Bildnachweise: Foto oben: Benjamin Traub, geboren 1914 in Mülheim-Ruhr, ab 1931 in der Anstalt Bedburg-Hau, ermordet 1941 in Hadamar, Bildnachweis: Privatbesitz. Foto rechts: David Föll, geboren 1858, Schreiner in Schwäbisch Hall, ermordet 1940 in Grafeneck Bildnachweis: Landesarchiv Baden-Württemberg. Foto unten: Irmgard Heiss, geboren 1897 in Münster, Hausfrau, stirbt 1944 an den Folgen des jahrelangen Aufenthaltes in der Hungeranstalt Weilmünster im Lindenhaus / Lemgo, Bildnachweis: Familienarchiv Stellbrink.Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus

erfasst, verfolgt, vernichtet.  

 

Berlin (27. Januar 2014) – Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck präsentiert die DGPPN in Kooperation mit den Stiftungen "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" und "Topographie des Terrors" eine Wanderausstellung, die NS-Opfer ins Zentrum rückt, die lange am Rande des öffentlichen Interesses und Gedenkens standen: Menschen mit Behinderungen und Nervenkrankheiten.

 

Kranke und behinderte Menschen gehörten zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Sie galten als Belastung für die deutsche „Volksgemeinschaft“. Bis zu 400.000 Menschen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, mehr als 200.000 in den damaligen Heil- und Pflegeanstalten ermordet. Dies geschah inmitten der deutschen Gesellschaft. Bei der Selektion der Patientinnen und Patienten stand der vermeintliche „Wert“ des Menschen als leitender Gesichtspunkt im Vordergrund. Psychiaterinnen und Psychiater, Neurologinnen und Neurologen, Kinder- und andere Fachärztinnen und -ärzte, Pflegekräfte und Verwaltungsfachleute urteilten nach Maßgabe von „Heilbarkeit“, „Bildungsfähigkeit“ oder „Arbeitsfähigkeit“ über die ihnen Anvertrauten.

 

An die Opfer wollte nach 1945 für lange Zeit kaum jemand erinnern. Auch in vielen betroffenen Familien wurde ihre Geschichte verschwiegen. Manche Täter und etliche Tatbeteiligte setzten hingegen ihre Karrieren im Nachkriegsdeutschland nahtlos fort. 

 

Die Wanderausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ richtet sich gezielt an ein breites Publikum. Sie nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie und beschäftigt sich mit den gedanklichen und institutionellen Voraussetzungen der Morde, sie fasst das Geschehen von Ausgrenzung und Zwangssterilisationen bis hin zur Massenvernichtung zusammen und beschäftigt sich mit exemplarischen Opfern, Täterinnen und Tätern, Tatbeteiligten sowie Opponenten. 

 

Biografien von Verfolgten ziehen sich durch die gesamte Ausstellung: Gezeigt werden zahlreiche Fotos und Dokumente aus ihrem Privat- und Familienleben. In Verwaltungsdokumenten und in den Krankenakten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Ihren Blicken auf Patientinnen und Patienten werden deren eigene Äußerungen gegenübergestellt. 

 

Den Schlusspunkt der Ausstellung bildet die Gegenwart. In 15 Videointerviews reflektieren unter anderem Angehörige von Opfern, Vertreter von Selbsthilfeverbänden, Patienten, Ärzte und Pflegepersonal das damalige Geschehen und stellen sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage, welche Bedeutung es für sie persönlich hat. 

 

Zur Ausstellung erscheinen am 27. Januar 2014 ein umfangreicher Katalog sowie eine Broschüre in leichter Sprache.  

 

 

Stationen der Ausstellung

 

  • 28. Januar – 28. Februar 2014
    PaulLöbeHaus des Deutschen Bundestages, Berlin

 

  • 26. März – 13. Juli 2014
    Topographie des Terrors, Berlin
    Ausstellungseröffnung: 25. März 2013 um 19 Uhr

  • Im Anschluss wird die Ausstellung an weiteren Stationen in Deutschland und Europa gezeigt.

 

 

Weitere Informationen

 

 

 

 


 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), 27.01.2014 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung