47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Kongress-Highlights zu Insulin degludec

 

Mainz (5. Juli 2012) – Insulin degludec ist der erste Vertreter einer neuen Generation ultra-langwirksamer Basalinsuline. Es bildet nach der Injektion ein subkutanes Depot aus löslichen Multi-Hexameren. Von den Enden dieser Multi-Hexamere lösen sich im Zeitverlauf einzelne Monomere ab, die langsam und kontinuierlich in die Blutbahn resorbiert werden. Das sorgt für ein flaches, stabiles und gleichmäßiges Wirkprofil. Erreicht werden diese pharmakokinetischen Eigenschaften von Insulin degludec durch die Addition einer Fettsäurekette über einen sogenannten Linker (γ-Glutaminsäure) an Position B29 des Insulinmoleküls.1,2 Im Rahmen der 47. Jahrestagung der deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im Mai 2012 in Stuttgart wurden neue, positive Daten zu Insulin degludec präsentiert:

 

 

Fokus Pharmakokinetik und Wirkdauer:

 

Flaches Wirkprofil bei Menschen mit Typ 1 Diabetes

Eine randomisierte, doppelblinde Zweifach-Crossover-Studie evaluierte die pharmakodynamischen Eigenschaften von Insulin degludec unter Steady-state-Bedingungen. Dazu erhielten 66 Menschen mit Typ 1 Diabetes jeweils über acht Tage lang drei verschiedene Dosierungen von Insulin degludec oder Insulin glargin. Am achten Tag wurde ein euglykämischer Clamp durchgeführt.

Ergebnis: Die mittlere Halbwertszeit von Insulin degludec war bei allen Dosierungen doppelt so lang wie die unter Insulin glargin (25,4 vs. 12,5 Stunden). Das stabile pharmakodynamische Profil von Insulin degludec war in allen Dosierungen flacher und gleichmäßiger als das von Insulin glargin. Beide Insuline wurden gut vertragen.

 

Heise T et al. Freier Vortrag FV-58, 47. Jahrestagung Deutsche Diabetes Gesellschaft, Stuttgart, 16.-19. Mai 2012

 

Auch Menschen mit Typ 2 Diabetes profitieren

Mit Hilfe eines ähnlichen Studiendesigns konnte das pharmakodynamische Profil von Insulin degludec bei Menschen mit Typ 2 Diabetes (n=49) bestätigt werden.

Ergebnis: Das moderne ultra-langwirksame Basalinsulin wies in allen drei Dosierungen (0,4, 0,6, 0,8 E/kg KG) eine gleichmäßige blutzuckersenkende Wirkung auf und hatte eine Wirkdauer von mehr als 24 Stunden.

 

Heise T et al. Freier Vortrag FV-59, 47. Jahrestagung Deutsche Diabetes Gesellschaft, Stuttgart, 16.-19. Mai 2012

 

Pharmakokinetik unabhängig vom Alter

Eine randomisierte, doppelblinde, zweizeitige Crossover-Studie mit 37 Menschen mit Typ 1 Diabetes (12 Erwachsene, 12 Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren und 13 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren) untersuchte die pharmakokinetischen Eigenschaften von Insulin degludec in verschiedenen Altersgruppen.

Ergebnis: Nach einer Einzeldosis war Insulin degludec unabhängig vom Alter bis zu 72 Stunden nach Applikation noch im Serum nachweisbar.

 

Biester T et al. Poster P-93, 47. Jahrestagung Deutsche Diabetes Gesellschaft, Stuttgart, 16.-19. Mai 2012

 

 

Fokus Hypoglykämien:

 

Weniger nächtliche Unterzuckerungen unter Insulin degludec

Zwei randomisierte Phase-3a-Studien verglichen Gesamt- sowie nächtliche Hypoglykämien unter Insulin degludec und Insulin glargin im Rahmen einer Basal-Bolus-Therapie bei 629 Menschen mit Typ 1 Diabetes und 1.009 Menschen mit Typ 2 Diabetes im Rahmen von Treat-to-Target-Studien (Titration in beiden Studienarmen auf einen Nüchtern-Blutzucker von 3,9-4,9 mmol/l bzw. 70-89 mg/dl).

Ergebnis: Beide Insuline führten zu einer effektiven Blutzuckersenkung – es gab keine Unterschiede hinsichtlich HbA1c zwischen Insulin degludec und Insulin glargin. Differenzen zeigten sich jedoch beim Hypoglykämierisiko: So war die Rate an nächtlichen Hypoglykämien unter Insulin degludec in beiden Studienarmen signifikant niedriger als unter Insulin glargin (p<0,05). Die Gesamtzahl der Hypoglykämien war bei Menschen mit Typ 1 Diabetes in beiden Studienarmen vergleichbar. Menschen mit Typ 2 Diabetes profitierten darüber hinaus von der Therapie mit Insulin degludec mit einer signifikant niedrigeren Gesamtzahl an Hypoglykämien im Vergleich zu Insulin glargin (p<0,05). Insulin degludec wurde in beiden Studien gut vertragen.

 

Lüdemann J et al. Freier Vortrag FV-64, 47. Jahrestagung Deutsche Diabetes Gesellschaft, Stuttgart, 16.-19. Mai 2012, Stuttgart

 

Solide hormonelle Gegenregulation unter Insulin degludec

In einer doppelblinden, zweiphasigen Crossover-Studie wurde die Reaktion der gegenregulatorischen Hormone auf eine induzierte Hypoglykämie unter Insulin glargin und Insulin degludec bei 28 Menschen mit Typ 1 Diabetes verglichen.

Ergebnis: Wird absichtlich eine Hypoglykämie erzeugt, löst dies sowohl unter Insulin degludec als auch unter Insulin glargin eine solide hormonelle Gegenregulation aus. Dabei werden einige Parameter (z.B. Wachstumshormon und Kortisol) unter Insulin degludec sogar signifikant stärker sezerniert als unter Insulin glargin (p<0,05). Nach Ansicht der Autoren könnte darin eine mögliche Erklärung für das in anderen Studien beobachtete geringere Hypogykämierisiko unter Insulin degludec liegen.

 

Mader J et al., Poster P-92, 47. Jahrestagung Deutsche Diabetes Gesellschaft, Stuttgart, 16.-19. Mai 2012

 

 

Über Insulin degludec:

Insulin degludec ist ein in der Forschung befindliches Basalinsulin, das nach der Injektion subkutan lösliche Multi-Hexamere bildet. Aus diesem Depot wird Insulin degludec langsam und kontinuierlich in den Kreislauf freigesetzt. Dies führt zu einem ultra-langen und gleichmäßigen Wirkprofil.3 Novo Nordisk hat das globale Phase-3a-Programm namens BEGIN™, das über 7.000 Patienten in zwölf Studien umfasst, in 2010 abgeschlossen. Die Zulassungsanträge für Europa und für die USA wurden im September letzten Jahres eingereicht.

 

 

Über Novo Nordisk

Novo Nordisk ist ein international tätiges und forschendes Unternehmen der Gesundheitsbranche und mit seinen innovativen Produkten seit 89 Jahren führend in der Diabetesversorgung. Das Unternehmen hält außerdem führende Positionen auf den Gebieten Blutgerinnung (Hämostase), Wachstumshormon- sowie Hormonersatztherapie. Mit Hauptsitz in Dänemark beschäftigt Novo Nordisk derzeit etwa 32.500 Menschen in 75 Ländern, davon rund 500 in Deutschland. Seine Produkte werden in 190 Ländern vertrieben. Die B-Aktien von Novo Nordisk werden an den Börsen von Kopenhagen (Novo-B) und New York gehandelt (NVO). Weitere Informationen unter novonordisk.de.

 

Stand: Juli 2012

 

 

Anmerkungen 

  1. Jonassen I et al. Poster 972, 46. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD), Stockholm, Schweden, September 2010
  2. Heise T et al. Poster 971, 46. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD), Stockholm, Schweden, September 2010
  3. Jonassen, I et al. Insulin Degludec is a new generation ultra-long-acting basal insulin with a unique mechanism of protraction based on multi-hexamer formation. Oral presentation no. 39-OR, presented at the American Diabetes Association (ADA) Scientific Sessions 2010, Orlando, Florida. June 2010. Diabetes 2010;59 (Suppl.1) A375

 


 

Quelle: Novo Nordisk, 05.07.2012 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung