Der Mensch im Mittelpunkt:

Patientenorientierte Initiativen gewinnen Janssen-Cilag Zukunftspreis 2008

Neuss (24. September 2008) – Zum siebten Mal und mit Unterstützung einer hochkarätigen, interdisziplinären Jury vergibt Janssen-Cilag wieder seinen Zukunftspreis an Projekte und Initiativen, die dem Gesundheitswesen besondere Impulse geben. Im Fokus aller drei Gewinner-Projekte steht dabei in diesem Jahr die verbesserte Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Fachpersonal im Gesundheitswesen auf der einen sowie Patienten und Pflegebedürftigen auf der anderen Seite des Systems: Das „Aktionsbündnis Patientensicherheit“ ist eine Initiative für mehr Sicherheit in der Krankenversorgung. Das Berliner Modellprojekt „Die Pflege mit dem Plus“ setzt sich für eine kontinuierliche und intensive medizinische Betreuung pflegebedürftiger Heimbewohner ein und das Studienhospital der Medizinischen Fakultät Münster führt angehende Ärzte schon während des Studiums durch wirklichkeitsgetreue Simulation an den natürlichen Umgang mit Patienten heran.

Preistraeger des 7. Janssen-Cilag Zukunftspreises

Verleihung des 7. Janssen-Cilag Zukunftspreises (von links nach rechts): Jan Hofer (Moderation), Prof. Theo Scholten, Aktionsbündnis Patientensicherheit, Toon Overstijns, Vorsitzender der Geschäftsleitung Janssen-Cilag, Prof. Hellmuth Karasek, Festredner, Dr. Constanze Lessing, Aktionsbündnis Patientensicherheit, Prof. Rolf Kreibich (Jury), Dipl.-Psych. Janina Sensmeier, Studienhospital Münster, Dr. med. Hendrik Friedrichs, Studienhospital Münster, Dr. med. B Marschall, Studienhospital Münster, Dr. H. Biedermann, Studienhospital Münster, Prof. Rudolf Hickel (Jury), Hannelore Loskill, Aktionsbündnis Patientensicherheit, Prof. Matthias Schrappe, Aktionsbündnis Patientensicherheit, Harald Möhlmann, Berliner Projekt: Die Pflege mit dem Plus, Pastor Elimar Brandt, Berliner Projekt: Die Pflege mit dem Plus.


„Gesellschaftlich wirksame innovative Ideen zu fördern, nicht Produkte oder Patente“, so fasst Toon Overstijns, Geschäftsführer des Arzneimittelherstellers Janssen-Cilag, den Anspruch des Zukunftspreises zusammen. „Das ist neben der Erforschung, Entwicklung und Bereitstellung von Arzneimitteln Teil unseres Beitrages, um auch zukünftig eine bedarfsgerechte, sozial angemessene und nachhaltig finanzierbare medizinische Versorgung zu sichern. Deshalb freuen wir uns, nun schon zum siebten Mal im Rahmen unserer Zukunftsarbeit die besten uns bekannten Projekte und Initiativen auszeichnen zu dürfen!“ Der Janssen-Cilag Zukunftspreis solle als Ansporn dienen, innovative Ideen in die Realität umzusetzen.

In diesem Sinne ehrt die Jury in diesem Jahr das „Aktionsbündnis Patientensicherheit“, das sich bundesweit für eine sicherere Gesundheitsversorgung einsetzt. Denn die Zahl möglicher Behandlungsfehler nimmt durch moderne und komplexere Therapieabläufe zu. Die Initiative soll dazu beitragen, Fehlerquellen zu identifizieren und Fehlerketten zu analysieren. Dafür pflegt man intensive Kooperationen mit Verbänden, Fachgesellschaften, Forschungsinstitutionen, Krankenkassen, Institutionen der Selbstverwaltung sowie Patientenorganisationen. Außerdem wird das Bündnis vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt. Professor Gerd Glaeske hebt in seiner Laudatio besonders den konstruktiven Ansatz des Aktionsbündnisses hervor: „Wir würdigen eine Initiative, die keine Sündenböcke sucht, sondern Ursachen identifiziert! Die Initiatoren möchten unsere Krankenhäuser durch offensiven Umgang mit vermeidbaren Behandlungsfehlern zu Orten machen, an denen wir uns sicher und geborgen fühlen können.“

Ebenfalls mit dem Janssen-Cilag Zukunftspreis ausgezeichnet wird das Berliner Modellprojekt „Die Pflege mit dem Plus“. Diese Initiative zur Verbesserung der Versorgungsqualität in Pflegeheimen hat die Bedürfnisse von Heimpatienten zu ihrem besonderen Anliegen gemacht: „Mehr menschliche Zuwendung, eine durchgehende medizinische Betreuung – die Lebenssituation der Menschen in 38 Berliner Pflegeheimen hat sich durch das Projekt spürbar verbessert“, lobt in seiner Laudatio Professor Rolf Kreibich. Die Patienten profitieren von einer besonders intensiven medizinischen und pflegerischen Betreuung in einer angenehmen Atmosphäre. Parallel zur gesteigerten Lebensqualität erreicht das Projekt aber auch Kostensenkungen für die Krankenkassen. Damit gilt die Initiative laut Kreibich als Vorbild für das am 1. Juli 2008 in Kraft getretene Pflege-Weiterentwicklungsgesetz: Bundesweit dürfen Pflegeeinrichtungen danach niedergelassene Ärzte als Heimärzte engagieren oder eigene Ärzte einstellen.

Einen weiteren Preis verleiht die Jury dem Studienhospital der Medizinischen Fakultät Münster. Dazu Jury-Mitglied und Laudator Professor Rudolf Hickel: „In vielen Bereichen, in denen komplexe Leistungen gefragt sind, weiß man längst: Die beste Vorbereitung auf die Wirklichkeit ist die Simulation. Daher zeichnen wir in diesem Jahr das Studienhospital der Medizinischen Fakultät Münster aus.“ Dort wird versucht, den Arbeitsalltag eines Arztes bereits in der Ausbildung möglichst realistisch zu simulieren, um Studierenden die Möglichkeit zu bieten, sich früh an den natürlichen Kontakt mit Patienten zu gewöhnen: Mit Hilfe von Schauspielern, die Krankheiten oder Verletzungen simulieren, lernen Studenten so sehr früh den situativen Umgang mit Mensch und Medizin kennen. Die Schauspieler werden im Voraus eigens durch einen Simulationspatiententrainer und eine Psychologin auf ihre Rolle vorbereitet. „Die Jury hofft inständig, dass das Projekt viele Nachahmer findet“, so Hickel. Das Studienhospital ist derzeit als Lehrkrankenhaus für die praktische Ausbildung von angehenden Medizinern europaweit einzigartig.

Die Jury des Janssen-Cilag Zukunftspreises setzt sich zusammen aus dem Wissenschaftsjournalisten Gero von Boehm, Prof. Dr. Gerd Glaeske, Professor für Arzneimittelversorgungsforschung im Studiengang Public Health, Prof. Rudolf Hickel, Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied der „Alternativen fünf Weisen“, Prof. Dr. Rolf Kreibich, Leiter des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Dr. Marcel Mangen, Geschäftsführer Public and Governmental Affairs bei Janssen-Cilag, Malte W. Wilkes, Geschäftsführer des IFAM Instituts sowie der Ärztin, Journalistin und Moderatorin Dr. Franziska Rubin.


Quelle: Festveranstaltung anläßlich der Verleihung des 7. Janssen-Cilag Zukunftspreises am 24.09.2008 in Neuss (Edelman).

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