"Diakonie hat Einheit der Deutschen am Leben gehalten"

 

Berlin, 13. Februar 2009   "Ohne die Diakonie wäre das Gesundheits- und Sozialsystem der DDR überfordert gewesen", betonte Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble beim Jahresempfang der Diakonie am 13. Februar. Die Diakonie habe sich um jene Menschen gekümmert, die nach Ansicht des DDR-Regimes "keinen Beitrag zum Aufbau des Sozialismus leisten konnten: Schwer kranke, alte und vor allem geistig behinderte Menschen".

 

Rund 250 Gäste aus Diakonie, Kirche und Politik nahmen am Jahresempfang zum Thema "Diakonie im geteilten und vereinten Deutschland" in der Stephanus-Stiftung im Berlin-Weißensee teil. Die diakonische Einrichtung war zu DDR-Zeiten ein Ort der Begegnung für Menschen aus Ost und West.

 

Schäuble würdigte die finanziellen Hilfen und Hilfslieferungen der evangelischen Kirchengemeinden und diakonischen Werke aus dem Westen. Ohne deren Solidarität und Unterstützung wäre die Diakonie in der DDR nicht in der Lage gewesen, diese wichtige gesellschaftliche Rolle zu übernehmen. Schäuble betonte, dass die Diakonie die Einheit der Deutschen am Leben gehalten habe, in dem sie Gemeinschaft in Ost und West vorgelebt habe.

 

Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik betonte in seiner Begrüßung, das Geben und Nehmen sowie die Besuche und Begegnung zwischen Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen in Ost und West hätten die "Mauern und Grenzanlagen durchlöchert, unterminiert, durchlässig gemacht". Die Diakonie habe eine Brückenfunktion wahrgenommen und mit materieller Unterstützung und zwischenmenschlichen Begegnungen zum Zusammenhalt der Deutschen beigetragen.

 

Als Zeitzeuge berichtete Pastor Werner Braune über die Ost-West-Begegnungen in der Stephanus-Stiftung. Diese "Nebenaufgabe" der Stiftung habe in unmittelbarer Nachbarschaft mit der Volkspolizeiinspektion und einer Telefonabhörzentrale stattgefunden. Tagungen, Konferenzen und kirchliche Versammlung, prominente West-Besucher und nicht zuletzt die Unterstützung von DDR-Bürgern, die einen Ausreiseantrag gestellt hatten, hätten häufig für Ärger mit DDR-Staatsorganen gesorgt. Braune leitete die Stephanus-Stiftung mit den Arbeitsschwerpunkten Hilfen für Menschen mit geistigen Behinderungen und Altenhilfe bis 2001. In seinem Grußwort würdigte Dr. Hermann Barth, Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland, den besonderen Beitrag, den die evangelische Kirche und ihre Diakonie durch Gemeindepartnerschaften und Ost-West-Begegnungen für den Zusammenhalt der Menschen geleistet haben.

 


 

Quelle: Pressemitteilung des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. vom 13.02.2009. (tB)

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