Zahl des Monats: 41,3 Prozent

Generika im Preisdschungel

 

Auf ihrem Weg vom Werkstor zum Patienten werden verschreibungspflichtige Generika in Deutschland um mehr als das Doppelte teurer. Der Grund hierfür liegt in der Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente, die in der Arzneimittelpreisverordnung gesetzlich festgelegt ist. Während die Herstellerabgabepreise (HAP) von den Unternehmen frei gebildet werden können, sind sämtliche Handelszuschläge durch diese Verordnung geregelt.

 

Im Mai 2008 kostete das „Durchschnittsgenerikum“ in der Apotheke 21,49 Euro. Davon entfiel auf den Hersteller mit 8,87 Euro ein Anteil von 41,3 Prozent. Der pharmazeutische Großhandel war mit 0,80 Euro oder 3,7 Prozent an der Wertschöpfung beteiligt. Der Apothekenzuschlag lag beim Durchschnittsgenerikum im Mai bei 8,39 Euro, machte also 39 Prozent des Preises aus. Dieser „Zuschlag“ besteht aus zwei Komponenten: Zum einen erhält die Apotheke für jedes rezeptpflichtige Arzneimittel unabhängig von dessen Preis eine feste Honorierung von 8,10 Euro. Zum anderen steht den Apotheken ein Aufschlag von 3 Prozent auf den Apothekeneinkaufspreis zu. Beim Durchschnittsgenerikum betrug dieser im Mai 29 Cent. Die Arzneimittelpreisverordnung verteuert damit zwar die preiswerten Generika, macht aber sehr teure patentgeschützte Arzneimittel deutlich preiswerter als sie vor Einführung dieser Regelung im Jahr 2004 waren. Und davon profitieren nochmals die Krankenkassen. Mit 3,43 Euro (16 Prozent) war der Staat, der auch auf Arzneimittel den vollen Mehrwertsteuersatz erhebt, am Generikapreis beteiligt.

                 

Diese Zahlen gelten allerdings nur für Privatversicherte – also rund 10 Prozent der deutschen  Bevölkerung. Gibt die Apotheke das Arzneimittel aber an einen gesetzlich krankenversicherten Patienten ab, muss sie dessen Krankenkasse auf ihre Apothekenspanne einen Abschlag von 2,30 Euro gewähren. Dies ist ebenso gesetzlich geregelt wie der so genannte Generikaabschlag, der für patentfreie Arzneimittel ohne Festbetrag bei 16 Prozent und für festbetragsgeregelte patentfreie Arzneimittel bei 10 Prozent des Herstellerabgabepreises Hliegt. Für Generika, deren Preis mindestens 30 Prozent unter dem Festbetrag liegt, entfällt dieser Abschlag. Die Erlöse der Hersteller werden dann allerdings noch durch die Preisnachlässe aus Rabattverträgen gemindert, die alleine von der Industrie geleistet werden.


Quelle: Pressemitteilung von Pro Generika e.V. (11. Juli 2008).

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…
DBfK: Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Finanzierung der ambulanten Krebsberatung weiterhin nicht gesichert
Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…