Pflegenoten: Scheitern ist große Chance

 

  • Caritas lehnt "Herumdoktern" an Kriterien ab
  • Derzeitiges Prüfsystem wird Fachkräftemangel noch verschärfen

 

Münster (25. November 2010). Den Abbruch der Gespräche zur Weiterentwicklung der Pflegenoten sieht die Caritas in der Diözese Münster als "große Chance", einen erneuten Schnellschuss zu vermeiden. "Auch mit den diskutierten Änderungen könnte die tatsächliche Qualität nicht abgebildet werden", kritisierte Klaus Schoch, Abteilungsleiter Gesundheitshilfe, am Donnerstag in Münster. Das sei nur ein "Herumdoktern" an einem vom Ansatz her falschen System gewesen. Die Caritas setzt sich dafür ein, die Studie des vom Bundesgesundheitsministerium selbst beauftragten Pflegewissenschaftlers Prof. Dr. Klaus Wingenfeld von der Uni Bielefeld abzuwarten. Auf dieser Grundlage müsse im kommenden Jahr ein neues Verfahren erarbeitet werden.

 

Die Verbände der freien Pflegeanbieter hatten Anfang der Woche in Berlin die Gespräche verlassen. Ein Beschluss kann nur einstimmig gefasst werden. Das Bundesgesundheitsministerium hatte dies scharf kritisiert. Für Klaus Schoch bleibt dies unverständlich, weil erst am 14. Dezember die von Minister Rösler angeforderte Wingenfeld-Studie zur Ergebnisqualität vorgestellt werden wird. Erste Informationen dazu zeigten, dass die Prüfung der Pflegequalität darin ein ganz neue Denkrichtung habe. Bisher werde beispielsweise bei einer kleinen Stichprobe der Bewohner eines Altenheims überprüft, ob in der Dokumentation festgehalten worden ist, dass das Dekubitus-Risiko erfasst und entsprechend vorgebeugt worden ist. Wingenfeld schlage dagegen vor, die tatsächliche Zahl aller Bewohner mit Dekubitus als Kriterium für Ergebnisqualität heranzuziehen.

 

Dieser Ansatz würde von unseren Heimen verlangen, ihre internen Qualitätsmanagement-Verfahren möglicherweise noch einmal zu überdenken, so Schoch. Aber die Caritas wolle Prüfungen und konstruktive Kritik, um die Qualität der Pflege ständig weiter entwickeln zu können. "Das jetzige System motiviert dagegen vor allem dazu, die Dokumentation zu verbessern", warnt der Caritas-Mitarbeiter.

 

Eine große Gefahr im jetzigen Prüfsystem sieht Schoch darin, dass das Engagement und die Professionalität der Mitarbeiter nicht wert geschätzt werde. Im Gegenteil werde das Ansehen der Pflegeberufe weiter beschädigt und "das wird den schon jetzt sich abzeichnenden Fachkräftemangel noch weiter verschärfen".

 

 


Quelle: Caritasverband für die Diözese Münster, 25.11.2010 (tB).

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