DBfK

Generalistische Ausbildung jetzt!

 

Berlin (18. September 2015) – Die deutsche Pflegeausbildung ist reformbedürftig und international nicht konkurrenzfähig! Die zugesagte Gesetzesreform lässt allerdings auf sich warten und ruft jetzt erneut Gegner auf den Plan. Mit haltlosen und vor allem von wirtschaftlichen Trägerinteressen dominierten Argumenten schüren sie Verunsicherung. Der DBfK fordert die Politik dazu auf, endlich den Gesetzentwurf für die künftige generalistische Pflegeausbildung vorzulegen.


Seit langem wird eine Reform der Pflegeausbildung diskutiert. Zu Beginn des Jahres hieß es noch, dass der Gesetzentwurf zur Sommerpause vorliegen werde. Die Sommerpause ist vorbei und noch immer ist er nicht in Sicht. „Wir fordern die beiden federführenden Ministerien auf, endlich einen diskussionsfähigen Gesetzentwurf vorzulegen“, sagt Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Die Pläne einer generalistischen Ausbildung und eines zweiten Zugangsweges zum Beruf über eine hochschulische Ausbildung werden vom DBfK ausdrücklich begrüßt“, so Bienstein weiter. „Wir brauchen jetzt endlich Klarheit über Struktur und Inhalt sowie den Zeitplan für die Umsetzung der neuen Ausbildung, nicht zuletzt damit die Schulen und Hochschulen Planungssicherheit erhalten.“

Die lange Vorbereitungszeit nützt nur den Reformgegnern, die durch Wiederholung ihrer bekannten – vor allem von Vorurteilen und der Sicherung spezifischer Interessen von Trägern und Schulen geprägten – Argumente Unsicherheit schüren. Altenpflegeschüler/innen werden mit Fehlinformationen verunsichert und manipuliert wie vor Kurzem mithilfe eines pseudo-wissenschaftlichen Gutachtens oder aktuell durch eine Umfrage der DGGPP mit wenigen, zum Teil Suggestivfragen, die von den Autoren als ‚wissenschaftliche Studie‘ präsentiert wird. Die von den gleichen Personen gepriesene und als Argument angeführte Erhöhung der Ausbildungskapazitäten im Rahmen der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege zeigt, welche gravierenden Qualitätseinbußen in Kauf genommen werden, um mehr Altenpfleger/innen zu produzieren. Mit sorgfältiger Bewerberakquise, Ausbildungsqualität und Anspruch an die Qualifikation der Absolvent/innen hat das vielfach nichts mehr zu tun. Hohe Abbrecherquoten und sinkende Berufsverweildauer sind messbare Folgen. Kürzlich erst hat eine breite Umfrage der DGQ (Deutsche Gesellschaft für Qualität) gezeigt, welche Wünsche alte Menschen in Bezug auf die eigene pflegerische Versorgung haben: genug und gut qualifiziertes Pflegepersonal! Eine umfassende, breit angelegte Berufsausbildung ist die Grundlage für ein erfolgreiches und motivierendes Berufsleben und gute Versorgungsqualität.

Jahrelang wurden von den politisch Verantwortlichen Warnungen über die gravierenden Probleme in der Pflege und der Ausbildung ignoriert. Durch fehlende Sachkenntnis und falsche Prioritäten der Verantwortlichen, Streichen von Stellen, Ausbildungsanforderungen und -kapazitäten sind viele Pflegefachpersonen regelrecht aus dem Beruf vertrieben und qualifizierte Interessent/innen abgeschreckt worden. So wird der Pflegeberuf nicht attraktiv! Für die Anforderungen an die Gesundheits- und Pflegeversorgung heute und in Zukunft brauchen wir deutlich mehr und besser qualifizierte Pflegefachpersonen!

 

 


Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK e.V., 18.09.2015 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung