DBfK

Schulgesundheit erfordert systemischen Ansatz

Berlin (26. April 2016) – Die Ergebnisse der heute in Berlin vorgestellten DAK-Studie „Gesundheitsfalle Schule – Probleme und Auswege“ zeigen, dass im Setting Schule ganz erheblicher Handlungsbedarf besteht. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert, statt vieler befristeter Einzelprojekte das Thema Schulgesundheit systematisch und nachhaltig aufzugreifen. Die DAK-Studie zeigt einen starken Anstieg von Schülern mit Konzentrationsproblemen, Verhaltensauffälligkeiten, motorischen Defiziten sowie psychosomatischen Beschwerden. Das sind wichtige, aber nicht die einzigen gesundheitlichen Herausforderungen, die im Setting Schule bewältigt werden müssen.

„Die DAK-Studie und das danach ausgerichtete Projekt ‚fit4future‘ sind ein guter Ansatz, greifen aber zu kurz. Gebraucht werden dauerhafte und tragfähige Strukturen, die nicht vom Engagement einzelner Lehrpersonen, Kassen, Stiftungen und/oder Eltern abhängen oder projektbezogen sind“, sagt DBfK-Präsidentin Christel Bienstein. Seit langem setzt sich der DBfK deshalb für die Etablierung von SchulgesundheitspflegerInnen (School Nurses) im deutschen Schulsystem ein.

School Nurses gehören an allgemeinbildenden und weiterführenden Schulen in Großbritannien, Finnland, Schweden, USA einfach zum Schulleben dazu. Sie sind in das Schulleben integriert und jederzeit zu allen Gesundheitsfragen ansprechbar. Die School Nurse ist bei akuter Erkrankung, allergischem Schock oder Unfall zur Stelle und entlastet Lehrende und (berufstätige) Eltern gleichermaßen.

Aber nicht nur die Versorgung akuter Notfälle, auch der Umgang mit chronischer Krankheit und Behinderung stellt die Schulen vor wachsende Herausforderungen. In der Gesundheitsberichterstattung (GBE 2015) wird – analog zur DAK-Studie – auf den steigenden Bedarf von Kindern und Jugendlichen an gesundheitlicher Prävention verwiesen. Laut GBE sind z.B. sowohl Häufigkeit als auch Trend der Adipositas besorgniserregend. Weil die Grundlagen eines ungesunden Ernährungs- und Bewegungsverhaltens früh gelegt werden, müssen sich die präventiven Ansätze an Kinder und Jugendliche richten und das familiäre Umfeld konsequent einbeziehen. Es bedarf verhältnispräventiver Maßnahmen, die auf der Ebene von Organisationen ansetzen (GBE 2015, S. 206). Der Aufbau dauerhafter Strukturen wie z.B. der Etablierung von Schulgesundheitspflegenden gehört dazu.

Nach dem Setting-Ansatz der WHO ist die Lebenswelt Schule maßgeblich für Kinder und Jugendliche. Dort wird Gesundheit gelernt, erfahren und gefördert. Internationale Beispiele belegen die positiven Effekte durch den Einsatz von School Nurses. Durch die Verknüpfung von Bildung und Gesundheit werden sowohl ein gesundes Aufwachsen als auch der Bildungserfolg gesichert. Der DBfK setzt sich dafür ein, SchulgesundheitspflegerInnen regelhaft in Schulen zu verankern und entsprechende Kompetenzen und Zuständigkeiten zu schaffen. Als School Nurses könnten Pflegefachpersonen mit Berufserfahrung und einer zusätzlichen Qualifizierung in Pädiatrie, Erster Hilfe und Public Health eingesetzt werden.

Eine DBfK-Broschüre „Schulgesundheitspflege in Deutschland“ ist im Download unter www.dbfk.de -Veröffentlichungen-Downloads erhältlich.


Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK), 26.04.2016 (tB).

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