BundesverbandPflegemanagement.pngÄrztevertreter klammern an alten Strukturen und werden dabei von der Realität überholt

 

Der Bundesverband Pflegemanagement nimmt Stellung zu der von den ärztlichen Spitzenverbänden gemeinsam unterzeichneten Resolution zur Delegation vom 23.02.2012

 

Berlin (28. Februar 2012) – Bei der Resolution der ärztlichen Spitzenverbände steht die Forderung nach einer klaren ärztlichen Hoheit über alle den Patienten betreffenden Anordnungen im Mittelpunkt. Eine Reaktion auf die Verabschiedung des § 63 (3c) SGB V zur Delegation heilkundlicher Aufgaben an die Pflege. Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass es um die flächendeckende Gesundheitsversorgung der Menschen in unserem Land geht. Wer hier alte Zöpfe weiter flechtet, statt sich konzeptionell und realistisch an die Aufgaben der Zukunft zu machen, darf sich nicht wundern, wenn er von der Zeit überholt wird“, erläuterte Vorstandsvorsitzender Peter Bechtel.

 

Bechtel ergänzte, man habe selten auf der Standspur ein Rennen gewonnen. Aber genau da stünden die Ärzte nun mit ihrer Resolution, die die eigenständige Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten durch speziell ausgebildete Pflegekräfte verhindern soll. „Nein schlimmer sogar, die ärztlichen Verbandsvertreter schalten ihre Warnblinkanlage ein und haben den Rückwärtsgang eingelegt. Denn, was hier noch kritisiert wird ist längst gängige Praxis. Sie müssen nur einmal ehrlich und richtig hinschauen, um zu erkennen, was die qualifiziert Pflegenden wirklich tun“, Bechtel weiter.

 

Pflege ist ein wissenschaftlich begründeter Beruf. Der Pflegeberuf hat sich weiterentwickelt, was sich jedoch weder in Status noch in Werten ausdrückt. Mit dieser Resolution würde man die qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Patientenversorgung, die seit langem von ausgebildetem Pflegepersonal gerade in ländlichen Gebieten aufgefangen wird, geradezu zurückfahren. Unvorstellbar, was wäre, wenn nicht die Wundmanagerin, die Diabetesfachkraft oder die Fachkrankenpflegende für Geriatrie so konsequent ihre Patienten in der alltäglichen Praxis versorgen würde.

 

Derzeit wird in unserem Gesundheitssystem alles per Delegation geregelt. So muss im Regelfall der Arzt etwas verordnen, von dem er selbst oft deutlich weniger versteht als beispielsweise die Wundmanagerin. Letztendlich ist in einer gut vernetzten Gesundheitsversorgung für den Patienten nur wichtig, was jeder am besten leisten, verordnen und verantworten kann und wozu er am besten ausgebildet ist. Und das ist eben an manchen Stellen die qualifizierte Pflegeperson.

 

Die nun im Modellvorhaben mögliche eigenständige Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten legitimiert an vielen Stellen nur gelebte Konzepte. Und schafft damit endlich die Möglichkeit, die Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung zu evaluieren und zu optimieren. Wovor also haben die Ärzte Angst, dass sie mit einem solchen, schon verzweifelt anmutendem Elan, an der Delegation festhalten? Vor dem Machtverlust, der Leistungsvergütung oder etwa vor der wissenschaftlichen Evaluation?

 

 

Anhang

 

Resolution Verbaendegespraech:
http://www.bv-pflegemanagement.de/meldung/items/30.html?file=files/balk/meldungen/Presse/2012/24022012%20-%20Resolution%20Verbaendegespraech.pdf

 


 

Quelle: Bundesverband Pflegemanagement, 28.02.2012 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung