Vom Modellprojekt zur Regelversorgung:

Europaweite Ausschreibung des GKV-Spitzenverbandes für unabhängige Patientenberatung gestartet

 

Berlin (19. August 2010) –  Ab 1. Januar 2011 soll allen Bürgerinnen und Bürgern eine unabhängige Patientenberatung als Regelversorgung zur Verfügung stehen. Das sieht eine aktuelle Gesetzesinitiative zur Förderung unabhängiger Einrichtungen zur Patienten- und Verbraucherberatung vor. Der GKV-Spitzenverband hat hierfür bereits heute eine europaweite Ausschreibung gestartet, um nach Auslaufen des bisherigen Modellprojektes zur Erprobung verschiedener Beratungsansätze Ende dieses Jahres einen möglichst nahtlosen Übergang und Finanzierungsanschluss sicherzustellen.

 

Die kostenlose unabhängige Patientenberatung soll die bestehenden vielfältigen Beratungsangebote ergänzen. Worauf es dabei ankommt, zeigen die Erfahrungen aus fast zehn Jahren Modellvorhaben: Ein solches zusätzliches Angebot muss sich durch hohe Beratungsqualität, Neutralität sowie fachliche Unabhängigkeit auszeichnen und vernetzt in der bestehenden Beratungslandschaft eine verlässliche Lotsenfunktion übernehmen.

 

„Ein persönliches oder telefonisches Beratungsangebot ist für Versicherte vor allem dann von Nutzen, wenn es den Ratsuchenden hilft, sich in einem komplizierten Gesundheitswesen zu orientieren und die Transparenz erhöht“, erläutert Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes. „Viele Ratsuchende haben trotz vielfältiger Informations- und Beratungsangebote Schwierigkeiten, die richtige Anlaufstelle für ihr spezielles Problem zu finden. Hier kann die unabhängige Patientenberatung für Versicherte und Patienten sinnvolle Hilfe bieten.“

 

Das geplante Gesetz soll Ende November 2010 verabschiedet werden. Der Zuschlag zur Ausschreibung steht unter dem Vorbehalt, dass es wie vorgesehen zum 01.01.2011 in Kraft tritt. An Fördermitteln stehen künftig 5,2 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung, finanziert aus Beitragsmitteln der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Schon bisher hat die GKV im Rahmen des Modellprojektes die unabhängige Patientenberatung mit einer vergleichbaren Summe gefördert.  Der Wunsch des Gesetzgebers ist, dass sich die private Krankenversicherung (PKV) hier angemessen beteiligt. Der GKV-Spitzenverband begrüßt die erste Ankündigung der PKV, die unabhängige Patientenberatung finanziell unterstützen zu wollen. Dies war mehr als überfällig, da auch Privatversicherte die Leistungen in Anspruch nehmen.

 

 


Quelle: GKV Spitzenverband, 19.08.2010 (tB)

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