Evangelische Heimstiftung zur Pflegeausbildung

Akademisierung ist keine Lösung!

 

Stuttgart (7. Mai 2012) – Die Politik diskutiert aktuell verschiedene Ansätze zur zukünftigen Gestaltung der Pflegeausbildung. Die Evangelische Heimstiftung appelliert an die Politik, sich bei der zukünftigen Ausrichtung der Pflegeausbildung am Fachkräftebedarf und deren Anforderungen, sowie der Anzahl der zukünftigen Ausbildungswilligen und deren schulischen Bildung zu orientieren.

 

 

Als Folge des demografischen Wandels nimmt der Anteil hochaltriger Menschen bei einer insgesamt kleiner werdenden Bevölkerung zu. Zur qualitativen Versorgung der steigenden Zahl an pflegebedürftigen Menschen werden mehr Pflegekräfte und damit auch mehr Pflegefachkräfte benötigt. Allerdings wird die von der Politik gewünschte Akademisierung nicht zur Gewinnung der Fachkräfte führen, denn wer ein Pflegestudium abschließt, strebt eine Beratungs-, Entwicklungs- oder Leitungsaufgabe an. Die Altenpflege braucht jedoch vor allem Fach- und Hilfskräfte, um die zunehmende Zahl pflegebedürftiger Menschen zu versorgen.

 

 

Gewinnung neuer Zielgruppen

Für die notwendige Anzahl an Mitarbeitern müssen neue Zielgruppen für die Pflegeausbildung gewonnen werden. Unter den heutigen Rahmenbedingungen haben beispielsweisweise Hauptschüler die Möglichkeit, in der Altenpflege eine qualifizierte dreijährige Ausbildung zu absolvieren, die ihnen anschließend weitere Karrieremöglichkeiten eröffnet. Um insbesondere Menschen nach der Familienphase den Zugang zum Pflegeberuf zu ermöglichen, sind neue Formen der Ausbildung und Prüfung erforderlich, wie beispielsweise die Teilzeitausbildung oder die Einführung der Schulfremdenprüfung. Standardisierte Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegeabschlüsse würden auch Mitarbeitern aus anderen Ländern den Zugang zur Pflege in Deutschland erleichtern.

 

 

Diversifizierung stellt Qualität der Pflegeleistung sicher

Der Pflegeprozess muss von hochqualifizierten Mitarbeitern organisiert werden. Dabei wird es sich in Zukunft immer häufiger um Absolventen eines einschlägigen Pflegestudiengangs handeln. Für die eigenständige Ausführung von Pflegetätigkeiten sind Pflegefachkräfte erforderlich. Darüber hinaus muss ein Einsatz angelernter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für standardisierte Aufgaben ermöglicht werden. Die eigenständige Altenpflegeausbildung befähigt Fachkräfte, unmittelbar nach ihrer Ausbildung, pflegebedürftige Menschen zu betreuen. Eine Qualifizierung für diese Aufgabe erst durch eine Spezialisierung nach Abschluss einer allgemeinen Pflegeausbildung ist nicht zielführend.

 

 

Die generalistische Ausbildung benachteiligt die Altenhilfe

Eine Zusammenführung aller Pflegeausbildungen in einem Ausbildungsgang wird die Altenhilfe benachteiligen. Denn eine Anhebung der Zugangsvoraussetzungen auf zwölf Jahre Schulbildung ist kontraproduktiv, da sie vielen Personen den Zugang zum Beruf verschließen. Der Bedarf an Fachkräften wird zukünftig aber überproportional zunehmen. In einer generalistischen Ausbildung verhindern zudem die wechselnden Praxiseinsätze die Bindung der Mitarbeiter an eine Pflegeeinrichtung und der Fachlichkeitsgrad im einzelnen Berufsfeld wird darüber hinaus noch reduziert, da sie nur maximal zehn Monate in einer Altenhilfeeinrichtung verbringen.

 


 

Quelle: Evangelische Heimstiftung, 07.05.2012 (tB).

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