Schlechte Mäusemütter durch Mangel an Glückshormon Serotonin

 

Berlin-Buch (23. Juni 2009) – Mangel an Serotonin im Gehirn verzögert das Wachstum von Mäusen nach der Geburt und lässt sie im späteren Leben schlechte Mütter werden. Das haben Dr. Natalia Alenina, Dana Kikic und Prof. Michael Bader vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch jetzt gezeigt. Zugleich stellten sie fest, dass das als Glückshormon geltende Serotonin im Gehirn für das Überleben der Tiere nicht entscheidend ist.

Weiter konnten sie damit bestätigen, dass es zwei strikt getrennte Wege der Serotoninproduktion gibt: Ein Gen ist für die Bildung von Serotonin im Gehirn verantwortlich, ein anderes für die Produktion des Hormons im Körper (PNAS, 23. Juni 2009, Vol. 106, Nr. 25, pp 10332-10337).

 

Die Forscher hatten in Mäusen das Gen Tph2 ausgeschaltet, um zu sehen, welche Funktion das Gen im Gehirn hat. Tph2 produziert das Enzym Tryptophan-Hydroxylase (TPH), das für die Serotoninbildung verantwortlich ist. Nachdem die Forscher Tph2 ausgeschaltet hatten, bildeten die Tiere so gut wie kein Serotonin im Gehirn.

Dennoch waren die Tiere lebensfähig und die Hälfte von ihnen erreichte das Erwachsenenalter. Sie benötigten aber tagsüber mehr Schlaf, und die Regelung ihrer Atmung, ihrer Körpertemperatur und ihres Blutdrucks waren verändert. Die weiblichen Mäuse konnten auch Nachwuchs bekommen und produzierten genügend Milch, um ihn zu ernähren. Sie vernachlässigten ihn aber so, dass er kaum lebensfähig war.

Das Gen Tph2 hatten die MDC-Forscher vor einigen Jahren mit Forschern der Freien Universität (FU) Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) entdeckt.

*Growth retardation and altered autonomic control in mice lacking brain serotonin
Natalia Alenina1*, Dana Kikic1*, Mihail Todiras1, Valentina Mosienko1, Fatimunnisa Qadri1, Ralph Plehm1, Philipp Boye1, Larissa Vilianovitch1, Reinhard Sohr2, Katja Tenner1, Heide Hörtnagl2, Michael Bader1
1Max-Delbrück-Center for Molecular Medicine (MDC), Robert-Rössle-Str. 10, D-13125 Berlin; 2Institute of Pharmacology, Charité-University Medicine, Berlin, Germany
*N.A. and D.K. contributed equally to this study.


 

Quelle: Pressemitteilung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch vom 23.06.2009.

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung