DBfK Nordost

Tarifvertrag zur Personalausstattung in der Pflege ist ein Meilenstein

Berlin (2. Mai 2016) – Nach jahrelangen Tarifauseinandersetzungen konnten sich ver.di und Charité auf einen Tarifvertrag einigen, den es so in Deutschland noch nicht gegeben hat. Er wurde vor dem Wochenende, am Freitag Nachmittag, vom Aufsichtsrat der Charité und dem ver.di Bundesvorstand unterzeichnet. Der Tarifvertrag gilt für alle Beschäftigten der Charité. Ulla Rose, Geschäftsführerin DBfK Nordost: „ Ich gratuliere den Beschäftigten und ganz besonders den Pflegenden zu ihrem Erfolg. Sie haben eine bewundernswerte Entschlossenheit bewiesen und mit Phantasie und langem Atem gekämpft. Das Ergebnis ist ein Meilenstein für die Pflegeberufe.“

Bundesweit einmalig sind die konkreten Vereinbarungen zur personellen Mindestbesetzung in den Bereichen Intensivpflege, Kinderklinik und stationäre Krankenpflege. Auf Überlastungen soll transparent und gestuft reagiert werden. Ulla Rose hebt hervor: „Ich begrüße die absehbare Entlastung der Pflegenden in der Charité und die Zunahme bei der Patientensicherheit. Internationale Studien zeigen immer wieder, dass hier ein Zusammenhang besteht und beide Wirkungen sind enorm wichtig.“

Mit dem Tarifabschluss ist erstmals ein Stoppschild vor den jahrelangen Personalabbau gesetzt worden. Es wird für die Pflege mit einem Stellenzuwachs in dreistelliger Höhe gerechnet. Der Abschluss bedeutet auch Rückenwind für die Forderung nach gesetzlichen Vorgaben für ein bundesweit einheitliches Personalbemessungsverfahren.

Kurz vor dem Ende der Auseinandersetzungen ließ der Anteil, mit dem Service- und Assistenzkräfte in die Berechnung einfließen dürfen, den Streik erneut eskalieren. Der Abschluss sieht nun vor, dass ihr Anteil prozentual begrenzt wird. Der DBfK Nordost begrüßt es, dass Pflegefachpersonen durch die engagierte Arbeit von Service- und Assistenzkräften unterstützt werden, sich aber auf ihre fachlichen Aufgaben in der Patientenversorgung konzentrieren können.


Quelle: DBfK Nordost e.V. | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe , 02.05.2016 (tB).

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