Erlanger Studie zur Muskelschwäche

 

Erlangen-Nürnberg (22.07.2008) – Ein Eiweißmolekül, das beim Weiterleiten von Bewegungsimpulsen als Bindeglied dient, kann das Verständnis von Muskelerkrankungen vertiefen. Zwei aufeinanderfolgende Untersuchungen an der Universität Erlangen-Nürnberg belegen die Bedeutung dieses Moleküls für die Verarbeitung der Signale zwischen Nerven und Muskeln. Kürzlich hatte eine Studie der Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Said Hashemolhosseini am Biochemischen Institut gezeigt, dass bei Mäusen, denen dieses Protein fehlt, eine deutliche Muskelschwäche auftritt. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dieter Heuß an der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen fanden die Biochemiker nun heraus, dass beim Menschen die Funktion des gleichen Moleküls in bestimmen Fällen von chronischem Muskelschwund merklich eingeschränkt ist.

 

Das Hauptsymptom vieler Muskelerkrankungen ist eine Schwäche und abnorme Ermüdbarkeit der Muskulatur. Wichtige Formen sind die Myasthemia gravis, eine Autoimmunerkrankung, und die mit fortschreitendem Muskelschwund verbundenen Muskeldystrophien. Je nach Ausprägung kann es zu einer leichten Schwäche von Skelettmuskeln bis zum Verlust der Gehfähigkeit oder zu lebensbedrohlichen Verschlechterungen des Gesundheitszustands der Betroffenen bis hin zur Atemlähmung kommen.

Vor kurzem hatte die Arbeitsgruppe von Dr. Hashemolhosseini entdeckt, dass ein bestimmtes Eiweißmolekül in Mäusen die Verbindung zwischen Nerven und Muskeln als Schlüsselbaustein stabilisiert. Bei Mäusen ohne das Molekül war eine auffallende Muskelschwäche festzustellen. In einer aktuell erschienenen Veröffentlichung berichten die Teams von Dr. Hashemolhosseini und Prof. Dr. Dieter Heuß nun, dass sie in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Hanns Lochmüller aus München das gleiche Molekül in menschlichen Skelettmuskeln nachweisen konnten. In der Publikation in der international renommierten Fachzeitschrift Molecular and Cellular Biochemistry zeigen die Wissenschaftler, dass das Protein in bestimmten Fällen von menschlichen Muskelerkrankungen in seiner Funktion beeinträchtigt ist.

Die Forschungsergebnisse eröffnen neue Denkmöglichkeiten zur Therapie von Patienten, die an solchen Erkrankungen leiden. Von der Umsetzung solcher Ergebnisse der Grundlagenforschung in die medizinische Praxis ist es allerdings ein weiter Weg.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".


Quelle: Presseinformation der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vom 22.07.2008.

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung