Antithrombotische Therapie bei Diabetes sinnvoll und notwendig

 

Bochum (26. September 2008) – Menschen mit Diabetes haben ein hohes Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Mehr als drei Viertel versterben an Folgen von Durchblutungsstörungen in den Gefäßen – am häufigsten treten Herzinfarkt oder Schlaganfall auf. Um diese Gefahr zu senken, sollte die antithrombotische Therapie fester Bestandteil in der Behandlung von Menschen mit Diabetes Typ 2 und älteren Typ-1-Patienten sein, betont die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG). Warum Durchblutungsstörungen häufiger bei Diabetes-Patienten auftreten und welche medikamentösen Therapien vorbeugend Risiken senken können, ist das Leitthema der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Der Diabetologe".

 

Je nach Grad der Gefäßschädigung beziehungsweise bereits aufgetretenen Erkrankungen stehen mehrere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. "Bei Patienten mit Diabetes hat sich die Kombinationstherapie aus Acetylsalicylsäure (ASS) und Chlopidrogel als wirksam erwiesen", erläutert Dr. rer. nat. Bernd Stratmann vom Herz- und Diabeteszentrum NRW der Ruhr-Universität Bochum. Der Experte informiert in seinem Artikel über Vor- und Nachteile verschiedener Wirkstoffe und welche neuen Präparate sich zurzeit in der klinischen Erprobung befinden. "Die antithrombotische Therapie ist sinnvoll und notwendig bei Patienten mit Diabetes und wird in den Leitlinien der Fachgesellschaft angeraten", meint Dr. med. Rainer Lundershausen, Pressesprecher der DDG. "Bei der Wahl der geeigneten Therapie sind jedoch auch immer Vorerkrankungen und mögliche Nebenwirkungen zu berücksichtigen."

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind auch bei Menschen ohne Diabetes die häufigste Todesursache. Diabetes-Patienten haben jedoch ein erhöhtes Risiko: Ihr Blut gerinnt schneller, da die Blutplättchen größer sind und sich leichter vernetzen. Die Folgen sind Verklumpungen oder Gerinnseln im Blut, sogenannte Thrombosen. Diese können zu Gefäßverschlüssen führen. Diabetes mellitus gilt daher als selbstständiger Risikofaktor eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts. Da sich Blutplättchen innerhalb einiger Tage erneuern, ist eine dauerhafte antithrombotische Therapie notwenig.

Quelle: Stratmann, B.: Thrombozytenfunktion bei Diabetes mellitus, Der Diabetologe 2008; 6: 429-434

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) vom 26.09.2008.

 

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Wechselwirkung zwischen psychischen Störungen und Schmerzerkrankungen besser verstehen
Wie ein Schmerz den anderen unterdrückt
Opioidtherapien im palliativen Praxisalltag: Retardierte Analgetika zeigen Vorteile
Krankenhäuser und Praxen müssen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen…
Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren

DIABETES

DDG und Verbände definieren erstmals einen Handlungsrahmen für nicht-ärztliche Assistenzberufe…
Typ-2-Diabetes: Neue Hinweise bestärken die Bedeutung von Übergewicht für Spätfolgen
Suliqua®: Eine sinnvolle Option, wenn die BOT zur Blutzuckerkontrolle nicht…
“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Ibrutinib mit Rituximab bei nicht vorbehandelter CLL: Hinweis auf Zusatznutzen…
Bestmögliche Versorgungssicherheit bei der Krebstherapie mit CAR-T-Zellen
Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei aktiver…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…