Taube Gebärdensprachdolmetscher/innen: Chance für Gehörlose

 

Erster Abschlussjahrgang an der Universität Hamburg

 

Hamburg (7. April 2011) – Die Universität Hamburg verabschiedet die ersten 16 Absolventinnen und Absolventen des deutschlandweit einzigartigen weiterbildenden Studiengangs für taube Gebärdensprachdolmetscher/innen. Die Teilnehmer/innen mit deutscher, russischer und türkischer Gebärdensprache als Muttersprache können zwischen der deutschen und einer anderen Gebärdensprache sowie zwischen der deutschen Schriftsprache und der deutschen Gebärdensprache professionell dolmetschen.

 

Die Absolvent/innen des neuen Studienganges Gebärdensprachdolmetschen helfen gehörlosen Migrant/innen, eine zentrale Sprachbarriere zu überwinden. Diese brauchen nämlich zwei Dolmetscher: einen hörenden Gebärdensprachdolmetscher, der von der deutschen Lautsprache in die deutsche Gebärdensprache übersetzt, und einen weiteren Gebärdensprachdolmetscher, der die deutsche Gebärdensprache in die jeweilige (Gebärden-)Muttersprache übersetzt. Fast nur taube Menschen können lernen, zwischen zwei Gebärdensprachen zu dolmetschen. Entwickelt wurde das Programm von Prof. Dr. Christian Rathmann, Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser, – Deutschlands einziger gehörloser Professor – in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW).

Respekt und Toleranz zwischen hörenden und gehörlosen Dolmetscher/inne/n spielen eine wichtige Rolle. Absolvent Rafael-Evitan Grombelka, der Internationale, Litauische, Polnische und Russische Gebärdensprache beherrscht: „Ich habe sehr viel dazu gelernt, z. B. im Modul Ethik über mein Verhalten als Dolmetscher und über den Umgang mit hörenden Dolmetscherkollegen und gehörlosen Kunden.“ Für die Zukunft wünscht er sich, „dass es mehr taube Gebärdensprachdolmetscher gibt und dies auch in der Gehörlosengemeinschaft und bei den Hörenden bekannter wird.“

Mit dem Abschluss der Universität Hamburg können sich die Absolvent/inn/en für die staatliche Prüfung zum Gebärdensprachdolmetscher anmelden, besitzen einen qualifizierten Berufsabschluss und sind den hörenden Gebärdensprachdolmetschern in Behörden und Gerichten gleichgestellt. Dabei bewegen sie sich in einem vielfältigen Arbeitsgebiet. So wird z.B. auf internationalen Konferenzen mittlerweile häufig zwischen Gebärdensprachen gedolmetscht.

Außerdem wird durch die Gebärdensprachdolmetscher/innen nicht nur die Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen innerhalb von Behörden und Gerichten verbessert, sondern auch die Integration gehörloser Menschen in der Gesellschaft unterstützt. „Der neue weiterbildende Studiengang Gebärdendolmetschen bedeutet einen weiteren Schritt in Richtung Inklusion und Gleichstellung tauber Menschen im öffentlichen Leben“, so Prof. Dr. Christian Rathmann.

Das Weiterbildungsangebot Gebärdensprachdolmetschen wird von den Integrationsämtern und von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt, die die Studiengebühren vieler Teilnehmer/innen finanzieren. Der zweite Durchgang des Studiums ist für 2012 geplant.

 

Weitere Informationen

 

http://www.aww.uni-hamburg.de – Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg

 


Quelle: Universität Hamburg, 07.04.2011 (tB).

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