DGTI: Nobelpreis für Transfusionsmediziner –
entscheidender Meilenstein für die Sicherheit von Bluttransfusionen

 

München (7. Oktober 2020) — Mit den diesjährigen Medizin-Nobelpreisträgern Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) wurden Pioniere der Erforschung der Virushepatitis ausgezeichnet. Die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) begrüßt die Wahl des Nobel-Komitees und betont, dass mit Dr. Alter ein überragender Transfusionsmediziner geehrt wurde, der mit seinen klinischen Forschungen einen entscheidenden Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit von Blutprodukten geleistet hat.

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„Dank der bahnbrechenden Forschungen von Harvey Alter ist die Transfusion von Blutprodukten seit den 1970er Jahren sehr viel sicherer geworden. Eine Übertragung der Hepatitis B und Hepatitis C durch Blutspenden können wir durch sensitive Untersuchungen des Spenderblutes inzwischen so gut wie ausschließen“, so Professor Dr. med. Hermann Eichler, 1. Vorsitzender der DGTI und Direktor des Instituts für Klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin der Universität des Saarlandes. Die Verdienste Dr. Alters zur Erhöhung der Infektionssicherheit von Blutspenden würdigte die DGTI bereits 1997 mit der Emil-von-Behring-Vorlesung. Diese Auszeichnung wird an herausragende Wissenschaftler in der Transfusionsmedizin vergeben.

Seit den 1970er Jahren lassen sich Blutspenden auf das Hepatitis B-Virus (HBV) testen, seit 1990 auch auf das Hepatitis C-Virus (HCV). Bis dahin waren Übertragungen von HBV und HCV durch nicht erkennbar infizierte Blutspenden ein großes Problem. Dank der flächendeckenden Einführung von Testverfahren zum Nachweis von Antikörpern gegen HCV und später auch dem direkten HCV-Nachweis, was erst durch die Entdeckung und molekulare Charakterisierung von HCV durch Alter und Kollegen ermöglicht wurden, liegt das Restrisiko einer HCV-Übertragung durch eine Blutspende aktuell bei unter 1:25 Millionen. Somit wurde durch die bahnbrechenden Forschungen der durch den diesjährigen Nobelpreis gewürdigten Wissenschaftler weltweit Millionen Hepatitis-Infektionen durch Bluttransfusionen verhindert und damit viele Menschenleben gerettet.

„Dass wir die Übertragung von HBV und HCV durch Blutspenden und Blutprodukte jetzt nahezu ausschließen können, schützt die Patienten ganz maßgeblich. Der Dank dafür gilt den diesjährigen Medizin-Nobelpreisträgern, die hochverdient ausgezeichnet wurden“, sagt Professor Eichler.

Blut und Blutprodukte erhalten Patienten aus unterschiedlichen Gründen: Als Ausgleich zu großen Blutverlusten, bei Gerinnungsstörungen oder als Unterstützung des Immunsystems, beispielsweise bei Krebstherapien.

 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI), 07.10.2020 (tB).

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