Lungenhochdruck oder damit im Zusammenhang stehenden Erkrankungen leiden. Bayer geht davon aus, dass etwa 300.000 dieser Patienten von einer medikamentösen Behandlung profitieren könnten.

 

 

Weitere medizinische Bereiche

 

Bayer besitzt noch eine Reihe weiterer Präparate, die sich derzeit in Phase-III-Studien befinden und die in den nächsten 18 Monaten zur Zulassung eingereicht werden könnten, sofern die klinischen Studien mit Erfolg abgeschlossen werden.

 

So geht Bayer unter anderem davon aus, schon bald weitere Verhütungsmittel für Frauen anbieten zu können. Diese vielversprechenden Produkte befinden sich in der letzten Phase der klinischen Entwicklung, darunter das kleinste und dünnste und als einziges auch transparente Verhütungspflaster sowie ein niedrigdosiertes Intrauterinsystem (IUS) mit Levonorgestrel für die Langzeitverhütung. Das neue IUS besteht aus einem kleinen, flexiblen T-förmigen Kunststoffkern, dessen vertikaler Teil ummantelt ist von einem Hormonzylinder mit Levonorgestrel (LNG). Dadurch, dass das IUS selbst ebenso wie das Einführröhrchen besonders schlank sind, eignet sich das neue IUS besonders gut für Frauen, die noch keine Kinder geboren haben. Die Einreichung der Zulassungsunterlagen für das IUS in Europa und den USA ist für Mitte Dezember 2011 geplant.

 

In der Dermatologie entwickelt Bayer zusammen mit KYTHERA Biopharmaceuticals das Präparat ATX-101, eine adipolytische Substanz zur Verminderung kleinerer Fettansammlungen im Gesichtsbereich. ATX-101 wird dabei in die betroffenen Partien injiziert. Eine Phase-III-Studie zur minimal invasiven Reduktion von Fettansammlungen unter dem Kinn ("submentales Fett") läuft derzeit in Europa. Der Entwicklungskandidat ist der erste Vertreter dieser Substanzklasse und könnte gute Wachstumsmöglichkeiten bieten. Gleichzeitig könnte dieses Präparat Bayer den Einstieg in die ästhetische Dermatologie ermöglichen.

 

Mit seinem rekombinanten Faktor-VIII (rFVlll)-Präparat Kogenate® hat Bayer eine führende Position bei der Behandlung der Thrombophilie A. Derzeit arbeitet Bayer an BAY 94-9027 ‑ einem länger wirksamen Faktor-VIII-Molekül, das eine prophylaktische Behandlung von Patienten mit Thrombophilie A mit längeren Abständen zwischen den Infusionen erlaubt. Eine Phase-I-Studie wurde kürzlich erfolgreich abgeschlossen, und für 2012 plant Bayer den Beginn einer Zulassungsstudie. Mit dem länger wirksamen rekombinanten Faktor-VIII-Präparat beabsichtigt Bayer, das kontinuierliche Wachstum des Bereichs "Hämophilie" im Unternehmen sicherzustellen.

 

Bayer hat außerdem sein Engagement im Bereich "Infektionskrankheiten" bekräftigt und ein exklusives Lizenzabkommen mit Trius Therapeutics unterzeichnet. Bayer wird das wichtigste Antibiotikum im Trius-Portfolio, Tedizolid-Phosphat, in China, Japan und allen anderen Ländern in Asien, Afrika, Lateinamerika und dem Nahen sowie Mittleren Osten entwickeln und vermarkten, außer in Nord- und Südkorea. Tedizolid-Phosphat befindet sich in den USA und Europa in Phase III der klinischen Prüfung. Die beiden Unternehmen entwickeln die Substanz bei akuten bakteriellen Infektionen der Haut und der Hautstrukturen (acute bacterial skin and skin structure infections =ABSSSI) sowie bei Lungenentzündungen durch grampositive Bakterien gemeinsam. Dies gilt weltweit und auch für Länder in denen Bayer die Vermarktungsrechte besitzt.

 

 

Weitere Kandidaten

 

Zusätzlich zu den erwähnten Präparaten, die sich in einer fortgeschrittenen Phase der klinischen Entwicklung befinden, arbeitet Bayer an weiteren erfolgversprechenden Produktkandidaten in frühen Entwicklungsphasen. So entwickelt Bayer in der Onkologie fünf verschiedene Substanzen, darunter BAY 86-9766, einen hochselektiven Hemmstoff für die mitogenaktivierte ERK-Kinase oder kurz MEK. Der MEK-Hemmer wird derzeit in einer Phase-II-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen untersucht und hat in Kombination mit anderen Krebsmedikamenten bereits bei verschiedenen Tumorarten eine krebshemmende Wirkung gezeigt. Im Bereich Kardiologie hat Bayers oral anzuwendender HIF-PH-Hemmstoff (BAY 85-3934) ein vielversprechendes Profil in den vorklinischen Studien gezeigt. Derzeit läuft eine klinische Phase-I-Studie zur Behandlung der Anämie. Für den neuartigen Mineralocorticoid-Rezeptorantagonisten BAY-94-8862 zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz wurde in diesem Jahr die Phase II der klinischen Prüfung begonnen.

 

 

Über Bayer HealthCare

 

Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Mit einem Umsatz von rund 16,9 Mrd. Euro (2010) gehört Bayer HealthCare, ein Teilkonzern der Bayer AG, zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Das Unternehmen mit Sitz in Leverkusen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care sowie Pharmaceuticals. Ziel von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Bei Bayer HealthCare arbeiten weltweit 55.700 (Stand: 31.12.2010) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.com

 

 


Quelle: Bayer HealthCare EU Business Update 2011 „Innovative Pipeline Products Progressing Well“ am 30.11.2011 in Wuppertal (tB).

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