Abb.: Paul Feyen mit seinem Blindenführhund, Bildnachweis: Privat/Familie FeyenJubiläum 100 Jahre Blindenführhundausbildung in Deutschland

Helfer auf vier Pfoten

Berlin (21. Juni 2016) – Im Oktober 1916 übergab der Deutsche Verein für Sanitätshunde den ersten systematisch ausgebildeten Blindenführhund an den Kriegsblinden Paul Feyen. 100 Jahre später würdigt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) dieses Ereignis mit einer Wanderausstellung, einer Buchpremiere, einer Resolution und einem Treffen von Führhundhaltern aus ganz Deutschland.

Im Ersten Weltkrieg wurden Blindenführhunde vor allem an erblindete Soldaten übergeben, aber in den folgenden Jahren profitierten zunehmend Zivilblinde von den „Helfern auf vier Pfoten“. Das fand auch im Ausland viel Beachtung und die Idee der systematischen und institutionellen Ausbildung von Führhunden führte zu Neugründungen von Schulen in der Schweiz, in England und den USA. Seitdem verlassen sich weltweit blinde und sehbehinderte Menschen auf die Führleistungen ihrer Hunde.

Führhunde sind aber nicht nur „sehende Assistenz“. Sie sind „Hilfsmittel mit Seele“. Ein Führhund bietet Hilfe und Freundschaft und steht seinem Halter rund um die Uhr zur Verfügung – und das ein Leben lang. Das macht ihn einzigartig. Denn selbst die sich stetig weiterentwickelnden Technologien können die Leistungen eines Führhundes allenfalls ergänzen, nicht ersetzen.

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Der Startschuss für die Jubiläumsaktivitäten fällt am 7. Juli 2016 um 18 Uhr im Berliner Kleisthaus: Die Wanderausstellung „Helfer auf vier Pfoten – 100 Jahre Blindenführhundausbildung in Deutschland“ wird mit begleitender Lesung eröffnet. Sie wartet nicht nur mit spannenden historischen Fakten auf, sondern vermittelt auch Informationen zur Ausbildung von Blindenführhunden und zeigt, was sehende Bürger tun können, um einem Führhundgespann die Arbeit zu erleichtern. Nach dem Auftakt in Berlin ist die Ausstellung bundesweit in Volkshochschulen, Krankenkassen und anderen Einrichtungen mit Publikumsverkehr zu sehen.

Auf Initiative des DBSV erscheint anlässlich des Jubiläums ein Buch, das die Geschichte der faszinierenden Partnerschaft zwischen Mensch und Tier nachzeichnet. Der Autor Detlef Berentzen ist ein echter Hundeexperte. Im Buch beschreibt er, wie Zeitgeist, Mentalität, Kriege und Regime die Ausbildung der Führhunde und die besondere Koalition von blinden Menschen und ihren „Augen auf vier Pfoten“ beeinflussten. Das Buch „Blindenführhunde – Kulturgeschichte einer Partnerschaft“ erscheint Ende Juni 2016 im Verlag Ripperger & Kremers. Hörversion und Punktschriftausgabe werden bei der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig erhältlich sein.

Die zentrale Veranstaltung des Jubiläumsjahres ist ein bundesweites Führhundhaltertreffen vom 15. bis 18. September in Berlin. Die Teilnehmer erwartet ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen, Kulturbeiträgen und einem öffentlichkeitswirksamen Teil in der Berliner Innenstadt.

Anlässlich einer Veranstaltung des Deutschen Bundestags am 23. September unter dem Titel „Politik für und mit Menschen mit Behinderung“ werden Führhundhalter eine Resolution an Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt übergeben. Darin soll es unter anderem um Zugangsrechte, die Qualitätssicherung der Führhundausbildung und die Qualifizierung von Blindenführhundtrainern gehen.

Die DBSV-Aktivitäten zum Führhundjubiläum werden gefördert durch die Aktion Mensch.


Weitere Informationen

  • Historische Fakten und Infos rund um das Führhundjubiläum unter: http://4-pfoten.dbsv.org
    Ab dem 7. Juli 2016 werden dort zudem blindengerechte Beschreibungen der einzelnen Tafeln der Wanderausstellung und die Ausstellungstermine angeboten.

Abb. oben: Paul Feyen mit seinem Blindenführhund, Bildnachweis: Privat/Familie Feyen


Quelle: Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) , 21.06.2016 (tB).

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