DBfK

Generalistische Pflegeausbildung – die Chance für die Altenpflege

 

Berlin (13. Januar 2016) – Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) begrüßt den heute vorgelegten Kabinettsentwurf zum Pflegeberufsgesetz ausdrücklich. Durch die Ausbildungsreform wird statt der bisherigen drei unterschiedlichen Pflegeausbildungen ein neuer, generalistisch ausgerichteter Pflegeberuf geschaffen. „Mit diesem Reformschritt ist nun endlich eine Richtung eingeleitet, die die Pflegeberufsausbildung in Deutschland europäischem Niveau näherbringt. Im laufenden Gesetzgebungsverfahren wird es jetzt darauf ankommen, Inhalte und Rahmenbedingungen der neuen Ausbildung im Sinne eines modernen Berufs zu gestalten, “ sagt DBfK-Vizepräsidentin Gertrud Stöcker dazu heute in Berlin.  


„Hier ist der Fokus vor allem auf die gegenwärtigen und kommenden Herausforderungen zu richten, denen sich die Berufsangehörigen stellen müssen: zunehmende Komplexität der Versorgung, Multimorbidität, Gestaltung und Steuerung von Versorgungsprozessen, Lebensweltbezug, Einbindung von Ergebnissen aus Pflegewissenschaft und Versorgungsforschung, Orientierung am individuellen Bedarf und Nutzen der Menschen, Rehabilitation vor Pflege sowie der effiziente Umgang mit begrenzten Ressourcen im System. Pflege muss wieder ein konkurrenzfähiger Beruf werden, der eine lebenslange Perspektive mit guten Angeboten der beruflichen Weiterentwicklung bietet. Die bisher vielfach verfolgte Strategie, Zugangsvoraussetzungen und Ausbildungsbedingungen vor allem an Arbeitgeberwünschen und deren Verwertungsinteresse bereits während der Ausbildungszeit auszurichten, hat besonders dem Altenpflegeberuf massiv geschadet und sein Image nahezu ruiniert. Die große Zahl der Ausbildungsabbrecher und die geringe Berufsverweildauer in der Altenpflege sprechen eine deutliche Sprache. Gerade für die Altenpflege ist die Reform deshalb eine einzigartige Chance!“

 

Fakt ist aber auch, dass die Reform der Pflegeausbildung nur ein Baustein unter vielen hin zu einem attraktiven Pflegeberuf sein kann. Wir brauchen eine gut gestaltete und anschlussfähige Assistenzqualifikation für all diejenigen, die sich für Pflege als Beruf interessieren und dafür eignen, aber aus verschiedenen Gründen einen niedrigschwelligeren Einstieg brauchen. Vor allem aber muss an den realen Arbeitsbedingungen in der Pflege gearbeitet werden – und dies sofort. Solange die Arbeitsverdichtung gute Pflege, eine motivierende Berufsausübung und ein Gesundbleiben im Beruf verhindert, werden Anstrengungen hin zu mehr Attraktivität des Pflegeberufs immer ins Leere laufen.

 

Der DBfK wird sich im Gesetzgebungsverfahren engagiert für gute Ausbildungsbedingungen und -qualität sowie für eine spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege einsetzen.

 

 


Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK), 13.01.2016 (tB).

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