GKV-Spitzenverband

Arzneimittelgesetz „AMNOG“ ist ein Erfolg

 

Berlin (30. Mai 2013) – Vor einem Jahr wurde der erste Erstattungsbetrag nach den Regelungen des neuen Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) zwischen einem Pharmaunternehmen und dem GKV-Spitzenverband nach sechsmonatigen Verhandlungen vereinbart. Seither sind weitere zwanzig Erstattungsbeträge hinzugekommen. Derzeit laufen zehn Erstattungsbetragsverhandlungen.

 

Siebzehn Erstattungsbeträge wurden in Verhandlungen zwischen dem jeweiligen Pharmaunternehmen und dem GKV-Spitzenverband vereinbart. In vier Verhandlungen konnte keine einvernehmliche Lösung gefunden werden. In diesen Fällen hat stattdessen die für solche Fälle gesetzlich vorgesehene Schiedsstelle entschieden. Zwei weitere Medikamente wurden wegen des nicht vorhandenen Zusatznutzens vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) direkt in die jeweils passenden Festbetragsgruppen eingruppiert.

 

Vier Pharmaunternehmen wählten für ihre Produkte das sogenannte opt-out-Verfahren. Das heißt, dass sie nach der Nutzenentscheidung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss entschieden haben, sich nicht der Erstattungsbetragsverhandlung zu stellen. Damit stellen diese Pharmaunternehmen ihre Arzneimittel den Patienten in Deutschland nicht zur Verfügung. Da für alle vier Produkte gilt, dass kein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie belegt wurde, ist dies für die Versorgung der Patientinnen und Patienten für Deutschland unerheblich, denn es gibt ausreichend verfügbare Alternativen.

 

„Mit diesem Gesetz wird bei den neuen Medikamenten die Spreu vom Weizen getrennt“, so Johann-Magnus v. Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. „Es findet ein Perspektivwechsel von den Gewinninteressen der Pharmaindustrie hin zu den Versorgungsinteressen der Patienten statt. Für neue Arzneimittel mit einem Zusatznutzen für die Patienten erhalten die Pharmaunternehmen auch künftig deutlich mehr Geld. Aber Schein-Innovationen, also neue Arzneimittel ohne Zusatznutzen für kranke Menschen, werden Dank dieses Gesetzes nicht mehr besser bezahlt als die zweckmäßige Vergleichstherapie.“

 

Durch die 21 Erstattungsbeträge werden in den Jahren 2012 und 2013 insgesamt rund 120 Mio. Euro für die Beitragszahler an Arzneimittelausgaben gespart werden. Dies entspricht ca. 16 Prozent des Umsatzes dieser Arzneimittel. Sie sind, wie alle Innovationen, kurz nach dem Markteintritt am Beginn ihres ökonomischen Lebenszyklus. In den kommenden Jahren ist ein steigender Umsatz dieser Arzneimittel zu erwarten. Entsprechend wird auch das Einsparvolumen steigen.

 

 

Transparenz im AMNOG-Verfahren nur teilweise gegeben

Werbung

 

Die Ergebnisse der Nutzenbewertung, also des erstens Teils des AMNOG-Verfahrens, werden durch den G-BA im Internet veröffentlicht. Wenn es in den anschließenden Erstattungsbetragsverhandlungen zwischen dem Pharmaunternehmen und dem GKV-Spitzenverband nicht zu einem Ergebnis kommt und die Schiedsstelle den Erstattungsbetrag festsetzt, dann ist dieser öffentlich einsehbar. Sowohl beim G-BA als auch bei der Schiedsstelle ist Transparenz gegeben. Aber wenn jemand wissen möchte, wie hoch ein zwischen einem Pharmaunternehmen und dem GKV-Spitzenverband ausgehandelter Erstattungsbetrag ist, fällt es bisher schwer, dies herauszufinden. Zwar kennen alle rund 21.000 Apotheken die Erstattungsbeträge und auch ein von der Pharmaindustrie und den Apothekenverbänden betriebenes kostenpflichtiges Informationssystem stellt die Informationen den Fachkreisen zur Verfügung – eine allgemein zugängliche Quelle gibt es jedoch nicht.

 

Der GKV-Spitzenverband möchte dem großen öffentlichen Interesse entsprechen und die Ergebnisse der Erstattungsbetragsverhandlungen auf seiner Internetseite öffentlich machen. Unter www.gkv-spitzenverband.de findet sich eine entsprechend aufbereitete Übersichtsseite. Jedoch steht an der Stelle, an der eigentlich die Erstattungsbeträge stehen sollten, derzeit in der Regel lediglich der Hinweis Der Hersteller hat der Veröffentlichung nicht zugestimmt.

 

Dazu erklärt v. Stackelberg: „Gerne hätten wir als GKV-Spitzenverband dem vielfach geäußerten Wunsch nach Transparenz der verhandelten Erstattungsbeträge entsprochen. Jenseits rechtlicher Fragen haben wir unsere Vertragspartner in den vergangenen Wochen gefragt, ob sie mit der Aufnahme des jeweils verhandelten Erstattungsbetrags in unsere neue Übersicht im Internet einverstanden sind. Lediglich einer hat dem zugestimmt. Nichtsdestotrotz setzen wir uns weiter dafür ein, im Einvernehmen mit der Pharmaindustrie eine Veröffentlichung zu ermöglichen.“

 


 

Quelle: GKV-Spitzenverband, 30.05.2013 (tB).

MEDICAL NEWS

Monoclonal antibody therapy for COVID-19 safe, effective for transplant patients
Having trouble falling asleep predicts cognitive impairment in later life
SARS-CoV-2 detectable — though likely not transmissible — on hospital…
Waking just one hour earlier cuts depression risk by double…
Moving one step closer to personalized anesthesia

SCHMERZ PAINCARE

Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Risikobasiertes Brustkrebs-Screening kosteneffektiv
Krebs – eine unterschätzte finanzielle Herausforderung
Cannabidiol gegen Hirntumore
Assistierte Selbsttötung bei Krebspatienten: Regelungsbedarf und Ermessensspielraum
Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?

MULTIPLE SKLEROSE

Patienteninformationen zu Interferon-beta-Präparaten
Zulassung des S1P Modulators Ponesimod zur Behandlung von erwachsenen Patienten…
Neue S2k-Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose
Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose: Stellungnahme zu SARS CoV 2 Impfdaten…
Schwangere mit MS: Schadet Schubbehandlung dem Ungeborenen?

PARKINSON

Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga