Verschiebt Corona unseren moralischen Kompass?

 

Magdeburg (21. Dezember 2020) — Welche Folgen hat die Corona-Pandemie auf den moralischen Kompass unseres Zusammenlebens? Bleiben unsere grundlegenden Werte trotz der weltweiten Krise stabil oder verschieben sich die Koordinaten unter dem Eindruck der plötzlichen existenziellen Unsicherheit?

Diesen Fragen geht der Soziologe Prof. Dr. Jan Delhey von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg im Rahmen eines binationalen und disziplinübergreifenden Forschungsprojekts nach. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Jacobs University Bremen und der Universitäten Lüneburg und Edinburgh werden im Rahmen einer 18-monatigen Langzeitstudie die Einstellungen von je 2.000 Befragten in Großbritannien und Deutschland verglichen. Ausgewählt wurden die beiden Länder, weil sie aufgrund ökonomischer Parameter gut vergleichbar sind, sich in ihrem Umgang mit der Pandemie und deren Folgen jedoch sehr unterscheiden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden aus bevölkerungsrepräsentativen Befragungspools eines Sozialforschungsinstituts gezogen, in Deutschland werden also Bürgerinnen und Bürger aus allen 16 Bundesländern befragt.

„Moralische Werte und soziale Orientierung gelten als relativ stabile Konstrukte, die sich nur langsam verändern“, erläutert Prof. Jan Delhey. „Ihre Ausprägung ist von großer Bedeutung dafür, wie Individuen beispielsweise zu Demokratie oder Populismus stehen. Wenn sich die Werte, wie wir vermuten, in Richtung protektiver Werte wie Sicherheit und Ordnung verschieben, dürfte das auch negative Auswirkungen darauf haben, wie tolerant und weltoffen die Menschen sind.“ Eine Pilotbefragung, die noch während der ersten Pandemiewelle 2020 erhoben wurde, werde gerade ausgewertet, so Delhey weiter. „Sie dient dann als Ausgangsmessung, um den Wandel von Werten und Einstellungen im Verlauf der Pandemie abschätzen zu können.“

Das Projekt wird von der VolkswagenStiftung im Rahmen ihrer Initiative „Corona Crisis and Beyond“ gefördert. Von über 1.000 Anträgen wurden 102 disziplinübergreifende Forschungsvorhaben mit einem Gesamtbetrag von 11,7 Millionen Euro bewilligt. Das Spektrum der Themen reicht von neuen Verfahren für Schnelltests bis hin zu sprachwissenschaftlichen Untersuchungen von Verschwörungstheorien.

 

Weitere Informationen

 


Quelle: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, 21.12.2020 (tB).

Schlagwörter: ,

HERRNHUTER LOSUNGEN

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung