Bundesärztekammer

Sterbehilfe-Vereinen das Handwerk legen

 

Berlin (3. Februar 2014) – Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat seine Forderung nach einem Verbot der organisierten Sterbehilfe in Deutschland bekräftigt. Im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (03.02.2014) sagte er, den Sterbehilfe-Vereinen, die für ihre Dienstleistung sogar Werbung trieben, müsse "das Handwerk gelegt werden". Er begrüßte den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), die organisierte Sterbehilfe gesetzlich verbieten zu lassen.

 

Nach einer vom Spiegel in Auftrag gegebene Befragung des Meinungsforschungsinstituts TNS können sich 55 Prozent der Befragten vorstellen, im Alter aufgrund von Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Demenz ihrem Leben ein Ende zu setzen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten war zudem der Meinung, dass sich ältere Menschen mehr als bislang gedrängt fühlen, den Freitod zu wählen, um anderen nicht zur Last zu fallen, wenn Sterbehilfe durch Ärzte prinzipiell erlaubt würde. "Mich treibt eine große Sorge um: Wenn es einen so einfachen Weg zur Selbsttötung gibt, entsteht Druck auf schwerstkranke Menschen, ihren Angehörigen am Ende des Lebens nicht zur Last zu fallen", sagte Montgomery.

 

Mit Schmerztherapie  könne die Medizin heute für ein menschenwürdiges Lebensende sorgen – und auch die Angst vor dem Ersticken nehmen, die viele Sterbende quäle. Die professionelle und liebevolle Begleitung der Sterbenden habe sich in Deutschland erst langsam entwickelt. "Die Deutschen haben immer auf Maximalmedizin und Hightech gesetzt, da sind wir führend", so Montgomery. "Es fällt uns schwer, von dieser Apparatemedizin auf adäquate Menschlichkeit umzuschalten, wenn das Leben eines Patienten wirklich unweigerlich zu Ende geht."

 


 

Quelle: Bundesärztekammer, 03.02.2014 (tB).

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