Neues EU-Projekt

Psychosoziale Unterstützung im Krisenfall

 

München (2. Juli 2013) – Schwere Krisen wie Flugzeugabstürze, Amokläufe oder Naturkatastrophen stellen alle Beteiligten – Betroffene, Helfer und Verantwortliche – vor große Herausforderungen. Zusätzlich zu Verletzungen und Todesfällen können massive psychische Belastungen und Traumata auftreten. Welche psychosoziale Unterstützung im Einzelfall angebracht ist, wie diese organisiert werden soll und unter welchen Belastungen Krisenmanager arbeiten und Entscheidungen treffen, untersuchen Wissenschaftler im Rahmen des neuen EU-Projekts „PsyCris“ (Psycho-social Support in Crisis Management).

 

„Unser Ziel ist es, europaweit die Notfallvorsorge sowie die Infrastruktur für die psychosoziale Unterstützung und die länderübergreifende Zusammenarbeit im Krisenfall zu verbessern – dieser internationale Fokus ist wichtig, da Katastrophen vor Ländergrenzen nicht halt machen“, sagt Dr. Christine Adler (Ludwig-Maximilians-Universität München), die das Projekt koordiniert. Die Forscher analysieren im Rahmen von PsyCris wissenschaftliche Studien und ziehen daraus Schlüsse, welche Methoden für die psychosoziale Vorsorge, Nachsorge und Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen geeignet sind. Dabei werten sie auch Erfahrungen aus früheren Krisenfällen aus – etwa dem Amoklauf in Erfurt – und bewerten, welche Maßnahmen erfolgreich waren und welche weniger. Aus den Ergebnissen wollen sie einen Leitfaden entwickeln, der in Abhängigkeit von der gegebenen Situation Strategien und Maßnahmen für die psychosoziale Versorgung an die Hand gibt.


Europaweiter Zugriff über Online-Plattform

Die Module des Leitfadens sollen europaweit über eine Online-Plattform zur Verfügung gestellt werden. „Über die Plattform können Führungskräfte – etwa in Krisenstäben oder in der Politik – zum einen für sich selbst Strategien suchen, mit dem Ereignis umzugehen und diese einüben. Zum anderen können sie auf geeignete Methoden für das Krisenmanagement zugreifen“, sagt Adler. Da sich Voraussetzungen und Anforderungen – etwa was die Zuständigkeiten im Katastrophenfall betrifft – innerhalb Europas unterscheiden, sollen bei der Gestaltung der Plattform auch länderspezifische Unterschiede berücksichtigt werden.

Im Rahmen des Projekts werden sowohl akute Maßnahmen analysiert als auch später greifende Strategien, mit Belastungen umzugehen und in den normalen Alltag zurückzukehren. „Das ist besonders wichtig, weil sich die Folgen der Belastung oft erst später zeigen“, sagt Adler.

PsyCris wird von der EU mit 3,8 Millionen Euro für drei Jahre gefördert. An dem Projekt sind elf Partnerinstitutionen aus Deutschland, Österreich, Spanien, Israel, Luxemburg und Litauen beteiligt. (göd)

 

 


 

Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München, 02.07.2013 (hB).

MEDICAL NEWS

IU School of Medicine researchers develop blood test for anxiety
COVID-19 pandemic increased rates and severity of depression, whether people…
COVID-19: Bacterial co-infection is a major risk factor for death,…
Regenstrief-led study shows enhanced spiritual care improves well-being of ICU…
Hidden bacteria presents a substantial risk of antimicrobial resistance in…

SCHMERZ PAINCARE

Hydromorphon Aristo® long ist das führende Präferenzpräparat bei Tumorschmerz
Sorgen und Versorgen – Schmerzmedizin konkret: „Sorge als identitätsstiftendes Element…
Problem Schmerzmittelkonsum
Post-Covid und Muskelschmerz
Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln

DIABETES

Wie das Dexom G7 abstrakte Zahlen mit Farben greifbar macht…
Diabetes mellitus: eine der großen Volkskrankheiten im Blickpunkt der Schmerzmedizin
Suliqua®: Einfacher hin zu einer guten glykämischen Kontrolle
Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT

ERNÄHRUNG

Positiver Effekt der grünen Mittelmeerdiät auf die Aorta
Natriumaufnahme und Herz-Kreislaufrisiko
Tierwohl-Fleisch aus Deutschland nur mäßig attraktiv in anderen Ländern
Diät: Gehirn verstärkt Signal an Hungersynapsen
Süßigkeiten verändern unser Gehirn

ONKOLOGIE

Strahlentherapie ist oft ebenso effizient wie die OP: Neues vom…
Zanubrutinib bei chronischer lymphatischer Leukämie: Zusatznutzen für bestimmte Betroffene
Eileiter-Entfernung als Vorbeugung gegen Eierstockkrebs akzeptiert
Antibiotika als Störfaktor bei CAR-T-Zell-Therapie
Bauchspeicheldrüsenkrebs: Spezielle Diät kann Erfolg der Chemotherapie beeinflussen

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Aktuelle Immunmodulatoren im Vergleich
Neuer Biomarker für Verlauf von Multipler Sklerose
Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Forschung: Neuer Alpha-Synuclein-Test entdeckt die Nervenerkrankung vor…
Neue Erkenntnisse für die Parkinson-Therapie
Cochrane Review: Bewegung hilft, die Schwere von Bewegungssymptomen bei Parkinson…
Technische Innovationen für eine maßgeschneiderte Parkinson-Diagnostik und Therapie
Biomarker und Gene: neue Chancen und Herausforderungen für die Parkinson-Diagnose…