Lungenkrebs

Peter Lustig ruft zur Gründung von Selbsthilfegruppen auf

 

Berlin (27. Mai 2008) – Prominenz, Wissenschaft und Selbsthilfe machen sich stark für mehr Engagement für Lungenkrebsbetroffene. Peter Lustig, bekannt als TVModerator der Sendung „Löwenzahn", der Onkologe Professor Frank Griesinger und Barbara Baysal von der Selbsthilfegruppe für Lungenkrebsbetroffene in Berlin rufen am 27. Mai 2008 im Rahmen der Aktion „Selbsthilfe bei Lungenkrebs" zur Gründung von Selbsthilfegruppen auf. Im Sony‑Center am Potsdamer Platz schalten sie die Aktions‑Website „online".

„Wir sind derzeit drei und wären gern viele". Mit diesen Worten beschreibt Barbara Baysal, Gründungsmitglied der Berliner Gruppe, die Situation der Selbsthilfe bei Lungenkrebs. Tatsächlich gibt es in Deutschland nur drei Gruppen für Lungenkrebsbetroffene. Um dies zu ändern engagiert sie sich mit Peter Lustig und Professor Griesinger für mehr Selbsthilfe.

 

Kurz vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2008 stellen die drei gemeinsam mit der TV‑Moderatorin Monika Härle die Aktions‑Website vor. Sie ist über die Adresse der Berliner Selbsthilfegruppe, www.selbsthilfe‑lungenkrebs.de, erreichbar. Auf der Website erklärt Peter Lustig in gewohnt verständlicher Weise 15 Begriffe zum Thema Lungenkrebs. In drei Filmen zeigt er wie Lungenkrebs diagnostiziert werden kann, wie ein Lungenfunktionstest abläuft und welche Lungenkrebstherapien es mittlerweile gibt. Als fachliche Unterstützung steht ihm der renommierte Onkologe Professor Frank Griesinger vom Pius‑Hospital in Oldenburg zur Seite.

 

Lungenkrebs in Deutschland

Lungenkrebs ist die weltweit häufigste Tumorart bei Männern. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 33.000 Männer und 13.000 Frauen neu. Bei Frauen nimmt die Häufigkeit durch den steigenden Zigarettenkonsum zu. Nach wie vor ist das Rauchen ein Hauptrisikofaktor. Die Überlebenschancen bei Lungenkrebs sind im Vergleich zu anderen Krebsarten relativ niedrig. Allerdings hat sich die Situation der Betroffenen in den letzten Jahren gebessert; nicht zu letzt dank der zielgerichteten Therapien, die das Überleben der Patienten nachweislich verlängern. Hierzu zählen Angiogenese‑Hemmer, die den Tumor von seiner Nährstoffversorgung abschneiden und ihn regelrecht „aushungern", sowie Wirkstoffe, die den epidermalen Wachstumsfaktor Rezeptor (EGFR) des Tumors hemmen, und so das Tumorwachstum stoppen.

 

Was kann die Selbsthilfe leisten?

Die Diagnose Lungenkrebs steckt niemand leicht weg. Medizinern fehlt oft die Zeit tiefer auf die menschlichen und psychologischen Bedürfnisse einzugehen. Von ihrem Umfeld und der Öffentlichkeit werden Betroffene oft diskriminiert und ihre lebensbedrohliche Krankheit wird tabuisiert. Daher fühlen sie sich ausgestoßen und allein gelassen. Um dies zu ändern, sind Selbsthilfegruppen so wichtig. Sie bieten eine zusätzliche und andere Hilfe an, die Familie/Freunde und Ärzte/Therapeuten nicht leisten können. „Die Selbsthilfe kann sich der offenen Fragen der Patienten annehmen. Dabei sollte der Austausch der Betroffenen untereinander im Zentrum stehen", berichtet Professor Griesinger. Die Wirkung der Selbsthilfe ist nicht messbar, aber unbestritten.

 

Aus ihrer langjährigen Erfahrung als Betreuerin der Berliner Selbsthilfegruppe weiß Barbara Baysal zu berichten: „Selbsthilfegruppen zu gründen und zu besuchen hilft, Ängste abzubauen, sich gut zu informieren und zu erfahren, wie andere mit der Erkrankung umgehen und wie sie ihr Leben jetzt meistern und, das Wichtigste, zu sehen und zu erleben, man ist nicht allein mit der Erkrankung".

 

Wie Peter Lustig zur Selbsthilfe kam

Der beliebte Erklär‑Profi, Peter Lustig, war selbst betroffen. Vor 25 Jahren wurde bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert. Ein Lungenflügel wurde ihm komplett entfernt. In einer „Spätdiagnose" erfuhr er von einem jungen Arzt, dass diese Entfernung möglicherweise nicht nötig gewesen sei. „Mich hat dieser lapidare Hinweis doch erschüttert und ins Grübeln gebracht: Haben meine Ärzte damals wirklich alles richtig gemacht? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es heute? Warum versteht dieser junge Arzt nicht, dass seine Spätdiagnose problematische menschliche Folgen hat? Sie kann mir den Lungenflügel nicht zurückbringen und macht mich zusätzlich traurig", berichtet Peter Lustig.

 

Seine Überlegungen und Recherchen führten Ihn zur Selbsthilfegruppe von Barbara Baysal in Berlin. Mit seiner Unterstützung der Aktion „Selbsthilfe bei Lungenkrebs" möchte Peter Lustig ein Zeichen setzen, wie jeder etwas beitragen und sich nach seinen Kräften und Talenten einbringen kann. Eines seiner Talente ist das Erklären. Daher bringt er in drei Filmen und 15 Begriffserklärungen das Thema Lungenkrebs auf der Aktions‑Website auf den Punkt.

 

Bislang finden Betroffene in Deutschland in drei Selbsthilfegruppen in Berlin, Hamburg und Homburg an der Saar Unterstützung. Wie man selbst eine Gruppe gründen kann, erfahren Interessenten auf der Aktions‑Website, erreichbar über www.selbsthilfe‑lungenkrebs.de


Quelle: Pressekonferenz mit Unterstützung der Firma Roche Pharma zum Thema „Peter Lustig gibt den Anstoß – Aktion für mehr Selbsthilfe bei Lungenkrebs“, am 27.05.08 in Berlin (medical relations).

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